Friday, September 28, 2007

Interview: Paavo Järvi - „Kontext ist wichtiger als Stil“


September 26, 2007

http://www.dw-world.de/


In Cincinatti erarbeitet er sich das romantische Repertoire, in Frankfurt engagiert er sich für zeitgenössische Musik. Mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen aber konzentriert Paavo Järvi sich ganz auf Beethoven. Jörg Hillebrand hat sie dabei beobachtet und mit dem Dirigenten gesprochen.
Acht Erste Geigen, mehr braucht Paavo Järvi nicht für Beethovens Fünfte. Dennoch füllt das Orchester die riesige Salle Erasme im Straßburger Palais de la Musique mühelos bis unter die Decke. Denn die insgesamt nur 28 Streicher agieren wie ein Mann und das mit vollem Körpereinsatz. Andererseits können sie im Pianissimo bis an die Hörgrenze heruntergehen. Jedenfalls wahren sie stets das Gleichgewicht mit den Bläsern, die ihrerseits nie forcieren müssen, um sich durchzusetzen. Auch können sie bei durchbrochener Arbeit von den kleinen Streichergruppen besser übernehmen, so dass die Melodie leicht wie ein Staffelstab durchs Orchester gereicht wird. Und einfach sensationell klingt die berühmte Kontrabassstelle im Scherzo, wenn sie in rasendem Tempo von nur drei athletischen Herren gespielt wird.
Die Deutsche Kammerphilharmonie ist ein selbstverwalteter, demokratisch organisierter Klangkörper. Das zeigt sich auf der Bühne darin, dass zwischen den Stücken rotiert wird, dass Geiger von den Ersten zu den Zweiten wechseln und umgekehrt, dass bei den Bläsern nicht immer derselbe solo spielt. „Collective intelligence“, so formuliert Järvi nach dem Konzert das Hauptqualitätsmerkmal seines Orchesters. Beim Festival de Strasbourg spielen sie innerhalb weniger Tage sämtliche Beethoven-Sinfonien. Und sie nehmen sie auch auf, für einen Major sogar. Nach der Generalprobe am nächsten Morgen gibt Järvi Auskunft.

Furtwängler kennt Beethoven am besten

Jörg Hillebrand Herr Järvi, warum braucht die Welt einen weiteren Beethoven-Zyklus?
Paavo Järvi Das habe ich mich auch gefragt. Oftmals sind ja die besten Gründe persönliche und so auch in diesem Fall: Die Idee erwuchs ganz natürlich aus dem Gefühl heraus, dass wir etwas Interessantes zu sagen haben. Allzu oft werden solche Projekte ja von den Marketing-Abteilungen der Plattenfirmen ersonnen. Wir hingegen haben die Entscheidung selbst getroffen und uns dann erst an eine Plattenfima gebunden.
JH Wie befreien Sie sich vom Ballast der Interpretationsgeschichte, von großen Namen wie Furtwängler, Böhm oder Kleiber?
PJ Ich befreie mich überhaupt nicht. Ich stehe in direkter geistiger Verbindung mit den großen Beethoven-Interpreten. Schon als Kind habe ich mit meinem Vater die Aufnahmen von Furtwängler, Knappertsbusch, Karajan, Bruno Walter oder Fritz Busch gehört, und ich kannte bald jedes Detail in- und auswenig. Der Mensch, der am meisten über Beethoven wusste, ist für mich Furtwängler, und ich habe mich von dieser Tradition nie gelöst, aber ich verbinde sie mit den Kenntnissen und mit der Werktreue, die die historische Aufführungspraxis uns gebracht hat. Für mich liegt die Schwäche der Aufführungspraktiker häufig darin, dass sie versuchen, das Rad neu zu erfinden. Ich hingegen versuche, eine Art Symbiose aus Aufführungspraxis und Interpretationsgeschichte herzustellen.
JH Welche Elemente der historischen Aufführungspraxis haben Sie denn vor allem aufgegriffen?
PJ Ich spreche Absichtlich bei den Proben nicht über Stilfragen. Ich spreche bloß über die Musik, ihren Charakter und ihren Kontext. Jedes Musikstück wird von seinem Kontext bestimmt, Kontext ist wichtiger als Stil. Nun habe ich das Glück, dass dieses Orchester in Stilfragen ganeu Bescheid weiß. Seine Mitglieder können Musik vom Mittelalter bis zur Moderne spielen, und sie glauben kollektiv an die historische Aufführungspraxis, aber das heißt nicht, dass sie ihre einzige Religion wäre.

Weniger Streicher für Beethoven

JH Einen wichtigen aufführungspraktischen Aspekt legen Sie andererseits von vornherein fest, nämlich die Orchesterbesetzung. Niemand vor Ihnen hat wahrscheinlich Beethoven mit weniger Streichern aufgenommen. Warum klingt er in dieser kleinen Besetzung besser?
PJ Auch hier gibt es keine vorgefertigten Regeln. Jede Sinfonie erfordert eine andere Besetzung. Wir wissen aber, wie groß die Orchester zur Zeit Beethovens waren, und es waren jedenfalls nicht so viele Musiker, wie man etwa in alten Filmaufnahmen mit Leonard Bernstein sieht. Selbst in der jüngsten Vergangenheit haben die Wiener Philharmoniker bei Beethoven noch die Bläser verdoppelt, und Gustav Mahler verwendet in seiner Instrumentierung der Neunten sogar eine Tuba. Warum? Weil sie bestimmte Details hörbar machen wollen. Ich bin durch das Studium von Mahlers Orchestrierung in den Bläsern auf Details gestoßen, die ich nie gehört hatte. Er hat sie herausgestellt, indem er die entsprechenden Stimmen verstärkte.
JH Und Sie tun genau das Gegenteil: Sie reduzieren die Streicher.
PJ Genau. Man muss einfach zur ursprünglichen Besetzung zurückkehren. Selbst bei Brahms noch war das Orchester übrigens nicht größer als vierzig Musiker.
JH Ihre Aufnahmen mit anderen Orchestern wurden von unseren Kritikern oft als allzu abgerundet und glatt geschliffen bewertet. Ihre Interpretationen mit der Kammerphilharmonie sind gerade das überhaupt nicht. Hat die Zusammenarbeit mit ihr den Musiker Paavo Järvi verändert?
PJ In gewisser Weise ja. Das gemeinschaftliche Verlangen, etwas Besonderes zu schaffen, ist in diesem Orchester so stark, dass technische Aspekte in den Hintergrund rücken. Die Technik muss stimmen, und wir tun unser Bestes, auch in dieser Hinsicht höchsten Ansprüchen zu genügen, aber sie steht bei einer Aufführung nie im Vordergrund. Im Vordergrund steht der emotionale Gehalt, die Botschaft.

Musiker unter Musikern

JH Sie sind seit drei Jahren künstlerischer Leiter der Kammerphilharmonie. Was waren außer dem Beethoven-Zyklus in dieser Funktion Ihre wichtigsten Errungenschaften?
PJ Das kann ich nicht sagen, denn ich fühle mich bei diesem Orchester nicht als Leiter, sondern als Musiker unter Musikern. Wir sprechen miteinander ganz ehrlich, aufrichtig und geradeheraus. Wenn wir etwas errungen haben, dann ist das ein wirklich einvernehmliches Verständnis der Musik Beethovens. In Cincinatti ist mein Aufgabenbereich ganz anders gelagert. Hier bin ich als Musikdirektor nicht nur für das gesamte Repertoire verantwortlich, sondern auch für das musikalische Leben in der Stadt. In Bremen habe ich für etwas anderes angeheuert. Die Kammerphilharmonie ist für mich kein Orchester, sondern ein Projekt.
JH Hat das demokratische Selbstverständnis der Kammerphilharmonie einen direkten Einfluss auf ihr Musizieren?
PJ Ja, unbedingt. Das Orchester gehört den Musikern, und diese Eigentümerschaft nehmen sie in jedem Moment wahr. Es verblüfft mich zum Beispiel immer wieder, wie stark sie sich in die Probenarbeit einbringen. Jeder leistet seinen Anteil, und jeder stellt Fragen.
JH Wenn Sie diese alternative Oraganisationsform so sehr schätzen, warum haben Sie dann zusätzlich ein traditionelles großes Sinfonieorchester übernommen, das außerdem noch die bürokratische Last einer Rundfunkanstalt trägt?
PJ Das Orchester des Hessischen Rundfunks ist einfach wunderbar. Ich freue mich jedes Mal wieder darauf, mit ihm zu arbeiten. Ich glaube, die Rundfunkorchester haben gemerkt, dass sie eine vom Aussterben bedrohte Gattung sind und dass sie etwas ändern müssen, um nicht bald der Vergangenheit anzugehören. In Frankfurt hat sich etwas geändert. Die Musiker sind jedenfalls äußerst engagiert.

Schwerpunkt Nordische Musik

JH In Frankfurt ist nordische Musik Ihr Repertoireschwerpunkt.
PJ Nordische Musik, aber auch zeitgenössische und überhaupt jede Menge Musik, die weniger bekannt ist, weil sie von den normalen Sinfonieorchestern nur selten gespielt wird.
JH Haben Sie Kompositionsaufträge vergeben?
PJ Ja, an Jörg Widmann, Marc-André Dalbavie und Erkki-Sven Tüür.
JH Das HR-Sinfonieorchester betreibt ein sehr vorbildliches Musikvermittlungsprogramm. Sind Sie daran beteiligt?
PJ Ja, ich habe vor kurzem ein Projekt geleitet, das einen Brückenschlag versucht hat zwischen der Musik der Jugendlichen von heute und unserer.
JH Sie sprechen vom „Music Discovery Project“, bei dem zwei Discjockeys das Finale von Dvoráks „Neue Welt“-Sinfonie mitgestaltet haben. Hat das funktioniert?
PJ Am Anfang war ich ziemlich skeptisch, aber dann habe ich gesehen, dass diese beiden Kerle sehr ernsthaft bei der Sache waren. Sie leben in einer völlig anderen musikalischen Welt, aber es ist eine interessante Welt und eine, die jedes Kind kennt.
JH Auch bei der Uraufführung von Tüürs Klavierkonzert letztes Jahr in Frankfurt waren mehrere hundert Jugendliche im Saal. Ist das vielleicht endlich einmal ein zeitgenössischer Komponist, der wieder das breite und auch das junge Publikum anspricht?
PJ Ich glaube ja. Was ich an Tüür schätze, ist, dass er ständig auf der Suche ist, dass die Musik, die er heute schreibt, schon wieder ganz anders ist als die vor fünf Jahren. Er macht es sich nicht leicht, und seine Musik wird immer komplizierter, aber dennoch spricht sie irgendwie zu uns. Ich höre das Konzert immer wieder auf meinem Ipod, und ich finde es einfach gut.
JH Sie engagieren sich sehr für Komponisten aus Ihrer Heimat und sind künstlerischer Berater des Estnischen Nationalorchesters. Hat das etwas mit Heimweh zu tun, das den Weltreisenden von Zeit zu Zeit befällt?
PJ Es ist nicht so sehr Heimweh als vielmehr eine tiefe Verpflichtung und Verantwortung, die ich Estland gegenüber empfinde. Ich bin so, wie ich bin, weil ich dort herkomme. Unser nationales kulturelles Erbe ist ein wichtiger Teil meiner selbst. Und heute bin ich in einer Stellung, in der ich meinem Land und vor allem seinem Nationalorchester helfen kann. Dieses Orchester hat all die Werke estnischer Komponisten uraufgeführt und hat in der Sowjetzeit musikalisch die estnische Fahne hochgehalten. Es ist Teil unserer nationalen Identität.

Über 100 Konzerte pro Jahr

JH Sie dirigieren um die hundert Konzerte im Jahr. Ist das nicht zu viel?
PJ Wahrscheinlich schon. Eigentlich interessieren mich ja auch nicht die Konzerte an sich, sondern die spannenden Projekte, die dahinterstehen. Außerdem bin ich der festen Überzeugung, dass Dirigent ein Beruf der zweiten Lebenshälfte ist, dass das eigentliche Dirigieren erst anfängt, wenn man genug Reife und Erfahrung, aber auch genug Repertoire gesammelt hat. Es wird hoffentlich eine Zeit kommen, in der ich bestimmte Dinge nicht mehr tun, bestimmte Stücke nicht noch einmal dirigieren möchte, aber um zu wissen, was ich nicht tun soll, muss ich es erst einmal tun.
JH Wenn Sie den administrativen Anteil einer Chefdirigententätigkeit ohnehin nicht besonders schätzen, warum leiten Sie dann neben Ihren beiden sehr guten deutschen Orchestern immer noch das in Cincinatti?
PJ Amerikanische Orchester unterscheiden sich grundlegend von allen anderen. Ein amerikanisches Orchester ist eine kraftvolle, technisch perfekte, gut geölte Maschine. Die Aufnahmefähigkeit des Cincinatti Symphony ist so hoch, das ich mit ihm besonders gut das große romantische Repertoire erkunden kann, Bruckner, Mahler, Richard Strauss, aber auch Schostakowitsch und Prokofjew.
JH Welches Ihrer drei Orchester werden Sie denn aufgeben, wenn Sie 2010 das Orchestre de Paris übernehmen?
PJ Am liebsten würde ich alle behalten und nur meine Anwesenheitszeiten ein bisschen reduzieren. Mich beunruhigt gar nicht so sehr die Befürchtung, nicht genug Energie für all die Arbeit zu haben. Das eigentliche Dilemma ist, wann ich noch Zeit finden soll, meine Töchter zu sehen.

Biographie
Paavo Järvi wurde 1962 in Estland als Sohn des Dirigenten Neeme Järvi geboren. Er studierte Schlagzeug und Dirigieren in Tallin, bevor er mit seiner Familie in die Vereinigten Staaten emigrierte und dort seine Studien unter anderem bei Leonard Bernstein fortsetzte. Järvi ist seit 2001 Musikdirektor des Cincinatti Smyphony Orchestra, seit 2004 künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und seit 2006 Chefdirigent des HR-Sinfonieorchesters.

CD REVIEW: Tüür- "Magma"

September 28, 2007

Here is a review and a translation from http://www.magazin.klassik.com/

Klangstrom-Polyphonie

Kritik von Tobias Pfleger,

Tüür, Erkki, Sven: Chor- und Orchesterwerke Label: Virgin Classics


Seit einiger Zeit scheint der Großteil des kulturellen Exportguts aus dem Ostseeraum aus hochkarätigen Orchestern, Solisten, Dirigenten und vor allem Komponisten zu bestehen. Nachdem vor allem die Skandinavier für Furore gesorgt hatten (und immer noch sorgen, siehe Nørgård, Sandström, Rautavaara, Lindberg, Saariaho), gaben sie den Staffelstab an das Baltikum weiter, allen voran Estland. Von den dort beheimateten Komponisten war bisher allein Arvo Pärt in unseren Landen allgemein bekannt (und von einigen ebenso gefürchtet wie von intellektueller Warte belächelt). Nun stehen seit geraumer Zeit zwei weitere Komponisten neben ihm: Pçteris Vasks, der mit dem Schlagwort ‘Neoromantiker’ nur einseitig etikettiert wird, und Erkki-Sven Tüür, jenen Polystilisten, der das ‘postmoderne’ Komponieren ebenso gut beherrscht wie sich allen wohlfeilen Kategorisierungen zu entziehen versteht.

Erkki-Sven Tüür hat mit Anu Tali und in besonderem Maße mit Paavo Järvi sehr kompetente Anwälte, die seine Musik mit der nötigen Energie und ausgeprägtem Klangsinn effektvoll darzustellen vermögen. Järvi wird neben einigen Gastdirigenten und -orchestern Mitte September dieses Jahres Werke von Tüür dem Publikum vorstellen, ein Tüür-Symposium grundiert diesen Werküberblick wissenschaftlich.

Orchestrales Dickicht

Hat Paavo Järvi mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra bereits eine beachtliche Tüür-CD vorgelegt (ECM 1830), so bildet diese nun bei Warner erschienene Einspielung eine ebenso spannende wie kurzweilige Fortsetzung seines Engagements für den Landsmann. Das Zentrum dieser Aufnahme bildet Tüürs Vierte Sinfonie ‘Magma’ für Solo-Schlagwerk und Sinfonieorchester aus dem Jahr 2002. Neben dem brandneuen ‘Igavik’ für Männerchor und Orchester (vollendet 2006) und dem Arvo Pärt zum Siebzigsten gewidmeten ‘The Path and the Traces’ (2005) bildet ‘Inquiétude du fini’ für Kammerchor und Orchester (1992) einen kleinen Rückblick auf Tüürs kompositorische Vergangenheit.

Griff der Este in seiner Anfangszeit (nachdem er seine Rockmusikerkarriere zugunsten von Kompositionsstudien beim viel zu früh verstorbenen Lepo Sumera aufgab) auf Elemente der Minimal Music zurück, die er holzschnittartig mit Tonclustern kontrastierte, so findet er in der (der Solistin Evelyn Glennie gewidmeten) Vierten Sinfonie zu einer flüssigeren Sprache. Auch wenn die kompakten Akkordblöcke, mit denen ‘Magma’ glühend heiß eröffnet wird, nicht wenig an seine Orchesterstücke ‘Zeitraum’ oder ‘Exodus’ denken lassen, weichen die glatten Schnitte der früheren Werke etwas abgerundeten Bruchstellen. Am Anfang der gut halbstündigen Sinfonie finden sich typisch Tüürsche Ingredienzien: Klangsäulen im Tutti, deren Spannungspotential nach raschem Abbau mit Streicherglissandi, Schlagzeugklängen und Holzbläserstaccati aufgefangen wird. Nach traditionellem Vorbild ist der zähflüssige sinfonische Strom von ‘Magma’ in vier Abschnitte unterteilt, die von verschiedenen Klangtimbres des hervortretenden Schlagwerks bestimmt werden: im Anfangsteil vor allem von metallische Klängen, im zweiten vom Drumset, im dritten von Holzpercussion, im rhythmisch eingängigeren Finale von quasi improvisierenden Congas. Das ganze spannt Tüür unter wellenartige Steigerungsverläufe, ein ausgedehntes Schlagwerksolo teilt die Sinfonie in etwa zwei gleiche Hälften.

Ideale Solistin, hervorragendes Orchester

Evelyn Glennie nutzt die klanglichen Möglichkeiten des virtuosen Schlagwerkparts effektvoll aus. Unendlich reiche Farbschattierungen und rhythmische Überlagerungen ergeben sich mit dem Orchestersatz, im zweiten Teil (der in seiner rhythmischen Wucht nicht wenig an Mark-Anthony Turnage erinnert) darf sie mit dem Drumset richtig rockig zupacken, ehe ihr im dritten Teil ein Streicherteppich als Grundlage für rhythmische Kaskaden an Marimba, Xylophon etc. bietet. Die Solistin erweist sich hier als perfekte Darstellerin der Tüürschen Klangideen, die zwischen extrem treibender, eingängiger Rhythmik und konstruktiv überlagerten Temposchichten hin und her schwankt.

Paavo Järvi treibt das Estnische Nationale Symphonieorchester zu einer Höchstleistung an, die ebenso von hohem Engagement wie tiefem Klangsinn geprägt ist. Fesselnde Energie und dichte Verwebungen bestimmen den spannungsreichen Klangstrom. Nicht ganz zum Wohl der strukturellen Fasslichkeit schichtet Tüür hier so viele Klangtexturen übereinander, dass sich die dichte Orchesterpolyphonie fast selbst aufhebt. Das macht manchmal einen ungeheuer komplizierten Eindruck – und stellenweise ist es fast besser, wenn man das Ohr mehr auf die Fläche als die Einzelereignisse konzentriert. Bei all dem allerdings kann ‘Magma’ durchaus für sich einnehmen, ein Stück aus vielen Elementen, das von Järvi und dem Estnischen Nationalen Symphonieorchester mit ungemeiner Beredtheit zum Klingen gebracht wird.
Auf ebenso hohem Niveau gelingen die Aufführungen der anderen Stücke. In ‘The Path and the Traces’ erweist sich Tüür wieder einmal als ein genialer Modellierer des Streicherklangs. ‘Igavik’ lässt in beinahe roher Urtümlichkeit Anklänge an alte Runengesänge entstehen, überlagert freilich mit schwebenden Glissandi und zuweilen schreienden Dissonanzen. Dieser extrem dichte, polyphone Orchesterklangstrom wurde von der Technik sehr überzeugend eingefangen, auch wenn der Klangraum des Orchesters in ‘Magma’ technisch erweitert scheint, um den Klangschichten zusätzliche Entfaltungsmöglichkeit zu geben.
CD: Tüür Magma
Sound-stream-polyphony
review by Tobias Pfleger, 28.09.07

Interpretation: 4 stars
Sound quality: 4 stars
Value of repertoire: 3 stars
Booklet: 5 stars

For quite a while, the main part of the cultural export goods from the baltic sea area seems to be consisting of top-class orchestras, soloists, conductors and especially composers. After particularly the Scandinavians had caused a furore (and still do so, thinking of Norgard, Sandstroem, Rautavaara, Lindberg, Saariaho), they have passed the baton to the Baltic states, at the head Estonia. From the Estonian composers, so far only Arvo Pärt was commonly known here (and dreaded by some people as well as slightly smiled at by some intellectuals). For some time now, there have been two composers next to him: Peteris Vasks, who is only discribed one-sided with the keyword neo-romantic , and Erkki-Sven Tüür, that poly-stylist who is master of the postmodern composing als well as of eluding himself from any inexpensive categorizations.

With Anu Tali but especially with Paavo Järvi, Erkki-Sven Tüür has very competent attorneys who know how to interpret his music effectfully with the necessary energy and a distinct sense for sound. Järvi among some guest conductors and orchestras will present Tüür s music to the audience this september, and there will also be a Tüür-symposion.

Orchestral coppice

Paavo Järvi has already made a remarkable Tüür-recording with the City of Birmingham Symphony Orchestra (ECM 1830). So this recording that came out on the Warner label is an exciting and entertaining continuation of his commitment for his compatriot. The center of the recording is Tüür s fourth symphony, Magma , for solo-percussion and symphony orchestra from 2002. Beside the brandnew Igavik for male choir and orchestra (finished in 2006) and The Path and the Traces (2005) that is dedicated to Arvo Pärt for his 70. birthday, Inquiétude du fini for chamber choir and orchestra (1992) is a little flashback on Tüür s compositorical (??) past. In his earlier times, the Estonian (who gave up his rockmusic-career to study composition with Lepo Sumera who died much too early) used elements of minimal music, that he contrasted with tone clusters. In his fourth symphony (dedicated to soloist Evelyn Glennie) he fiends a more fluent language. Even if the compact akkord blocks that glowingly-hot open Magma remind a bit of his orchestra pieces Zeitraum or Exodus , the hard cuts of the earlier works are now replaced by more round breaking points. At the beginning of the 30-minute symphony, there are some typical Tüür-ingredients: sound-colums in the tutti, whose potential of tension is intercepted after rapid reduction with string glissandi, percussion sounds and woodwind-staccati. Following the traditional form modell, he devides the semifluid symphonic flow of Magma into four parts that are dominated by different sound timbres of the percussion: beginning metallic sounds, second by the drumset, third wooden sounds, the rhythmically somewhat easier to grap Finale by quasi improvised congas. Tüür tightens the whole thing under wavy progressions of cumulations, and a big percussion solo devides the symphony into two almost equal halfs.

Ideal soloist, excellent orchestra

Evelyn Glennie uses the sound-possibilities of the very virtuoso percussion-part in a very effectful way. Infinite rich shades of coulors and rhythmical superimpositions are found in the context of the orchestral part, in the second part (that reminds in its rhythmical power of Mark-Anthony Turnage) she can really rock with the drumset, in the third part the string carpet is layed as a basis for rhythmical cascades with marimba, xylophon etc. The soloist shows that she is the perfect performer of Tüür s sound ideas that fluctuate between extremely driving, easy to grap rhythms ans very constructive different layers of different tempi.

Paavo Järvi pushes the Estonian National Symphony Orchestra to a supreme performance that is characterized by high involvement as well as deep sensibility for the sound. Captivating energy and tightly wiven parts determine the exciting sound-stream. Not entirely to the wealth of the understanding, Tüür piles so many sound textures opon each other that the thick orchestra polyphony almost dismisses itself. Sometimes that gives a very complicated impression and in some moments it s even better to concentrate the ear rather on the surface than on single events. But still, Magma can win favor, it is a piece with many elemts that Järvi and the Estonian National Symphony Orchestra bring out with tremendous eloquence.

The performance level of the other pieces is as high. In The Path and the Traces Tüür shows himself once again as a genious modeler of string sounds. Igavik in its row ethnic sounds almost evokes assonants of old Runen songs (Runengesänge), paired with floating glissandi and sometimes yelling dissonances. This extremely consistent sound stream was captured very convincingly by the technicians, even if in Magma the tonal room of the orchestra seems to be technically enlarged to add more possibilities of creating the different sound layers. --

Wednesday, September 26, 2007

CD REVIEW: Beethoven Symphonies 3 & 8

From http://www.classicalcdreview.com/

BEETHOVEN: Symphony No. 3 in E flat, Op. 55 "Eroica." Symphony No. 8 in F, Op. 93.Deutsche Kammerphilharmonie Bremen/Paavo Järvi, cond.RCA RED SEAL SACD 88697-13066 TT: 69:32BUY NOW FROM ARKIVMUSIC

RCA Red Seal begins a new SACD series of Beethoven symphonies with a well-filled disk offering symphonies three and eight, performed by the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen directed by Paavo Järvi. It is an auspicious beginning to the cycle in every way, particularly because of Järvi's dynamic concept of Beethoven. These are incredibly vigorous performances by a magnificent chamber orchestra that in its nearly three decades of existence has established itself as a leader in its field. The entire orchestra is of virtuoso caliber, horns are magnificent, woodwind solos carefully phrased. In spite of the ensemble's limited size, it conveys the power of Beethoven's with remarkable clarity. The recordings were made in August 2005 (No. 3) and August 2004 (No. 8) in Scoring Stage Berlin with producer Philip Traugott and recording engineer Everett Porter, who did their tasks magnificently. This is a true winner. I look forward to future releases in this series

Monday, September 24, 2007

Interview -Bonn: Paavo Jarvi on the political strength of music

September 23, 2007

By Dieter Schnaas

Botschaft und Bekenntnis

Schon gehört?. Der estnische Dirigent Paavo Järvi über die politische Kraft von Musik

Ludwig van Beethoven hat keine großen Orchester gekannt und nie Richard Wagner gehört. Es ist wichtig, das im Kopf zu behalten, um eine Ahnung davon zu bekommen, welche Musik Beethoven vorschwebte, als er sie schrieb. Das Finale der siebten Symphonie etwa wird heute fast immer in falschem Tempo, zu langsam, gespielt. Warum? Weil die Kommunikation zwischen Dirigent, Orchester und Publikum in der Komfortzone der Hörgewohnheit stattfindet – und nicht durch das vermittelt wird, was in den Noten steht. Es ist ein Fehler, Beethovens Metronomangaben nicht zu folgen: Er war zunehmend taub, nicht zunehmend doof.

Vielleicht muss man sich Beethoven heute als musikalisches Wohnzimmer vorstellen, das sich jeder Dirigent, Musiker und Hörer nach persönlichen Konzerterlebnissen und privaten Vorlieben für die ein oder andere Aufnahme eingerichtet hat – und das deshalb so gemütlich wie verwohnt ist. Ich versuche die Noten so zu lesen, als kämen sie frisch aus der Druckpresse, als wüsste ich nicht, dass sie von Beethoven stammen, als läse ich sie mit den Augen eines Zeitgenossen: nicht mit Brahms und Wagner im Hinterkopf, sondern mit Haydn und Mozart. Im Grunde handelt es sich dabei um das tägliche Handwerk eines Dirigenten. Man muss es ausüben, duldsam und akribisch.

Doch so gut ich mein Handwerk auch beherrschen mag, eine gute Einspielung wird noch nicht daraus. Dazu braucht es den Blick hinter die Noten, die Identifikation mit der emotionalen und menschlichen Seite eines Werkes. Musik wird ja nicht von Komponisten erschaffen, sondern als Rohstoff in ein Kunstwerk umgeschmiedet: Aus einem Hochzeitslied oder Trauermarsch wird ein Meisterwerk, das uns ganz absichtsvoll freut oder hebt oder aufwühlt oder rührt.

Beethoven war nicht nur ein Meister der cleveren Tonsetzerei, er war auch voller Leib und Seele, ein glühender Charakter, der Notenzeilen schrieb, um sich zwischen ihnen ausdrücken zu können: selbstbewusst, aufklärerisch, entflammt in unruhigen Zeiten. Deshalb respektiere ich die modernen Beethoven-Aufnahmen von Roger Norrington und John Eliot Gardiner, den schlanken Fluss, die zackigen Rhythmen, den antiromantischen Zug. Und doch ist Beethoven, bei allen stilistischen Vorbehalten, keiner nähergekommen als Wilhelm Furtwängler. Durch ihn kommuniziert Beethoven mit uns: Seine Musik bohrt sich als Botschaft und Bekenntnis in unsere Seele.

Es ist schön, zu beobachten, dass zunehmend viele zeitgenössische Komponisten Musik nicht mehr als intellektuelles Spiel begreifen, sondern als emotionale Fundgrube und affektive Kommunikationsform. Musik ist vielleicht wie keine andere Kunstform geeignet, Erfahrungen, Ideen und Gedanken in einen geglückten, reflexionslosen Moment zu bündeln. Musik sollte deshalb nie nur Form, sondern immer auch Inhalt und Idee sein. Estnische Komponisten wie Arvo Pärt, Lepo Sumera, Veljo Tormis, Erki-Sven Tüür und Eduard Tubin wissen davon buchstäblich ein Lied zu singen; schließlich haben wir unseren Zusammenhalt und Widerstand gegen die sowjetische Herrschaft unseren Volksliedern zu verdanken. Die Tschechen haben eine „samtene Revolution“ gehabt, die Balten eine „singende Revolution“, das heißt die Musik war der Fixstern unserer nationalen und kulturellen Selbstvergewisserung. Wenn den Esten heute vonseiten der Politik und der Wirtschaft gesagt wird, sie müssten den Finnen nacheifern und ihr eigenes Nokia finden, dann sage ich: Vergesst es. Nokia kann man kaufen, Sibelius nicht. Nokia ist schön und gut, Sibelius unbezahlbar.

Wenn Sie also moderne Musik hören wollen, die berührt und zu Herzen geht, dann empfehle ich nicht nur aus Stolz die Werke meiner Landsleute – sondern auch, weil ich Schwierigkeiten habe, mich in meinen übrigen Empfehlungen zu beschränken. Ich trage stets einen randvollen 60-GB-iPod mit mir. Da drauf ist zum Beispiel Wagners Ring in fünf Versionen, der wundervoll geschmeidige Salzburger Figaro mit Nikolaus Harnoncourt , aber auch jede Menge Bill Evans, Oscar Peterson, Dave Brubeck – und Ella Fitzgerald: Keine konnte schöner phrasieren. Wer als Orchestermusiker etwas lernen will, muss Ella singen hören.

Saturday, September 22, 2007

CONCERT REVIEW: Flutist brings artistic vitality to Mozart work

September 22, 2007

Cincinnati Post

By Mary-Ellyn Hutton

Not a bad mix, Mozart and Bartok, both of which got special treatment Friday morning at Music Hall.

Guest artist with Paavo Jarvi and the Cincinnati Symphony was flutist Sharon Bezaly, who put both artistry and showmanship into Mozart's Concerto No. 2 in D Major and Andante in C Major, K.315.

After intermission, Jarvi and the CSO delivered a superlative performance of the Bartok, finer even than their Telarc recording, if only because it could be savored live in Music Hall.

Jarvi opened with a keenly dramatic Overture to "Fidelio," an echo of last week's CSO season opener, which featured music by Beethoven (and perhaps an afterglow as well to Jarvi's cycle of the complete Beethoven symphonies with the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen on tour this summer).

Israeli-born Bezaly (a resident of Sweden) grabbed a mike as she walked onstage to introduce the Mozart Concerto. The cadenzas, she explained, were by contemporary Finnish composer Kalevi Aho, not Mozart (whose cadenzas for the concerto have been lost). A demonstrative player, she swayed to the music during the orchestral sections, projecting both a warm, engaging personality and a daunting technique.

Bezaly, 35, has mastered the skill of "circular breathing" (inhaling into the lungs, then storing air in the mouth to use as needed). This allows her to spin very long lines and lent an extra level of expression to her performance. Aho's cadenzas spanned the flute register, from low to very high, sometimes polevaulting in between. His music was quite compatible with Mozart's and caused no stylistic "jarring."

Bezaly's 24-carat gold Maramatsu flute (custom built for her) was beautifully matched to both the concerto and the C Major Andante, a single movement work perhaps written for a flute concerto Mozart did not complete. Coming after the concerto, it served as a kind of built-in encore. The cadenza here, a lovely one by Mozart himself, was a display piece on its own terms.

Bezaly, who has recorded Mozart's Flute Concertos and his Andante for BIS, signed CDs for a long line of admirers at intermission. (Unfortunately, her Mozart CD did not seem to be available.)

Bartok's 1944 Concerto for Orchestra is the closest thing the composer wrote to a symphony. Written on his death bed, it is full of reminiscence and reflection. As a refugee from wartime Hungary, Bartok, who was world famous as both a composer and a pianist (he performed the U.S. premiere of his Piano Concerto No. 1 with the CSO under Fritz Reiner), spent his last five years practically penniless and unknown in New York City. The Concerto, his most popular work, is not merely a showpiece for orchestra but a repository of some of his deepest feelings.

Jarvi sought this dimension with the CSO Friday while leading a performance drenched in color and corporate virtuosity. The first movement, a solemn, almost creepy Andante followed by an aggressive Allegro vivace, featured sonorous strings (gutsy violins on their lowest string) and moments of stunning detail, such as the almost chamber music-like interaction between oboe and harp. The CSO's new seating arrangement, with the brasses along the back of the orchestra, allowed for clearer projection of individual instruments and sections.

Percussionist Bill Platt set a frisky tone on the drum for the second movement, "Game of Pairs," which featured pairs of instruments sounding at fixed harmonic intervals. The frolicky bassoons drew smiles, while the trumpets, muted and playing in seconds, felt like bee stings amid the swirling strings.

The Elegia, keystone and emotive center of the work, dripped with sorrow. Jarvi crafted an ineffable moment near the end when a faraway call by principal hornist Elizabeth Freimuth barely penetrated tremolo shudders in the strings.

The Intermezzo interrotto ("Interrupted intermezzo") was high hilarity tinged with bitterness as the famous quote from Shostakovich's "Leningrad" Symphony broke in on the gorgeous viola theme (a hymn of Bartok's native country). An extra layer of irony resides in the Russian composer having based his theme on "Maxim's" from Lehar's "The Merry Widow," a favorite song of Adolf Hitler.

The helter-skelter finale yielded the field back to the strings, who after a brief respite, surged with the full orchestra towards the almost painful fortissimo conclusion.

Repeat is 8 tonight at Music Hall.

Friday, September 21, 2007

CONCERT REVIEW: Järvi interprets Bartok

September 21, 2007

The Enquirer

By Janelle Gelfand


Paavo Järvi’s personal thoughts about Bartok’s “Concerto for Orchestra” cast the Cincinnati Symphony Orchestra’s performance this morning in a stunning new light.

In “First Notes,” projected on a large screen before the concert, Järvi remarked that the “Concerto for Orchestra” is a work with “so much heart and soul, that to treat it as just a brilliant masterpiece is absurd.”

So listening to it differently – as a personal evocation of the Hungarian composer looking back with emotion at the end of his life – was a revelation. On Friday morning, the orchestra sounded more spontaneous, visceral and precise than in their widely-hailed Telarc recording of the same piece.

The “Concerto for Orchestra” capped a program that included the debut of a virtuoso Israeli flutist, Sharon Bezaly, playing two gems for flute by Mozart, and Beethoven’s Overture to “Fidelio.” It’s unfortunate that only a small audience heard it.

There was something raw and heart-on-sleeve about Järvi’s reading of the “Concerto for Orchestra” this time around. The performance weighed biting, fierce outbursts in the outer movements against the extraordinary atmosphere of the “night music,” and every accent and detail came across vividly.

The first movement was intense and magnificently colored, from the depths of the basses to the ethereal flute motifs. The second movement, a showcase for pairs of instruments, was nicely balanced, despite the uneven brass chorale at its center. Bassoonists William Winstead and Hugh Michie added humor with their extroverted phrasing.

The heart of this work is the central movement, an elegy, and in Järvi’s hands it was the bleakest kind of dirge. The violins shivered, and the oboe solo by Dwight Parry was remarkable for its plaintive quality. Even though arresting, in the end it was too clinical and it left me unmoved.

But then came that amazing quotation of “Hungary, Gracious and Beautiful,” executed glowingly in the violas. And the finale was a tremendous ride, with bursts of energy in the great fugue. It was as good as I’ve heard this orchestra play and the crowd was immediately on its feet.

In the first half, Bezaly made her debut in Mozart’s Concerto No. 2 in D Major, K. 314, and the Andante in C Major, K. 315. Born in Israel, she lives in Sweden, and is clearly one of the brightest lights to emerge among flute virtuosos on the current scene.

She announced that her cadenzas (those flights of virtuosity played without orchestra) were by Finnish composer Kaija Saariaho. They were inventive and lyrical, with chirping humor that reminded one of “The Magic Flute.” (More from this composer please.)

Bezaly’s sound on her 24-carat gold flute was pure and bright, and her phrasing in the concerto had a spirit and life that is rare. Hers was not a big sound, but engaging and full of personality, and she played with a flawless technique.
The Andante was enchanting. Järvi kept textures light in the orchestra, and their collaboration sparkled.
Beethoven’s Overture to “Fidelio” was a satisfying opener, despite a few ensemble problems.

The concert repeats at 8 p.m. Saturday in Music Hall. 513-381-3300 , www.cincinnatisymphony.org.

Wednesday, September 19, 2007

Catching up with Paavo and the CSO

September 18, 2007

Cincinnati Post
By Mary Ellyn Hutton Post music writer


Frankfurt Radio Orchestra
Paavo Järvi conducted a multimedia presentation of Dvorak's "New World Symphony" wit the Frankfurt Radio Symphony in Frankfurt, Germany. It was one of the many gigs he has around the world, but he and his family make Cincinnati their home.

Paavo Järvi conducts around the world, but returns to Cincinnati's Music Hall, where he conducts the Cincinnnati Symphony Orchestra. The CSO started its season Friday.
"How natural and nice to come back," Paavo Järvi told a post-Cincinnati Symphony concert crowd in the Music Hall foyer Saturday night. "How much like home it is."
Järvi, 44, opened his seventh season as CSO music director Friday and Saturday with a festive program of Wagner and Beethoven.
He leads CSO concerts at 11 a.m. Friday, 8 p.m. Saturday at Music Hall in Bartok's Concerto for Orchestra and Mozart's Flute Concerto No. 2 with flutist Sharon Bezaly.
Järvi, who has been around the world since leaving Cincinnati in early May, is the CSO's first truly international conductor. At least since the advent of the jet plane, all previous CSO music directors have guest conducted outside Cincinnati. Most have had relationships with other orchestras, but none have had quite as many as Järvi.
In addition to the CSO, with whom he extended his contract last spring through August 2011 season, with an "evergreen" clause for automatic renewals, Järvi is music director of the Frankfurt Radio Symphony (through 2009 with option to renew), artistic director of the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen (through 2008 with option to renew), artistic advisor of the Estonian National Symphony (a flexible but important commitment solidified by his Estonian heritage) and beginning September, 2010, music director of L'Orchestre de Paris (calling for 14 weeks a year).
"Maybe I can do them all," he said half-seriously, over a quick lunch last week in his Music Hall office.
Having just returned from opening the season in Frankfurt Sept. 6 and 7 - shot out of a volcano, as it were, having led the German premiere of Estonian Erkki-Sven Tüür's aptly titled "Magma" - he conceded that "something will have to give." What it will be, however, "I'm not clear about yet."
What is clear that is that Järvi has the ability to keep up an astonishing pace. After closing the CSO season in May, he led three concerts with the Cleveland Orchestra, helped celebrate his father Neeme Järvi's 70th birthday with the Estonian National Orchestra in Tallinn and conducted in Paris, where his new appointment was announced.
He then embarked on a round-the-world tour with the Deutsche Kammerphilharmonie, which put him in Tokyo just in time for the July 16 earthquake, at Montreal's Ladauniere Festival for a three-day marathon conducting all nine Beethoven symphonies, at the Ravinia Festival in Chicago and in New York for the Mostly Mozart Festival. He toured with the Frankfurt Radio Orchestra in August.
Two new Järvi CDs were released, Beethoven's Fourth and Seventh Symphonies with the DK and an all-Tüür disc with the Estonian National Orchestra (Virgin Classics). The latter, which includes "Magma," a symphony with percussion featuring renowned percussionist Evelyn Glennie, was just named a record of the month by Gramophone and BBC Music magazines.
His latest CSO CD, Tchaikovsky's Symphony No. 6 ("Pathetique") and "Romeo and Juliet" will be released by Telarc Oct. 23.
It is a measure of Järvi's total immersion on the podium that he did not notice the earthquake, at least the first one, which happened during a DK rehearsal in Tokyo. "I saw my orchestra looking up and I looked back and saw the chandeliers going, but I was so involved that I actually missed the earthquake (6.8 on the Richter Scale centered in Niigata Prefecture northwest of Tokyo).
He did feel the second one, which took place during the concert that evening, he said. "You have this feeling that somehow you're not standing securely. Then you realize it actually might be an earthquake" (the performance did not stop).
Having several orchestras can have a "cumulative effect," said Järvi. While in Montreal, the management of the Ladauniere festival approached him about bringing the Cincinnati Symphony to the festival. "If we do a summer tour, it could fit in, which would be great."
Järvi is never really away from the CSO, he said. "When I'm on the road, I'm in touch all the time with Cincinnati. You can't just organize something and then come back a month later without having contact with home base. We're constantly on the phone. And when I'm here, I'm completely here."
When Järvi is on the podium, he is completely "there," too, which explains why, unlike some conductors, he does not address audiences from the stage.
"You have to get to the point where you are ready to perform a 90-minute symphony," he said
"The intense concentration that goes on beforehand should be very clear to the audience. They surely don't think you just walk off the street and kind of do the thing."
"Paavo's Notes," taped remarks projected onto a screen above the stage before the concert, have been implemented this season to help lessen the formality between Järvi and the audience.
Järvi explained how he prepares for concerts. "I come here (to Music Hall) as late as possible, the later the better. I sleep before the concert. I try not to talk to people. I'm trying to get into this world. It's not a particular routine. I just need to be alone, because then everything starts getting into place."
Since he became music director in 2001, Järvi's commitment to Cincinnati has grown, he said, especially in the extra-musical area. "I recognize that the orchestra is in a situation where we are gearing up for a major (capital fund-raising) campaign. I don't have any problem with being part of that activity.
"I don't do any fund-raising in Europe (where governments support the arts). A person taking a job in America has to understand that this is part of the job. On the other hand, the people who are running these orchestras have to understand that if it starts taking away from the time that goes into artistic issues, then you are working against yourself. There is always a balance."
Unfortunately, the CSO's most pressing need right now is money. "The loss we took in this recent stock market (decline) needs to be made up. It was a real blow." (The CSO endowment fell from over $90 million to the mid-60s before recovering to $74 million today.)
"People in Cincinnati have to understand that they don't have to support Paavo Järvi - they need to support the Cincinnati Symphony. Artistically, we are better now than we were ever before. It's a question of the major institution in this community that people need to support ... The support is there, actually. It just needs to be made up."
The CSO, long an industry leader in the earned income area - ticket sales, revenue from Riverbend (which the CSO owns) and events such as "Tall Stacks" - has put enhanced priority on donations and trying to cultivate "super donors."
"We are talking about gifts in the $50 million range, like an Annenberg gift in Philadelphia," Järvi said. (The Philadelphia Orchestra launched its $125 million endowment campaign in 2003 with $50 million from the Annenberg Foundation).
"We have to be able to financially get to the point where we are able to worry less about box office. In light of the fact that we have a very large hall (3,516 seats, largest concert hall in the U.S.) we are worried about box office too much."
One of Järvi's "big disappointments," he said, has been lack of understanding by the "larger Cincinnati audience" of the need to downsize Music Hall. "I understand their emotional response, but they don't understand the issue. Nobody wants to demolish it or build something else. There are things that need to be done in this hall." Despite his numerous commitments elsewhere, Järvi, a resident of East Walnut Hills, is in Cincinnati "much more in comparison to my other orchestras," he said. "My family lives here (wife Tanya and daughters Lea, 3, and Ingrid, whose first birthday is Wednesday). Lea goes to Montessori School here. Cincinnati is very much the center for us in our life.
"Even if I would have only one orchestra - and it would be Cincinnati - we would still travel for guest conducting. We would travel just because of being Estonian and wanting to go back to Estonia and spend some time so my kids can actually get to know it. I want them to speak Estonian."
Some of Järvi's very best friends are in Cincinnati, he said. "Most of them are on the (CSO) board. I have people who I really feel close to who have been extremely kind and not only in terms of the necessary business relationship.
"I'm very open, you know. If you go to Hyde Park Kroger at twelve o'clock at night you could run into me. It's the perfect time to shop because there is nobody there."

Inexorable flow - Article from FAZ am Sonntag in Frankfurt

Unaufhaltsamer Fluss

FAZ am Sonntag - Kultur
VON HARALD BUDWEG

Paavo Järvi dirigiert Erkki-Sven Tüürs "Magma" FRANKFURT. Der Begriff "Magma" könnte auch auf Programm-Musik verweisen. Doch er scheint ein treffend gewählter Titel für die vierte Sinfonie des estnischen Komponisten Erkki-Sven Tüür. Denn das 2002 konzipierte, bei einem Beitrag des hr-Sinfonieorchesters unterder Leitung seines Chefdirigenten Paavo Järvi zum "Auftakt"-Festival der Alten Oper gespielte Werk ist dadurch charakterisiert, dassTüürs Gespür für spannungsreiche Kontraste, ein Kennzeichen seinesPersonalstils, in ein Klangfluss-Kontinuum eingebunden wird, das ungeachtet zahlreicher Perkussionselemente den Eindruck von Flächigkeit hinterlässt. Tüürs Sinfonie ist eine Musik für umfangreichesSolo-Schlagzeug und Orchester und wurde der vorzüglichen Musikerin Evelyn Glennie sozusagen auf den Leib geschrieben. Die Solistin zeichnet sich durcheine zuweilen atemberaubende Behendigkeit spielerischer Aktionen, aber auchdurch eine differenzierte Geschmeidigkeit ihrer Technik aus. Beides steht in Tüürs Opus immer wieder im Mittelpunkt. Dennoch ist es keinSchlagzeugkonzert mit Orchesterbegleitung geworden. Die Solistin scheintvielmehr eingebunden in einen Prozess der Verflüssigung, Erstarrung, Verschmelzung, Verzweigung. Die pausenlos gespielten vier Abschnitte einer sinfonischen Form sind akustisch deutlich auszumachen,optisch zudem nicht minder eindeutig, weil Evelyn Glennie in jedem Abschnitt die Position für ihr jeweils unterschiedliches Instrumentariumwechseln muss. Dass der Komponist in jungen Jahren eine Rockgruppegeleitet hat, scheint in einem scherzoartigen Formteil seiner Sinfonie durch. Die Solistin traktiert hier ein "normales" Drumset aufabenteuerlich virtuose Weise. Sobald sie über die Bühne zur Marimbaschreitet, beginnt der vorletzte Abschnitt. Hier kommt die Musik erstmals zur Ruhe. Am Ende wird thematisch ein Bogen zum Beginn geschlagen. Das Werkklingt unspektakulär aus, ist aber dennoch ein facettenreiches,emotional packendes, in mancher Hinsicht polystilistisches und doch eigenständiges Musikstück. Nicht nur Evelyn Glennie erhielt für ihreexorbitante Leistung überaus herzlichen Beifall, auch der anwesendeKomponist wurde freudig begrüßt. Chefdirigent Paavo Järvi, der das Konzert mit Wagners "Meistersinger"-Vorspiel recht pauschal begonnen hatte,überzeugte nach der Pause mit einer konsequenten Interpretation der SinfonieNr. 1 c-Moll op. 68 von Brahms. Mit ausgefeilter Dynamik und klarem Interpretationsakzent auf Binnenstrukturen ging es dabeiweniger um die Frage, ob Brahms Beethoven weiterdenkt, sondern darum, welchenBeitrag er für die Entwicklung im 20. Jahrhundert geleistet haben mag.

FAZ am Sonntag

Paavo Järvi conducts Erkki-Sven Tüür's "Magma"by Harald Budweg FRANKFURT.

The term "Magma" could refer to program music. But itis a well chosen title for the fourth symphony of Estonian composer Erkki-Sven Tüür: the work (from 2002) that was nowplayed by hr-Sinfonieorchester under chiefconductor Paavo Järviat the "Auftakt-"Festival is characterized by Tüür's feeling forcontrasts that are full of tension - a mark of his personal style - that are integrated in a sound-flow-continuum thatleaves the impression of planeness inspite manypercussion-elements. Tüür's symphony is a music for big solo percussion and orchestraund was written for the extraordinary musician Evelyn Glennie. The soloist shows breathtaking agility in playful actions and adifferentiated suppleness of technique. Both often stands in themiddle of Tüür's opus. But nevertheless, it's no percussionconcerto with accompanying orchestra. The soloist is integrated in the process of liquidization, coagulation, melting andbranching. The four parts of the symphonic form that followwithout a pause are clearly indicated arcustically, opticallynot the less because Evelyn Glennie changes the position to the different instruments in every part. That the composer lead a rockgroup in younger years is obviousin the Scherzo-like part of his symphony. The soloist uses a"normal" drumset in this part in adventourous virtuoso way . When she moves over to the marimba, the last but one partstarts. Here, the music gets calm for the first time. In theend, there is thematically a return to the start. The workfinishes unspectacular, but it is a grapping, polystylistic and still independent piece of music. Not only Evelyn Glennie got alot of applaus for her exorbitnt work, also the composer gotvery friendly ovation. Chiefconductor Paavo Järvi who had opened the concert quite global with Wagner's "Meistersinger"-Vorspiel, convinced afterthe intermission with a forceful interpretation of symphony no.1 by Johannes Brahms. With sophisticated dynamics and a clearaccent in the interpretation on the inner structures, he was not so much focussing on the question whether Brahms continues thethinking of Beethoven, but which role Brahms played for thedevelopments in the 20th century.

CONCERT REVIEW: CSO opener electrifies

September 17, 2007
The Enquirer


BY JANELLE GELFAND

Awadagin Pratt’s explosive performance of Beethoven’s “Choral Fantasy” was an electrifying climax to an impressive opening night at the Cincinnati Symphony Orchestra.

Nothing was predictable about Paavo Järvi’s all-German program – in honor of Cincinnati’s German heritage – to open the orchestra’s 113th season. The first half, consisting of three superbly-played Wagner showpieces for orchestra, ended with a glowing Overture to “Tannhauser,” as the full splendor of the brass rang long after the cutoff in Music Hall’s space.

The second, all-Beethoven half included the May Festival Chorus in the orchestra’s first performance of “Calm Sea and Prosperous Voyage” and a gripping “Choral Fantasy.”

The “Choral Fantasy” is both sprawling and puzzling, with familiar themes that anticipate Beethoven’s Ninth Symphony. Neither piano concerto nor choral symphony, it opens with a cadenza for piano before it gathers steam to its pull-out-the-stops choral finish.

The May Festival Chorus and six soloists were stationed behind the orchestra, as Pratt summoned heaven and earth in his opening solo, a feat, after some initial unevenness, of fire and brilliance. The pianist, artist in residence at the University of Cincinnati College-Conservatory of Music, delivered a vivid, muscular performance, one that was adrenalin-charged, but with a tone that could also sing in lyrical passages.

His massive arpeggios were like bolts of lightning. The soloists – Helen Lyons, Samantha Staton, Soon Cho, Daniel O’Dea, Anthony Beck and William McGraw – performed admirably, and the choral sound was vibrant, while, the podium, Järvi made absolute sense of the work’s disparate parts.

“Calm Sea and Prosperous Voyage,” a choral gem tone set to Goethe’s words depicting a ship becalmed at sea, was a study in atmosphere and dynamic extremes. The chorus, prepared by Robert Porco, balanced discipline with irresistible exuberance.

In the first half, the brass section was arrayed across the back – horns centered – for maximum effect in the excerpts from Wagner’s operas. Järvi’s view in Wagner’s Prelude to “Die Meistersinger” was glowing as he weighed its intimate moments warmly against its great, noble themes in the brass.

“Forest Murmurs” from “Siegfried” had a magical, transparent atmosphere, as wind soloists wonderfully evoked the song of the forest bird who warns the hero in the opera’s second act. And the Overture to “Tannhauser” has rarely sounded so majestic. Unhurried, and spacious, it unfolded with breadth and power, as if taking a series of long, deep breaths. The orchestra played spectacularly, with sonorous brass, rich horn tone, colorful winds and nuanced strings.

Local favorites: Paavo Järvi

September 16, 2007
The Enquirer
By Janelle Gelfand

Local notables weigh in with their all-time favorite album and movie

Name: Paavo Järvi
Title: Cincinnati Symphony Orchestra music director
Residence: East Walnut Hills
Age: 44
Favorite disc: "Tüür: Magma" (Virgin Classics)
Artist: Percussionist Evelyn Glennie and the Estonian National Symphony Orchestra (Järvi conducting)
Why: "It's all new music by Erkki-Sven Tüür. If people think they know what classical music is, listen to this. This is more like a rock concerto, with Evelyn Glennie playing a drum set."
Favorite movie: "Children of Men," with Clive Owen, Michael Caine and Julianne Moore.
Why: "Mexican director Alfonso Cuarón is a good friend and our neighbor in London. I like that he takes something that is sort of surreal, but that has a real possibility of happening. It's not dealing with aliens, but it's a view of how our civilization can end up if we're not careful."

CONCERT REVIEW: Season opener a homecoming for Jarvi, CSO

September 15, 2007

Cincinnati Post
By Mary Ellyn Hutton Post music writer

It felt like home at the Cincinnati Symphony's opening concert of the season Friday night at Music Hall.
The 113th season, to be exact, and music director Paavo Jarvi was on the podium after an absence of four months.
He was on a screen above the stage, too, for a new edition of "Paavo's Notes," taped comments by Jarvi on the music to be performed. (The CSO got it right this year after a trial run last season on plasma screens that were too small for most people to see.)
Welcoming Jarvi back had added meaning this season in light of his contract extension last spring. He is now committed to the CSO through August 2011, with an "evergreen" provision for annual renewals after that. His affection for the orchestra, which he has led now for six seasons, was evident, not only in the manner in which the musicians responded to him, but in the warmth he extended to them afterward. As he accepted the accolades of the crowd (a very respectable one for the 3,516-seat hall), he turned to the players, saluted them all and walked into the sections, clutching every hand he could reach.
The music Jarvi selected for the concert had everything to do with the evening's success. He opened with Wagner and closed with Beethoven, two giants of the canon that mesh naturally with the CSO's German romantic tradition.
The choice of guest artist was perfect, too - one of Cincinnati's "own," pianist Awadagin Pratt, a faculty member and artist-in-residence at the University of Cincinnati College-Conservatory of Music.
Pratt was soloist in Beethoven's Fantasia for Piano, Chorus and Orchestra ("Choral Fantasy"), a festive work that heightened the concert's celebratory spirit. Joining him and the CSO were the May Festival Chorus and six vocal soloists, sopranos Helen Lyons and Samantha Staton, mezzo-soprano Soon Cho, tenors Daniel O'Dea and Anthony Beck (current or former CCM students) and baritone William McGraw of the CCM faculty.
Jarvi begin with Wagner's Prelude to "Die Meistersinger," followed by "Forest Murmurs" from "Siegfried" and the Overture to "Tannhauser." He paced "Meistersinger" beautifully, saving the apex for the final statement of the majestic "Meistersinger" theme, which he prepared with a climactic ritard.
"Forest Murmurs" from "Siegfried," the third opera of Wagner's "Ring" cycle, was a special treat since it is less often heard on orchestra programs than the other two Wagnerian selections. Some of the orchestra's newest members, principal oboist Dwight Parry, associate principal flutist Jasmine Choi and associate principal clarinetist Jonathan Gunn, were given the chance to shine here as the Forest Bird and other sylvan creatures who serenade the young Siegfried as he lies beneath a tree dreaming of the mother he never knew.
Jarvi sought maximum drama in the "Tannhauser" Overture, from the opulence of the "Venusberg" music to the barest tracery of strings signaling the return of the "Pilgrim's Chorus and the work's final, over-the-top conclusion.
There was a CSO premiere after intermission, by Beethoven no less, his brief (seven-minute) cantata "Calm Sea and Prosperous Voyage." The full chorus sang with a reduced orchestra, achieving an uncanny pictorial effect. Jarvi can summon the softest, yet most clearly defined sound from an orchestra (or chorus) this listener has ever heard. "Calm Sea" (in the sense of becalmed, therefore windless and menacing) unfolded almost inaudibly but with pinpoint accuracy, broken by a couple of terrifying high A's. As the breeze wafted up through the low strings, there were shouts of joy in the chorus as the ship made its way again over the sea.
Pratt, an artist of distinctive temperament, made the "Choral Fantasy" his own. He dug into the cadenza-like opening with sweep and passion, often tapping his foot on the floor and applying liberal pedal for a huge sound. The variations with orchestra that followed were characterful and drenched in color, despite a few moments of wobbly ensemble (Jarvi seemed taken by surprise at one point). Pratt is a compelling performer, however, and he was sometimes almost an orchestra unto himself.
The soloists acquitted themselves well, as the did the chorus, which lit up the hall as they intoned the familiar theme (familiar, that is, for its similarity to the "Ode to Joy" melody of Beethoven's Ninth Symphony). It was a stirring moment and Jarvi, Pratt and the CSO kept the momentum going for an all-stops-pulled finale, signaling an auspicious start to the new season.
Repeat is 8 p.m. tonight at Music Hall. Note: for an extra treat, don't miss "roving (CSO) violinist" Stacey Woolley at intermission, who took requests, ranging from Bach to "My Old Kentucky Home."

Symphony marches in to help band's trip

September 13, 2007

The Enquirer
BY JANELLE GELFAND

The Lakota West marching band is getting a little help from the Cincinnati Symphony Orchestra in its quest to be Southwest Ohio's first high school band to march in the Rose Parade on New Year's Day.
The Cincinnati Symphony is pitching in to give an unprecedented concert next month to benefit a public school band program.
Paavo Järvi will take the orchestra out of Music Hall for the first regional concert in his six-year tenure for a fundraiser on Oct. 9 to benefit the Lakota West and Lakota East band programs. Proceeds from the concert, to be held at Lakota Freshman School in West Chester, will help 300 members of the Lakota West Marching Firebirds make the 2,000-mile trip to Pasadena to play in the Tournament of Roses Parade.
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The concert will also help fund Lakota East's band trip to Hawaii to perform in the November 2008 Waikiki Holiday Parade and perform at the USS Missouri Battleship. The parade coincides with the 67th anniversary of the attack on Pearl Harbor.
The orchestra says it is the first time it has performed a fundraising concert for a school music program. It's a "symbolic show of support," Järvi said Wednesday in Music Hall, where he'll open the symphony's 113th season this weekend.
"Music departments in schools are a dying breed in a way, and I think it's very important to support them," he says.
When the orchestra approached them, "we were flabbergasted," says Lakota West's band director, Greg Snyder.
"The symphony has been a role model in our band program," says Snyder. "Many symphony musicians teach our kids in private lessons. To have Paavo in our little auditorium - it's a far cry from Music Hall. It's just unbelievable."
Snyder says the band students think "it's really cool" that the orchestra will be performing music by Richard Wagner because, coincidentally, the band has been marching to the German composer this fall.
"Our fall competition show is 'Music of Wagner,' that we're doing out on the field. The kids are really excited to find out how it's supposed to sound," Snyder says.
Band boosters have raised about $80,000 toward a $400,000 goal in order for the Firebirds to play in Pasadena, says Rick Shively, chairman of the Rose Fund. The total cost of the trip, including $154,000 in new sousaphones and other instruments, is $1 million.
Private sponsors are underwriting the approximate $5,000 in costs to transport the Cincinnati Symphony's musicians and musical instruments to West Chester. The concert will be hosted by the Lakota Upbeat Club Inc., the parent band-booster club.
The Lakota Local School District serves West Chester and Liberty Townships, and is the seventh-largest public school district in the state, with enrollment of more than 18,000 students.

On stage or field, it's about a leader and his players


September 9, 2007

Enquirer
BY MARK CURNUTTE


Paavo Järvi became the 12th music director of the Cincinnati Symphony in September 2001.
He conducts an orchestra of 100 headstrong, talented people. Järvi's task, like that of Bengals head coach Marvin Lewis, is to get all of the people beneath him pulling in one direction.
Järvi needs to blend the talents of individual musicians and the orchestra's various sections.
Lewis needs to blend the talents of 53 players and the team's three major components - offense, defense and special teams.
In 2006, the Bengals lost their last three games. It was a season marked by inconsistency across the team.
It was comparable to an orchestra in which the brass section is flat during one performance and the strings scratch the next.
Born in Estonia, Järvi played soccer. He knows little about the finer points of American football but has attended Bengals games at Paul Brown Stadium.
He appreciates the leadership position Lewis commands and sees parallels between his job and the role of NFL head coach.
Question: Do you follow American football?
Answer: Where I come from, soccer is called football. I try to understand the nuances of the game. I like watching it. On one hand, it is a physical game, a power game. On the other hand, I always try to figure out how they communicate. Brute force is nothing by itself without strategy. I always wonder what Marvin Lewis is hearing in his headset and what he is saying.
Q: Do you feel a sense of kinship with Lewis?
A: I think it is exactly the same thing, what he does and what I do, just different nuances. He is trying to get his team to play their best. I am trying to get the orchestra to play its best.
Q: How do you motivate your players? Do you think it's similar to how Lewis motivates his?
A: In the old world, fear is the greatest motivator. Artistically, fear alone is not going to get you anywhere. In sports, you probably need some fear, fear of losing your job. People who lead need to develop trust. The people you lead have to trust your direction. If you say enough stupid things that make no sense, they will not trust you.
When everything is said and done, people want to do their best. Fear alone can be paralyzing. My job is to try to empower each individual. Nothing is better than a good performance: "We did this well. We won the game." You want to go out and do it again and have more confidence when you go out.
Q: How do you think professional musicians and professional football players might be similar?
A: They are incredibly accomplished in their fields. There is a certain amount of self-pride. I have 100 musicians. One needs a friend. One needs a teacher. One needs a dictator. One needs a mother. And you must respect each individual.
Q: In the way the quarterback is the most important player on the field, who is the most important person in an orchestra?
A: The concert master, the first violinist. But an orchestra, like a football team, has so many sections. There are strings (and) woodwinds. You have brass and percussion. There are a lot of leaders in an orchestra. The principal oboist is the moral authority of the wind section. The principal violinist has the authority to serve as the go-between for the orchestra and conductor.
Q: Football teams lose games. What is the comparison for an orchestra?
A: We are constantly reviewed publicly. No matter how well we play, we are judged, often harshly, in public. A bad review can be just as devastating for an orchestra as a loss for a football team. It is painful. But the individual is often the harshest critic of himself.
Q: Both you and Lewis judge talent, right?
A: I have been hired for one basic criterion - to judge quality. A coach or conductor is hired to be the ultimate judge of what quality is. At this level, I don't know of a musician who wants to play badly. I don't know if there is a football player who wants to play badly. The most difficult decision is what to do with the person who is unable to keep up.


CONCERT REVIEW: Frankfurt Radio opening night 2007

Kultur nach Maß

07 September 2007

hr-Sinfonieorchester mit Werken von Wagner, Brahms und Erkki-Sven Tüür

Zum Auftakt seiner aktuellen Spielzeit hat sich das hr-Sinfonieorchester Frankfurt wieder ein Komponisten-Porträt vorgenommen. In diesem Jahr ist es Erkki-Sven Tüür, Jahrgang 1959. Er gilt neben Arvo Pärt als der estnische Komponist mit der größten internationalen Bedeutung. Zu seinen Werken gehören Arbeiten aus fast allen Genres, vom Orchesterkonzert über Oratorien bis hin zu Film- und Bühnenmusik. In seiner Heimat wurde der Komponist als Keyboarder und Sänger der Rockgruppe „In Spe“ bekannt. Seine 4. Sinfonie „Magma“, die nun in der Alten Oper gespielt wurde, geht auf eine Initiative der Schlagzeugerin Evelyn Glennie zurück, die hier auch als Solistin zu hören war.Das Werk entwickelte sich in kontrastreichen Schritten innerhalb seiner vier Abschnitte ständig weiter, markante Motivwiederholungen ließen sich immer wieder durchhören, so dass die Struktur der Komposition sehr klar erschien. Eine angeregte Kommunikation entstand zwischenzeitlich zwischen Glockenspiel und Flöten, später zog ein gewittriges Grollen auf, das sich öfter wiederholte. Scharf abgegrenzte, abwechselnde Rhythmen ließen das Stück ausgesprochen vielseitig erscheinen. Oftmals wurden die Streicher als nervenaufreibendes Bollwerk verwand, dazwischen kamen zarte Einwürfe des Marimbaphons, das sich zu rasanten Läufen und Wirbeln verstieg. Der letzte Abschnitt erhielt durch den Einsatz von Bongo-Trommeln und das Pizzikato der Kontrabässe einen tänzerischen, vorwärts treibenden Charakter. Interpreten und der anwesende Komponist erhielten in der Alten Oper anhaltenden Applaus.Mit diesem Konzert startete das hr-Sinfonieorchester unter Leitung von Paavo Järvi auch seinen Brahms-Zyklus zum 175. Geburtstag des Komponisten. Zu Beginn erklang die 1. Sinfonie. Dem Orchester gelangen hier üppig strahlende Klangfarben, sanft schwebendes Holz auf weichem Grund der Streicher fiel im Satz Un poco allegretto e grazioso auf. Später überraschten die Streicher mit fast unhörbarem Pizzikato, bevor das gesamte Orchester zu einem wirkungs- und kraftvollen Finale ansetzte. Zuvor schwelgte der große Apparat noch im Meistersinger-Vorspiel von Richard Wagner und steigerte sich geradezu spiralförmig in den harmonischen Überschwang des Stückes hinein.Veröffentlicht im Main-Echo

"MAGMA" - Editor's choice in the Gramophone!

"There is much of the cosmic in the work of Erkki-Sven Tüür. Worlds seem to shift and occasionally collide, and his monumental Fourth Symphony is inexorably compelling, not least thanks to the virtuoso percussion playing of Evelyn Glennie. A rather awesome disc.
Tüür. Worlds seem to shift and occasionally collide, and his monumental Fourth Symphony is inexorably compelling, not least thanks to the virtuoso percussion playing of Evelyn Glennie. A rather awesome disc. "

Brahms Cycle


Here is a poster for the upcoming BRAHMS Cycle in Frankfurt!

Tuesday, September 04, 2007

CD REVIEW: TŰŰR - MAGMA


From The Times

August 4, 2007

By RICK JONES

Volcanic is an apt description of percussionist Glennie’s performance of Tüür’s Fourth Symphony. She is elemental, dangerous, volatile and hot, not least in the drumkit cadenza where she powers away from the orchestra like a muscular, flailing drummer from the days of rock virtuosity. But where the rocker stays behind his kit all night, this beat poetess is soon on to a cool bongo solo and from there to hard-skinned rototoms or golden marimba, alongside the heaving, primal swell of low brass and still strings.
The disc also contains Tüür’s Igavik and Inquiétude, featuring the hard, hungry and exciting voices of two Estonian choirs. They, though, are lesser eruptions beside the live volcano of her rhythmic ladyship.

Opening of the season in Frankfurt!

The season opening is here! Concerts on September 6 and 7. Alte Oper, Frankfurt. Don't miss this wonderful program!

CD REVIEW: TŰŰR - MAGMA

MAGMA -
New Music from Estonia
by John Clare, WITF's Afternoon Host for Classical Air

Erkki-Sven Tüür
is one of those composers I always keep an eye out for new music. I still remember hearing his first ECM CD back in the early 90s. He has a sense of tradition as well as the modern: almost a mix of baroque, serialism and minimalism! Tüür has a new release out on the Virgin Classics label that includes his 4th Symphony “Magma” – featuring percussionist Evelyn Glennie. It basically is a percussion concerto, but there is nothing basic about it. It aptly fits the cover and title of Magma – ranging from physical drive and dynamics to lighter, brighter almost rock sounds. There are also a couple of orchestra and choral works on the CD, amazing sound & word paintings, and the work I’ll play Tuesday was written in honor of the composer’s father and dedicated to Arvo Pärt: The Path and the Traces. Sitting down to listen to this disc was a real joy – both discovering new music and hearing Paavo Järvi lead the Estonian National Symphony Orchestra.

More on Magma- Dick Strawser, Music Director & Evening Host of WITF’s Classical AirThe Estonian composer, Erkki-Sven Tüür, is one whose name I’ve seen, whom I’ve read about and who writes music that is always highly acclaimed, but I have to admit I’ve never heard any of his music before (and I don’t really know why that is.) He’s 48 and so of a younger generation of composers than the most famous Estonian composer, Arvo Pärt, whose music I know well and love very much. And so I sat down to sample this disc with some concern: will I like him (or rather, his music – or specifically, the pieces on this recording) in his own right or dismiss him as an imitator of Pärt? I had no idea what to expect.“The Path & the Traces” was captivating – in a sense that I found the music so involving and so demanding of my attention (not that it’s difficult to listen to) that I had to stop doing what I was doing and just LISTEN. In the background of the piece (which I think does help to understand it for someone new to this composer’s style), he writes it had been composed while vacation on the ancient island of Crete where he heard some Greek orthodox chant in a cathedral with great archways that began inspiring in his inner mind a great sweep of music. Two other things I would note. It was composed as an homage to Arvo Pärt on his 70th birthday, a composer who opened up many new paths for composers in Estonia (and elsewhere). When Tüür began the work, he knew his father was dying and so the beginning bears traces of that struggle for life that might bring to mind Richard Strauss’ “Death & Transfiguration.” By the time he was completing the work, his father had passed away, so the peaceful ending becomes a beatific farewell.“Magma,” the disc’s title piece, is a percussion concerto he calls his Symphony No. 4 – a composer can call his own music whatever he wants: others have done it before, so why not? It opens with a suitably eruptive force in the orchestra and continues with an often glittering array of percussive effects that engage the imagination, sort of like listening to musical fireworks. And John’s comment (above) about “rock sounds” made me chuckle: rock music, certainly; flowing with a relentless force like lava, definitely!You can hear Tüür’s Symphony No. 4 – Magma – on Thursday evening (Sept 6th) during the 8:00 hour and figure it out for yourself.The liner notes also make an important distinction between Erkki-Sven Tüür and the older composer Arvo Pärt. We often talk about Classical and Romantic beyond the idea of the 18th Century Classical Style and the 19th Century Romantic Style. Apollo is the Greek god of order and symmetry, among other things, and an artist who is more concerned with the cleaner textures and formal structures of art – the intellectual process of art, perhaps – would be considered “Classical.” On the other hand, there’s Dionysos, the Greek god of wine whose emotional and often messy response, like one a little too much under the influence, may not seem to have any structure at all. This would be a hallmark of “Romanticism” – think of Berlioz, speaking of “messy” and “influence,” in his Symphonie fantastique. So in one sense, Pärt is the Apollonian Estonian with his more simplified, greatly reduced (minimalist) style, while Tüür is the Dionysian Estonian who may seem the opposite of Pärt and his pseudo-medieval style but in many respects has explored the emotional side of the same prism that perhaps he would never have been able to without Pärt leading the way.While he still owes something of his 21st Century sound-world to the previous generation, Tüür does it in such a way without sounding derivative or purely imitative. To me, he’s an exciting new voice and I’m excited to discover him, finally.