Monday, June 28, 2010

Transparentes Heilsversprechen

Rheingau-Festival
Frankfurter Rundschau
Von Gerd Döring


Mahler zum Vierten - seit 2007 spielt das hr-Sinfonieorchester zum Auftakt des Rheingau-Musik-Festivals eine der Sinfonien des Spätromantikers. Paavo Järvi knüpft hier an eine große Tradition an, hat doch jenes Orchester in den Jahren 1974 - 1990 unter dem Dirigenten Eliahu Inbal wesentlich zur Wiederentdeckung Mahlers beigetragen. Nach den Sinfonien 3, 5 und 9 nun also die "Auferstehungssinfonie".

"Man wird", so schrieb Gustav Mahler über seine monumentale zweite Sinfonie, "mit Keulen zu Boden geschlagen und dann auf Engelsflügeln zu höchsten Höhen getragen." Das ambitionierte Werk hat den Komponisten über lange Jahre beschäftigt. Sein Ringen mündete in eine fünfsätzige Sinfonie mit turmhoch sich aufbauenden Klängen und einer innigen Verschmelzung von Gesang und Orchester.

Von 1891-1897 war Mahler Erster Kapellmeister am Hamburger Stadttheater und in dieser Zeit vertonte er die von Clemens Brentano und Achim von Arnim zusammengestellte Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn", die er auch in die zweiten Sinfonie integrierte. In Satz drei klingt "Des Antonius von Padua Fischpredigt" an, Satz vier enthält das Wunderhorn-Lied "Urlicht", und das Chorfinale mündet in einen von Mahler neu betexteten Klopstock-Choral, der den durchgerüttelten Zuhörer mit der tröstlichen Versicherung entlässt: "Aufersteh´n , ja aufersteh´n wirst du...".

Zum Festival-Auftakt ist eine Aufnahme des Orchesters mit Mahlers Zweiter bei Virgin Classics erschienen mit den Gesangssolistinnen Natalie Dessay und Alice Coote und dem Chor Orfeón Donostiarra. Man konnte sich also schon zu Hause einstimmen mit einer bemerkenswert schlüssigen Einspielung.

In heikler Akustik


Das so ausufernde Werk, das klanglich einen weiten Bogen schlägt, beeindruckt in Järvis Interpretation auch im Rheingau mit funkelnder Klangsinnlichkeit, aber auch mit Passagen von sachter, lyrischer Heiterkeit. Die Stimmen des Chores klingen bei weitem nicht so samten wie die der baskischen Sänger auf der CD und auch die beiden Solistinnen Camilla Tilling und Lilli Paasikivi erreichen nie die Intensität von Dessay und Coote, bewältigten ihren Part angesichts der heiklen Akustik aber mit Bravour.

Das so vielschichtige Werk wird vom Orchester mit bemerkenswerter Transparenz und Detailschärfe umgesetzt. Sicher, zuweilen lässt auch Järvi die Zügel schießen und dann erschüttert der geballte Einsatz von Schlagwerk und Posaunen die Mauern. Aber über weite Strecken widersteht der Dirigent aus dem nordischen Estland einer zu flackernden Interpretation der Sinfonie und lässt sein Orchester austariert und transparent musizieren.

Mit fabelhaften Einsätzen überzeugen vor allem die Bläser, allen voran die Holzbläser, aber auch Posaune und Horn und selbst die Tuba muss hier erwähnt werden, die den "Ländler" im zweiten Satz mit Grandezza grundiert. Und auch das Wetter spielt an diesem Frühsommerabend mit - Mahlers Heilsversprechen klingt in der von Wärme und Sonnenlicht durchströmten Basilika noch überzeugender.

Das Konzert im Fernsehen: 3sat, 3. Juli, 20:15 Uhr.

Paavo Järvi eröffnet mit Mahler Rheingau Musik Festival in Kloster Eberbach

Wiesbadener Tagblatt
27.6.10
Von Axel Zibulski

Die erste Attacke der Cello-Gruppe kommt beherzt. Dann ein besonders lang gehaltenes Tremolieren der übrigen Streicher: Eher breit und doch unerhört zupackend eröffneten Paavo Järvi und das hr-Sinfonieorchester ihre Interpretation von Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 2 c-Moll in der Basilika von Kloster Eberbach, zugleich gewichtiges Startsignal für das 23. Rheingau Musik Festival.


Und so klang der Anfang von Mahlers etwa 90 Minuten dauernder Sinfonie auch wie ein Ausloten des Raumes: Wie viel Dramatik, auch Drastik verträgt die hallreiche Basilika gerade noch, ohne Strukturen, Transparenz, gestischen Gehalt zu verschleiern? Paavo Järvi kennt Eberbachs akustische Verhältnisse mittlerweile bestens. Seit 2007 ist er als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters dort für die Festival-Eröffnung verantwortlich. Järvi, der mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in den vergangenen Jahren eine viel beachtete Gesamtaufnahme der neun Beethoven-Sinfonien vorgelegt hat, scheut auch im Rheingau das Zyklische nicht.

Hier sind es die Sinfonien Gustav Mahlers, denen er sich regelmäßig zuwendet; nun, im 150. Geburtsjahr des Komponisten, also Mahlers 1895 in Berlin uraufgeführte „Auferstehungs“-Sinfonie mit zwei Vokalsolistinnen sowie den Chören des Bayerischen und des Norddeutschen Rundfunks. Doch zyklisch bedeutet bei Järvi alles andere als buchhalterisch, und der Zugang zu einem Werk wie Mahlers zweiter Sinfonie, die Järvi vor gerade gut einem Jahr in der Alten Oper Frankfurt interpretiert hat, fällt weniger dogmatisch aus, als dass er sich dem Raum anpasst: In Eberbach klang die Sinfonie gerade auch deshalb so gut in die Basilika-Mauern eingepasst, weil Järvi mit ihnen tönend spielte, Kulminationen im ersten, auch im vom Chor verstärkten fünften Satz ungebändigt explodieren ließ, ohne es ansonsten zwischen den Steinen diffus wummern zu lassen.

Glasklar und messerhscarf ausformuliert

Was Järvi, durchaus subjektiv in seinen Betonungen und Pointierungen, wichtig schien, war nämlich glasklar und messerscharf ausformuliert. Zum Beispiel die in sich drosselnder Zählzeit regelrecht ausgebremste, abfedernde Ländlerthematik des zweiten Satzes, warm, weich und ein wenig weltverloren von den hr-Streichern ausgestaltet.

Wie eine Täuschung wirkte der fast schon idyllisch an diesen Satz gehängte Pizzicato-Schluss, weil Järvi umso unmittelbarer und fast schmerzhaft die Pauke zum pausenlos folgenden Scherzo-Beginn dagegen schnitt – nur einer der zahlreichen, die Extreme auslotenden Momente dieser Aufführung, mit der Järvi Ohr und Seele zugleich bannte.

Zudem: Wann hat man dieses Scherzo, eine Art instrumentaler Paraphrase von Mahlers eigenem Lied „Des Antonius von Padua Fischpredigt“, so wuchtig, angespannt und drückend gehört, dass sich danach das gesungene „Urlicht“ erst recht als Entrückung ins Sphärische absetzen konnte?

Unprätentiöse Solitstinnen

Järvis Rauminszenierung fiel noch einmal besonders suggestiv in den Fernorchester-Passagen des Finales aus, von jenseits der Basilika-Mauern hereinwehende Marschfetzen wie in einer Traum-Groteske. Danach formten der Chor des Bayerischen Rundfunks und NDR Chor den Schlusstext vom „Aufersteh’n, ja Aufersteh’n“ als glockige, klare, reine Apotheose kongenial zum exzellent disponierten hr-Sinfonieorchester aus. Eher unprätentiös die beiden Solistinnen Camilla Tilling (Sopran) und Lilli Paasikivi (Mezzo), groß am Ende die Begeisterung in der vollbesetzten Basilika von Kloster Eberbach.

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/rheingau/eltville/9077588.htm

Thursday, June 17, 2010

Monday, June 14, 2010

Paavo Järvi dirigeerib taas oma orkestreid Saksamaal

Priit Kuusk
12.06.2010
uudised.err.ee

Dirigent Paavo Järvi juhatab juunikuul oma saksa orkestreid nii Saksamaal kui ka Austrias. Pärast kontserte Orchestre de Paris’ga juuni alguspäevadel asus Paavo Järvi tegutsema Bremeni Deutsche Kammerphilharmonie ees. Kolme varieeruva kavaga on kontserdid orkestri kodulinnas, Viinis ja Düsseldorfis.

7. ja 8. juunil mängis Deutsche Kammerphilharmonie Bremeni esindussaalis "Die Glocke" ning Viini Kontserdimajas. Ühes ja samas programmis oli Jean Sibeliuse Viiulikontserdi solistiks venelanna Viktoria Mullova, kava avanumbriks Ludwig van Beethoveni avamäng "Maja sisseõnnistamise puhul", kontserdi teises pooles Beethoveni Sümfoonia nr 5.

Eile tehti avalik kontserdiproov Bremenis õpilastele, täna mängitakse aga juba Düsseldorfi mainekas Tonhalles: Beethoveni nimetatud avamäng, Beethoveni Viiulikontserdi solistiks on nüüd Paavoga palju koos esinenud ja tunnustust võitnud noor hollandlanna Janine Jansen. Robert Schumanni mälestusaasta pühendusena kõlab tema "Rheini sümfoonia" (nr 3).

17. ja 18. juunil on Paavol kaks kontserti Frankfurti Raadio Sümfooniaorkestriga: Valsid Richard Straussi ooperist "Roosikavaler", Franz Schuberti ja R. Straussi laulud orkestriga, esinemas kuulsamaid saksa baritone Matthias Goerne (orkestri selle hooaja resideeriv solist), ja orkestrinumbrid Richard Wagneri ooperitetraloogiast "Nibelungide sõrmus".

Ilmselt ei jõua Paavo Edisoni plaadiauhinna pidulikule kätteandmisele 18. juunil Hollandis Scheveningenis, kuhu koos temaga peaks tulema ka viiuldaja Janine Jansen. Edisoni Fondi peaauhinnana on elutöö preemia väärinud märtsis oma 85. sünnipäeva tähistanud helilooja-dirigent Pierre Boulez.

27. juunil on TV programmis Arte võimalik näha Paavo Järvi juhatatud pühenduskontserti Robert Schumannile Deutsche Kammerphilharmonie’ga. Pärast menukat Beethoveni suurprojekti alustab Paavo orkestriga ka Schumanni sümfooniate plaadistamist.

http://uudised.err.ee/index.php?06206794

Friday, June 11, 2010

Pulsierende Energie statt Bedeutungsschwere

Daniel Ender / DER STANDARD, Printausgabe
10.6.2010


Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen gastierte im Wiener Konzerthaus

Wien - Restlos überzeugende Aufführungen sind im klassischen Konzertbetrieb ähnlich selten wie Interpreten, die sämtliche Anweisungen der Partitur genauestens erfüllen. Noch rarer ist nur noch der Fall, dass beides gleichzeitig stattfindet. Dass die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter ihrem künstlerischen Leiter Paavo Järvi diesem Ideal so nahe kommt wie nur wenige Orchester, die ganz Großen eingeschlossen, hat sie in den letzten Jahren vor allem mit Beethoven bravourös demonstriert.

Davon kann man sich inzwischen anhand aller neun Symphonien, die vergangenes Jahr auch bei den Salzburger Festspielen zu hören waren, auf CD überzeugen (Sony/RCA). Im Wiener Konzerthaus trat die basisdemokratisch organisierte Formation am Dienstag mit Beethovens 5. Symphonie an: Akkurat und voller pulsierender Energie, ganz anders als der bedeutungsschwere Brocken, als der das Werk sonst häufig erklingt, sondern voller Esprit, der sich trotz schlanker Tongebung auch als enorme Schlagkraft manifestieren konnte. Da gab es kein Sforzato, das nicht passgenau eingefügt worden wäre, keine dynamische Abstufung, die gefehlt hätte.

So war etwa auch das Fagott-Fortissimo in der Reprise des ersten Satzes (wie sonst fast nie) als solches zu erkennen, die ausgedehnte, huschende Pianissimo-Passage im Scherzo tatsächlich so lange im leisesten Bereich angesiedelt, wie es Beethoven vorschreibt, was in den letzten Takten ein fulminantes Crescendo ermöglichte.Und das Presto im Finale wurde so ruppig akzentuiert, dass es seine ganze treibende Kraft entfalten konnte - und nicht wie häufig nach Stillstand roch.

Zuvor hatten die Bremer Beethovens Ouvertüre Die Weihe des Hauses mit unerhörten Schärfen ausgestattet - und mit Sibelius' Violinkonzert überrascht. Mit Viktoria Mullova als zugleich innig und zurückhaltend, aber nie verhalten spielender Solistin erschien es als fragiles, mit experimentellen Klängen hantierendes Gebilde voller Herbheiten, bei denen Järvi ebenfalls Extreme auslotete. Und als das Orchester bei Sibelius' zugegebener Valse triste fast schon unhörbar wurde, war die Luft zum Zerreißen gespannt.


Thursday, June 10, 2010

Wednesday, June 09, 2010

Narration et construction

Simon Corley
ConcertoNet.com

http://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=6603

Paris
Salle Pleyel
06/02/2010 - et 3* juin 2010
Bohuslav Martinů : Les Fresques de Piero della Francesca, H. 352
Ludwig van Beethoven : Concerto pour piano n° 5, opus 73
Antonín Dvorák : Symphonie n° 9 «Du nouveau monde», opus 95, B. 178

Radu Lupu (piano)
Orchestre de Paris, Paavo Järvi (direction)


Martinů à l’Orchestre de Paris? Le précieux moteur de recherche permettant d’explorer ses archives révèle qu’en plus de quarante ans, une seule des six symphonies du compositeur tchèque y a été programmée, la Sixième, en... décembre 1968! Avec l’arrivée en septembre prochain de Paavo Järvi au poste de directeur musical, tous les espoirs sont permis: outre le fait que son père, Neeme, en a réalisé une intégrale fort estimable pour Chandos, il a lui-même déjà enregistré la Deuxième (Telarc), qu’il a présentée en 2005 avec le Philharmonique de Radio France (voir ici), et propose dès aujourd’hui Les Fresques de Piero della Francesca (1955), premier de ses trois ultimes triptyques symphoniques (suivi des Paraboles et des Estampes), dont aucun n’était jusqu’alors entré au répertoire de l’Orchestre de Paris. La réalisation se révèle toutefois moyennement convaincante, plutôt lente et compacte, donnant l’impression d’avancer séquence par séquence, manquant d’élan mais peut-être surtout de sens de l’évocation. Mais tout cela est sans doute pardonnable, tant les sortilèges de l’orchestration de Martinů gagnent à s’échapper du disque pour se déployer dans une salle de concert.

La suite de la soirée revient à des œuvres nettement plus familières: combien de fois aura-t-on entendu cette saison dans la capitale le Cinquième concerto (1809) de Beethoven? Pas moins de quatre pour la seule salle Pleyel, car après Daniel Barenboim en février (voir ici) puis Nicholas Angelich en avril (voir ici) et cinq jours avant Brigitte Engerer, Radu Lupu a également choisi cet «Empereur»: autant de personnalités différentes qui se confrontent de manière passionnante alors qu’un tel ressassement aurait pu finir par lasser. Impossible en outre de faire la fine bouche quand il s’agit du pianiste roumain, dont les apparitions, si elles ne sont pas rares, restent néanmoins toujours attendues. Plus impassible que jamais, il se cale bien au fond de son habituelle chaise, mais on peine à le reconnaître dans ces traits imparfaits, dans ces hésitations et arrêts, dans ces libertés prises avec la partition, volontaires ou non, qui alternent avec une lecture assez scolaire. L’entente avec l’orchestre se fait moins dans la mise en place que dans une écoute mutuelle et un dialogue d’esprit chambriste, le soliste s’effaçant à de nombreuses reprises pour laisser s’exprimer les bois. C’est dans l’Adagio un poco mosso que s’épanouit le mieux cette vision que certains jugeront modeste, d’autres démotivée: en décalage complet avec les tutti que Järvi fait retentir de façon martiale, la subtilité du toucher prend le pas sur l’éclat, la simplicité sur l’expression. «Simple», c’est d’ailleurs la seule indication qu’inscrit Schumann en exergue de la Deuxième de ses Trois romances de l’Opus 28 (1839): un bis d’une atmosphère magique et poétique, où l’on retrouve pleinement l’immense musicien qu’est Lupu.

Annoncée en début de saison, la Septième symphonie de Dvorák a finalement été réservée à des concerts parisiens puis viennois en mai 2011 et remplacée par l’increvable Neuvième (1893). Järvi ne lésine pas sur la puissance et son interprétation de la «Nouveau monde» ne manque pas d’allure, servie par la belle qualité instrumentale des musiciens qui, au moment des rappels, se joignent au public pour faire fête à leur futur «patron». Dommage, dès lors, qu’il exagère ponctuellement certains gestes: le comble est atteint dans le premier mouvement, avec la lamentable mise en scène entourant l’arrivée du thème exposé par la flûte, nonobstant la sonorité de rêve de Vincent Lucas, et repris ensuite par les violons avec un ralenti d’un maniérisme déplacé. Quelques autres tentations décoratives et une introduction mélodramatique trahissent une volonté de faire joli, de privilégier la narration sur la construction: même si cette approche réussit bien dans le Largo, où le tempo ne s’alanguit pas excessivement, elle surprend de la part de celui qui a montré des qualités très différentes dans son intégrale des Symphonies de Beethoven récemment parue chez RCA (voir ici et ici).

Lorsque Paavo Järvi retrouvera l’Orchestre de Paris, le 15 septembre, ce sera pour inaugurer ses fonctions de directeur musical dans un superbe concert dont l’affiche, prometteuse en même temps que revendiquant un vrai souci d’originalité, associe La Péri de Dukas et Kullervo de Sibelius.

Tuesday, June 08, 2010

Paavo Jarvi's triumphant Bruckner

Jay Harvey, Indianapolis Star
June 1, 2010

Paavo Jarvi is music director of the orchestra down the road in Cincinnati (through next season, that is), but he also leads the Frankfurt Radio Symphony Orchestra (on Sony Masterworks) in a continuing cycle of symphonies by Anton Bruckner, the 19th-century Austrian master whose breadth of symphonic vision is an acquired taste for many music lovers. Yet minimalism and especially its “spiritual” outgrowths (as in the music of Arvo Part, Henryk Gorecki) have accustomed us to stretching our ears to take in an expansive pacing of musical incident.

Bruckner’s massive sonorities are relieved by passages of Schubertian delicacy, and his music’s indications of knowing with certainty where his spiritual home was provide an instructive contrast to the anxieties of his younger contemporary (with whom he’s often bracketed) Gustav Mahler.

The recordings under brief review here are Symphony No. 7 in E major and unfinished Symphony No. 9 in D minor. Jarvi may not have a virtuoso orchestra to work with in this music, but he certainly has a disciplined one. The Frankfurt Radio Symphony Orchestra has consistent clarity of sound, and Jarvi has imparted to it unfussy phrasing and dynamics. This directness may entail some sacrifice of melodic “bloom,” but the interpretive approach here makes the long stretches characteristic of Bruckner pass logically and almost effortlessly for the listener.

You get a sense of the firm embrace of the composer’s whole concept from beginning to end. And you feel that you’re in the hands of an interpreter who is not concerned about carrying you into an otherworldly realm; he feels the hints of something beyond are complete and self-evident in the score. Surprisingly, that’s enough. It’s refreshing not to be nudged into mystical territory, but to let passionate but unforced recorded performances of these works achieve the magic that’s in them.

Tuesday, June 01, 2010

Paik, Jarvi offer fans night to remember

By Lee Hyo-won
Staff reporter, The Korea Times
May 30, 2010


Paik Kun-woo, Paavo Jarvi and Paik's wife, actress Yun Jeong-hie pose backstage after the concert Friday in Seoul. / Courtey of Vincero



So this is Brahms. Bona fide, frills-free. The maestro made himself at home in Seoul via the Paavo Jarvi-led Frankfurt Radio Symphony Orchestra and pianist Paik Kun-woo.

The renowned German ensemble, under the musical direction of the Estonian-American conductor since 2004, made its Korea concert debut Saturday at Seoul Arts Center. The evening opened with Weber's ``Euryanthe'' overture, voluminous and bursting with Romantic colors yet clean-cut.

The audience exploded into applause as Paik, the country's most revered pianist, emerged onstage. Before one even noticed, Brahms' Piano Concerto No. 1 finally came home and reached the listener ― with the sheer honesty and integrity of the interpretation and performance, and moreover, spectacular interplay between the soloist and orchestra.


The piece was written by a young Brahms, who was at the time a pianist and composer for the piano trying to experiment before plunging into the world of symphonies. Though it strictly adheres to conservative Classical forms, it features a dynamic conversation between the soloist and orchestra, and the girth of Paik's musicality and the orchestra, hushed and tempered under the baton of Jarvi, brought Brahms to life.

The concert hall almost seemed to catch fire. Koreans are a very reactive and proactive bunch, prone to cheering wildly and applauding to squeeze out encores from performers (the orchestra ended up giving two that evening). Reactions are often limited to vocal expressions, but many members of the audience were seen jumping up in a standing ovation.

After the intermission, the orchestra resumed with Dvorak's Symphony No. 9 ``From the New World,'' which is perhaps overplayed here. The rendition staged over the weekend had nothing new to teach ― meaning here that it simply spoke for itself. The Bohemian flair and joie de vivre of the piece were in full bloom, but the strength of the interpretation lay in the soft, lilting harmonies. Jarvi never confuses power with volume.

Indeed in 2005, Jarvi's recording of the piece with the Cincinnati Symphony Orchestra, of which he previously served as musical director, was named Gramophone Magazine's Editor's Choice.

Paik's wife, actress Yun Jeong-hie, was in attendance. She attracted more attention than usual, having appeared in Lee Chang-dong's film ``Poetry,'' which won the Best Screenplay award in Cannes earlier this month.

But of course the evening wasn't over just yet. Most of the audience members flocked outside to line up for a long autograph session with Jarvi and Paik.

Paik's new recording of the Brahms concerto, with the Czech Philharmonie led by Eliahu Inbal (Deutsche Grammophon), is available in stores. The album includes two variations of the piece.