Tuesday, October 26, 2010

Monday, October 25, 2010

Jarvi's Bruckner CDs may be his best yet

By Edward Reichel
Deseret News
October 23, 2010


Paavo Jarvi, the longtime music director of the Cincinnati Symphony and, since 2006 the music director of the Frankfurt Radio Symphony, has an extensive discography, mainly of late 19th and early 20th century music.

And these RCA recordings of Anton Bruckner's Seventh and Ninth Symphonies are quite possibly Jarvi's best to date. He brings depth and perception to his interpretations and captures the essence of each work — in short, he puts his fine interpretive sense on display here, something that has occasionally been lacking in his earlier recordings.

Jarvi's tempos tend to be on the expansive side, but he makes it work. These are thoughtful, inward looking performances played by the Frankfurt Radio Symphony, an orchestra that has become one of the best in Germany. The ensemble plays with rich expressions and a warm romantic sound, especially from the brass.

Having the brass play with resonance and a mellow tone is vitally important for a successful Bruckner performance. And Jarvi doesn't let them overpower the rest of the orchestra in these live recordings — something that not every conductor can achieve.

Particularly striking is Jarvi's account of the Adagio from the Seventh. This is one of Bruckner's most beautiful and profoundly moving pieces of music, and Jarvi captures the movement's emotional intensity, inward strength and sincerity with luminous eloquence.

These are recordings that put a new perspective on what unquestionably are Bruckner's two best known symphonies.

http://www.deseretnews.com/article/700075624/Jarvis-Bruckner-CDs-may-be-his-best-yet.html

Wednesday, October 20, 2010

„Das Beethoven-Projekt“ erhält Eyes & Ears Award

Dokumentation mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi wurde beim Beethovenfest Bonn 2009 gedreht

„Das Beethoven-Projekt“, eine Musikdokumentation mit Paavo Järvi und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, erhielt vergangene Woche bei den Münchner Medientagen den Spezialpreis „Creation“ der Internationalen Eyes & Ears Awards 2010.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist seit 2004 „Orchestra in Residence“ beim Beethovenfest. Jedes Jahr spielte das Orchester unter Leitung von Paavo Järvi eine Beethoven-Symphonie, zeitgleich erschienen die SACD-Einspielungen aller Beethoven-Symphonien bei Sony Music. In der fünfjährigen Residency bereiteten Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi die Gesamtaufführung der neun Symphonien beim Beethovenfest Bonn 2009 als Höhepunkt vor. Die Interpretation aller neun Beethoven-Symphonien an vier aufeinanderfolgenden Abenden im September 2009 hat Deutsche Welle | DW-TV in Kooperation mit Unitel Classica Live für eine DVD-Produktion aufgezeichnet. Neben Konzertmitschnitten entstand die 90-minütige Musikdokumentation „Das Beethoven-Projekt“ unter der Regie von DW-TV-Redakteur Christian Berger.

Die DVD-Box mit der Dokumentation „Das Beethoven-Projekt“ und den Konzertaufzeichnungen der neun Beethoven-Symphonien vom Beethovenfest Bonn 2009 veröffentlicht Sony Music am 29. Oktober 2010. Ausschnitte aus dieser Dokumentation wurden bereits beim dritten Abend des Public Viewing vom Beethovenfest Bonn 2010 am 12. September gezeigt, ebenso wie die Konzertaufzeichnungen der Beethoven-Symphonien Nr. 1 und Nr. 9. Der Film wird seit Anfang Oktober in vier Teilen à 26 Minuten auf DW-TV ausgestrahlt: Teil 1 am 9. Oktober 2010, Teil 2 am 16. Oktober 2010, Teil 3 am 23. Oktober 2010 und der vierte Teil am 30. Oktober 2010.

„Dieser Film ist preiswürdig, da er auf redaktionell, technisch und ästhetisch höchstem Niveau umgesetzt wurde – informativ, anspruchsvoll und unterhaltend zugleich. Und die Filmgestaltung – vom Vorspann bis zum Abspann - wird allerhöchsten ästhetischen Maßstäben gerecht“, begründet die Jury die Auszeichnung. Mit den Internationalen Eyes & Ears Awards 2010 zeichnet der Branchenverband für Design, Promotion und Marketing der audiovisuellen Medien, Eyes & Ears of Europe, bereits zum zwölften Mal im Rahmen der Medientage München die besten Produktionsleistungen des Jahres aus. An den Einreichungen sind insgesamt 293 Firmen aus 24 Ländern beteiligt. Die Internationalen Eyes & Ears Awards 2010 werden für die Bereiche „TV/Film/Media-Design“, „Audio Design & Komposition“, „Interactive Design, Promotion & Branding“ und „Promotion/Werbung/Image“ vergeben.

Das Beethovenfest Bonn 2011 findet vom 9. September bis 9. Oktober2011 statt, das Programm wird Anfang März 2011 veröffentlicht. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen wird erneut „Orchestra in Residence“ sein.

Tuesday, October 19, 2010

Deutsche Welle bei den "International Eyes & Ears Awards" mehrfach ausgezeichnet

Preise für "Global Ideas" und "20 Jahre Mauerfall" von DW-TV / Spezialpreis CREATION für "Das Beethoven-Projekt"



DW-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter bei der Preisverleihung in München


(lifepr) Bonn, 14.10.2010, Gleich mehrfach sind Produktionen der Deutschen Welle auf den Medientagen München am 14. Oktober mit den "International Eyes & Ears Awards 2010" ausgezeichnet worden: Zum Preisträger in der Kategorie "Beste Programmlabelgestaltung" wählte die Jury die grafische Gestaltung der 50-teiligen Reportage-Reihe "Global Ideas" auf DW-TV. Im Rahmen dieser Reihe berichtet DW-TV über Menschen und Projekte, die sich gegen die globale Klimaerwärmung engagieren. Passend dazu werden in jedem Programmlabel klimatische Problemsituationen und deren Überwindung abstrahiert gegenübergestellt. "Kurz, klar und global verständlich wird hier gezeigt, was wirklich wichtig ist", so die Jury. Eine weitere Auszeichnung erhielt "Global Ideas" in der Kategorie "Beste 2D/3D-Animation". Über die Ausstrahlung im deutschen Auslandsfernsehen hinaus sind die Reportagen mit umfangreichem Begleitmaterial im Onlineportal ideasforaCOOLERworld.org zu sehen.

Als "Beste On-Air-Promotion-Kampagne für nicht-fiktionales Programm" wählte die Jury die Kampagne von DW-TV zu "20 Jahre Mauerfall". In der Begründung heißt es: "DW-TV produzierte eindrucksvolle Spots, die an den langen Weg bis zur Öffnung der innerdeutschen Grenze erinnern. Bilder aus der Gegenwart, die das Flair und das bunte Treiben in der Hauptstadt veranschaulichen, wurden mit Original- Tönen aus der Zeit von 1989 verbunden. Eine faszinierende Bild-Ton-Collage zur deutschen Zeitgeschichte."

Eine "Auszeichnung" wurde der Produktion "20 Jahre Mauerfall" darüber hinaus in der Kategorie "Bestes sender-, programm-, film- bzw. contentbezogenes Audio Design" zuerkannt.

Den Spezialpreis CREATION erhält "Das Beethoven-Projekt - Eine Musikdokumentation mit Paavo Järvi & der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen", die DW-TV in Kooperation mit Unitel Classica produzierte. "Dieser Film ist preiswürdig, da er auf redaktionell, technisch und ästhetisch höchstem Niveau umgesetzt wurde - informativ, anspruchsvoll und unterhaltend zugleich. Und die Filmgestaltung - vom Vorspann bis zum Abspann - wird allerhöchsten ästhetischen Maßstäben gerecht", so die Jury.

Fernsehdirektor Christoph Lanz: "Die Auszeichnungen zeigen, dass die das deutsche Auslandsfernsehen nicht nur hochwertige Inhalte bietet, sondern auch im Bereich Design international hervorragend aufgestellt ist."

Die International Eyes & Ears Awards 2010 werden vom Branchenverband für Design, Promotion und Marketing der audiovisuellen Medien vergeben.

http://www.lifepr.de/pressemeldungen/deutsche-welle/boxid/193917

Wärme und Präzision

Von Hans-Jürgen Linke
Frankfurter Rundschau
15.10.10

Der Dirigent Paavo Järvi hat alle neun Sinfonien von Beethoven neu eingespielt. Die Klarheit, Transparenz und Balance der Deutschen Kammerphilharmonie ist für große Orchester vermutlich unerreichbar. Nun ist ein Making-of-Film zum "Beethoven-Projekt" auf DVD erschienen

Das Beethoven-Projekt war eine enorme Aufgabe. Es bestand aus einer Einspielung aller neun Sinfonien in der sorgfältigen Sicht- und Herangehensweise der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit ihrem umsichtigen, sprühend intelligenten Chefdirigenten Paavo Järvi.

Beethovens Sinfonien, sagt Järvi, seien kein museales Anliegen, sondern einzigartiger Bestandteil des Kulturerbes, der von jeder Musikergeneration neu überprüft und angeeignet werden müsse. Järvis Aneignung kann sich auf ein Orchester stützen, dessen musikalische Qualitäten bei diesem Projekt Maßstäbe gesetzt haben; und sie setzt auf ein kundiges, zugleich aber immer wieder spekulatives Nachdenken über die Musik, über ihre Nuancen und Absichten, ihre historischen Bezugspunkte, über die Erfahrungen, die in sie eingehen und die sie vermitteln will.

Die Audio-CD-Einspielungen der Deutschen Kammerphilharmonie zeigen eine klangliche Klarheit, Transparenz und Balance, wie sie für große Orchester vermutlich unerreichbar ist. Schon mehrfach hat die Kammerphilharmonie die Sinfonien im Kontext aufgeführt, unter anderem im Jahre 2009 als Höhepunkt des Beethovenfestes in Bonn.

Beharrungsvermögen

Dort entstand der von der Deutschen Welle produzierte Film „Das Beethoven Projekt“ von Christian Berger (Regie) und Christian Kurt Weisz (Bildregie Konzerte). Der Film geht der großen Frage nach, wie so ein Produkt zustande kommt. Er zeigt die Musiker bei der Arbeit und im Privatleben und die Berührungen zwischen beiden Lebensbereichen; er lässt Paavo Järvis jetsethafte Umtriebigkeit und globale Überfliegerei in einen erstaunlichen Gegensatz zu einer tief europäischen Kulturverbundenheit und einem ruhigen, fast konservativen Beharrungsvermögen bei Beethoven treten.

Die Kamera beobachtet Järvi immer wieder bei Proben, wo er eine große Wärme und pointierte Präzision für die Musiker und die Musik zeigt; er begleitet den Dirigenten in Tallinn, jener Stadt im Norden, die er mit seiner Familie im Kindesalter verlassen hat, und er zeigt ihn, last but not least, bei dem denkwürdigen Konzert auf dem Beethovenfest in Bonn.

Nach einer exklusiven Premiere im September in Berlin wird der Beethoven-Film nun in vier Teilen bei DW-TV gezeigt (noch am 16., 23., 30. Oktober). Sony hat die Rechte am Film und an den Aufnahmen der Bonner Gesamteinspielung erworben und bringt die drei Konzerte in einer DVD-Box heraus. Dazu gibt es den Film der Deutschen Welle als Bonus-DVD.

http://www.fr-online.de/kultur/musik/waerme-und-praezision/-/1473348/4748334/-/index.html

Paavo Järvi bekommt am Sonntag den ECHO-Klassik-Preis

Veröffentlicht von Aino Siebert, 16-10-2010
Baltische Rundschau

ECHO/ZDF/BR Essen. Zum 15. Mal überträgt das ZDF die feierliche Verleihung des ECHO Klassik, die am Sonntag, 17. Oktober 2010, im Rahmen eines glanzvollen Konzerts in der Philharmonie Essen stattfindet.

In der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas führt erstmals Thomas Gottschalk durch das Programm, bei dem Künstler wie Paavo Järvi, David Garrett, Joyce DiDonato, Lang Lang und andere live auftreten und ihre Auszeichnung persönlich in Empfang nehmen. Das ZDF überträgt die Gala-Veranstaltung am selben Abend um 22.00 Uhr unter dem Titel “Echo der Stars”.

Thomas Gottschalk bekommt bei der Preisverleihung Unterstützung von prominenten Laudatoren: Bryn Terfel erhält seine Auszeichnung aus den Händen der Pianistin Hélène Grimaud, die selbst mit einem ECHO Klassik für die Musik-DVD des Jahres geehrt wird. Der Comedian und Klassik-Liebhaber Michael Kessler überreicht den ECHO an die Sängerinnen Angelika Kirchschlager und Christiane Karg. Was für einen Karriereschub der ECHO Klassik jungen Talenten geben kann, beweist Martin Stadtfeld. Noch 2004 erhielt er einen Newcomer-ECHO, jetzt ehrt er selbst die beiden Nachwuchs-Pianistinnen Olga Scheps und Alice Sara Ott.

Als Special Guest hält Weltstar Sting die Laudatio auf Jonas Kaufmann. Außerdem singt er den Police-Hit “Every Little Thing She Does Is Magic” in einem neuen sinfonischen Arrangement.

Der ECHO Klassik zur Würdigung des Lebenswerks geht in diesem Jahr an den Dirigenten Kurt Masur, der nicht nur musikalisch, sondern auch politisch im Wendeherbst 1989 Großes geleistet hat. Juan Diego Flórez, das Fauré Quartett, der Norddeutsche Figuralchor und Selmer Saxharmonic komplettieren das Feld der hochkarätigen Preisträger. Es spielen die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Andrey Boreyko.

Der ECHO Klassik ist der wichtigste deutsche Klassikpreis und wird jährlich in 21 Kategorien und als Sonderpreis von der Deutschen Phono-Akademie, dem Kulturinstitut des Bundesverbands Musikindustrie, vergeben. Die Zusammenarbeit mit dem ZDF hatte 1996 in Dresden mit der Sendung “Ein Echo für Dresden” begonnen – und mit ihr auch die Erfolgsgeschichte des ECHO Klassik im Fernsehen. In den vergangenen Jahren verfolgten im Schnitt zwei Millionen Zuschauer die Preisverleihung und machten “Echo der Stars” damit zu einer der meistgesehenen Klassik-Sendungen im deutschen Fernsehen.

Dirigent des Jahres – Paavo Järvi

Der Grammy Award Gewinner hat einen außerordentlichen Ruf als Dirigent. Geboren in Tallinn, studierte er Percussion und Dirigieren an der Musikschule der estnischen Hauptstadt. Im Jahre 1980 zog er in die USA ,wo er sein Studium am Curtis Musikinstitut und am Philharmonie Institute in Los Angeles bei Leonard Bernstein fortsetzte. Im September 2001 wurde er Musikdirektor des Cincinetti Symphonie Orchesters und hat vor kurzem seinen Vertrag bis 2011/12 verlängert.

Gleichzeitig ist der Este seit 2004 künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und hat in dieser Position dem Orchester zu einer großen öffentlichen Anerkennung für ihre Aufnahmen und Konzerte der Beethoven Symphonien (bei Sony BMG) verholfen.

Paavo Järvi ist außerdem in der dritten Saison musikalischer Direktor des Radio Symphonie Orchesters Frankfurt, mit dem er gerade von einer sehr erfolgreichen Tour durch China zurückkam. Mit diesem Orchester hat der Dirigent kürzlich eine Reihe von Bruckner Symphonien eingespielt, die erste Symphonie Nummer 7, wurde gerade bei Sony veröffentlicht.

Nachdem Paavo Järvi 2010/2011 Direktor des Pariser Orchesters wurde, seht er mit einigen der größten Dirigenten unserer Zeit wie Daniel Barenboim, Sir Georg Solti, Herbert von Karajan und Charles Munch auf einer Stufe.

Als künstlerischer Berater des National Symphonie Orchestra Estlands ist der Maestro bekannt dafür, sich für die Arbeiten verschiedener estnischer Komponisten einzusetzen, inklusive Arvo Pärt, Erkki-Sven Tüür, Lepo Sumera und Eduard Tubin.


http://www.baltische-rundschau.eu/2010/10/16/paavo-jarvi-bekommt-am-sonntag-den-echo-klassik-preis/

Monday, October 18, 2010

Paavo Järvi, un chef éclairé à l'Orchestre de Paris

Par Christian Merlin
11/10/10
Le Figaro



Paavo Järvi : «Tout bon chef d'orchestre n'est pas forcément un bon directeur musical.» (Martine Archambault/Le Figaro)


L'Estonien donne mercredi Salle Pleyel son deuxième programme en tant que directeur musical de l'institution.

On attend beaucoup de Paavo Järvi à l'Orchestre de Paris. La fonction a beau avoir évolué depuis l'époque du maestro tout-puissant, le directeur musical reste la clé de voûte d'un orchestre. Il préside au recrutement des nouveaux musiciens, fixe les grandes lignes de la programmation en termes de répertoire et d'artistes invités, forge le son de l'orchestre, soude les énergies, combine diplomatie et autorité pour arbitrer les conflits qui peuvent naître au sein de cette communauté humaine.

Autrement dit: c'est un métier. Comme le souligne Paavo Järvi, «tout bon chef d'orchestre n'est pas forcément un bon directeur musical». Et inversement, est-on tenté d'ajouter… Certains donnent leur meilleur en tant que chefs invités, galvanisant l'orchestre l'espace d'un soir, mais s'essoufflent sur la durée ou refusent de mettre les mains dans le cambouis. Le contraire du chef estonien, qui donne après-demain son deuxième programme en tant que directeur musical de l'OP. «Je n'aime pas être chef invité. J'ai toujours été directeur musical: à Malmö puis à Stockholm, dix ans à Cincinatti, depuis cinq ans à Francfort. Il n'y a qu'ainsi que l'on peut construire une relation de confiance avec les musiciens et le public, créer une identité musicale.» Sa conception du leadership est résolument moderne, fondée sur le respect et la reconnaissance mutuels («l'autorité sans compétence n'est qu'arrogance!»).

C'est pourquoi il insiste sur l'importance de l'assentiment des musiciens dans le choix de leur directeur musical: celui-ci est engagé par le Conseil d'administration, sur proposition du directeur général de l'orchestre (Georges-François Hirsch à l'époque des tractations avec Järvi), mais le chef estonien n'aurait pas envisagé de prendre son poste sans consultation des instrumentistes. Un progrès en France, où les musiciens se plaignent souvent d'apprendre par la presse le nom de leur nouveau chef… En Allemagne, des orchestres ont déjà fait grève pour cette raison, et le directeur musical du Philharmonique de Berlin est élu directement par les musiciens. À Boston, ce sont les chefs de pupitre de l'orchestre qui sont allés voir James Levine en délégation pour discuter avec lui des modalités de leur collaboration : une responsabilisation encore insuffisante en France.

Preuve d'humilité

Paavo Järvi est un homme de dialogue. «Il faut trouver un bon compromis entre l'idéalisme du directeur musical et le pragmatisme du manager: j'aimerais faire des programmes intéressants, avec des œuvres peu connues, mais il faut aussi remplir la salle ! Avec Bruno Hamard et Didier de Cottignies, c'est une discussion permanente.» Ensemble, ils ont fixé pour cette première saison des axes clairs: la musique nordique, que le chef de 48 ans a bue au biberon, la musique russe, avec laquelle il avoue un lien particulier, ayant grandi dans l'ex-URSS, la musique française, qui est la culture de l'orchestre et fut parfois négligée au cours de son histoire.

Qu'attend-il des chefs invités qu'il engage? «Pas forcément qu'ils soient aimés des musiciens, mais qu'ils apprennent quelque chose à l'orchestre. Je veux que mon orchestre soit meilleur après avoir joué sous la direction d'un collègue, que ce soit un grand maestro ou un jeune chef prometteur.» Belle preuve d'humilité : on en connaît, des directeurs musicaux, qui font venir des médiocres pour qu'ils ne leur fassent pas d'ombre…

http://www.lefigaro.fr/musique/2010/10/11/03006-20101011ARTFIG00437-paavo-jrvi-un-chef-eclairea-l-orchestre-de-paris.php

Paavo Järvi als „Dirigent des Jahres“ ausgezeichnet

FrankfurtLive.com
16.10.10

Echo Klassik-Preis für Chefdirigenten des hr-Sinfonieorchesters
Der estnisch-amerikanische Dirigent Paavo Järvi erhält den renommierten Musikpreis „Echo Klassik 2010“ als „Dirigent des Jahres“. Am Sonntagabend, 17. Oktober, werden die Preise im Rahmen eines festlichen Konzertes in der Philharmonie Essen verliehen. Das ZDF überträgt die Gala-Veranstaltung am selben Abend um 22 Uhr unter dem Titel „Echo der Stars", moderiert von Thomas Gottschalk.

hr-Intendant Dr. Helmut Reitze, der wie Järvi auch bei der Preisverleihung anwesend sein wird, freut sich über die Auszeichnung: „Dass unser Orchester weltweit einen exzellenten Ruf hat, haben wir auch seiner herausragenden Arbeit zu verdanken. Die von ihm geleiteten Projekte und Konzerte des hr-Sinfonieorchesters begeistern immer wieder Publikum und Presse.“

Paavo Järvi ist seit 2006 Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters und hat seinen Vertrag bis 2013 verlängert. Der Este gehört zu den profiliertesten Dirigenten seiner Generation und wurde bereits zwei Mal mit dem begehrten „Grammy“ ausgezeichnet. Die Konzerte mit dem hr-Sinfonieorchester und Paavo Järvi gehören nicht nur in Hessen, sondern europa- und weltweit zu den Spitzen-Konzerten der Klassik. Die CD-Veröffentlichungen erhielten höchste internationale Anerkennung. Derzeit arbeiten Paavo Järvi und das hr-Sinfonieorchester unter anderem an dem Gesamtzyklus der Bruckner-Sinfonien. Anlass der Echo-Auszeichnung ist seine jüngste Einspielung von Beethoven-Sinfonien mit der Kammerphilharmonie Bremen.

Ebenfalls mit einem Echo-Klassik wird die niederländische Geigerin Janine Jansen ausgezeichnet. Sie ist in dieser Saison „Artist in Residence" des hr-Sinfonieorchesters.

Der seit 1994 verliehene „Echo Klassik“ gehört zu den bedeutendsten Preisen dieser Art weltweit. Mit der Auszeichnung ehrt die Deutsche Phono-Akademie jährlich die Leistungen nationaler und internationaler Künstler auf dem Gebiet der Klassischen Musik.

http://www.frankfurtlive.com/front_content.php?idcatart=92225

Järvi erhält «Echo» als «Dirigent des Jahres»

Frankfurter Neue Presse
18. Oktober 2010

Essen/Frankfurt. Der Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters, Paavo Järvi, ist als Dirigent des Jahres mit dem Musikpreis «Echo Klassik 2010» ausgezeichnet worden. Der estnisch-amerikanische Dirigent ist bereits zweimaliger Grammy- Preisträger und leitet das Orchester seit 2006. Die Preisverleihung fand am Sonntag in Essen statt, Moderator Thomas Gottschalk begrüßte ein großes Staraufgebot zur feierlichen Gala. Geehrt wurden unter anderen auch Stargeiger David Garrett, der chinesische Starpianist Lang Lang und der deutsche Dirigent Kurt Masur. Der Echo Klassik wurde in diesem Jahr zum 17. Mal verliehen.

Wednesday, October 13, 2010

Sinfonie C-dur, Jeux d'enfants, Roma

Carsten Fastner in Falter : Woche 41/2010 vom 13.10.2010 (Seite 27)

Sinfonie C-dur, Jeux d'enfants, Roma Georges Bizet
Paavo Järvi
Orchestre de Paris
September 2010 | Virgin / EMI | Klassik
CD

Rezension

Georges Bizets „Carmen“ ist eine der beliebtesten Opern der Musikgeschichte, sein schmales Orchesterwerk allenfalls Kennern bekannt. Schade eigentlich, denn die frühe Sinfonie C-Dur, eine eigene Orchestrierung der vierhändigen „Jeux d’enfants“ und die Suite „Roma“ leben vom gleichen prägnanten Esprit und melodischen Reichtum, atmen die gleiche Eleganz. Genau das Richtige für das erste Album des Orchestre de Paris unter seinem neuen Chefdirigenten Paavo Järvi.


http://www.falter.at/web/shop/detail.php?id=33218&SESSID=ef83eb590366a75e46fc62d5cfa38444

Tuesday, October 12, 2010

Jarvi gives Beethoven new energy

Janelle Gelfand
Cincinnati Enquirer
10/10/10


VIENNA – Paavo Järvi’s extraordinary performances of Beethoven symphonies with his Deutsche Kammerphilharmonie Bremen have taken the world by storm. On Saturday night, I happened to be visiting Vienna, Austria on a personal trip when, by coincidence, the music director of the Cincinnati Symphony Orchestra was performing an all-Beethoven evening, part of a two-day Beethoven cycle here, to a sold-out crowd in Vienna’s famed Konzerthaus.

Järvi’s readings of Symphonies No. 3 and 4 with his German band had much the same interpretive spirit as his energized, unparalleled performances of Beethoven with the Cincinnati Symphony in Music Hall. What’s different from hearing his Beethoven live as opposed to on disc – he has recorded all nine symphonies with the Kammerphilharmonie – is the seat-of-your-pants spontaneity that grips the listener from first note to last. But in this concert with his smaller ensemble of about 42 players, there was also the visual impact, for this is an orchestra that doesn’t merely sit and play. The musicians moved and swayed with the music, playing with such fervor and intensity, that their bows often struck wood. You almost expected actual sparks to fly.

But more than that was Järvi’s unique, revolutionary interpretation. As in Cincinnati, his tempos were galvanizing, and every detail burst out of the texture. But in the magnificent acoustical space of the Konzerthaus, the presence of sound was magnified. Accents were explosive, well-shaped themes were underscored with darkness and power, climaxes were heaven-rending and softer moments sounded authentically Viennese.

In this city of music, the Viennese were riveted, hardly breathing through Beethoven’s Overture to the Creatures of Prometheus, followed by Symphonies Nos. 4 and 3, “Eroica.”

The musicians walked out together, European-style. Their articulation in the Overture bristled with energy, and they communicated as if playing chamber music.

In Beethoven’s Fourth, Jarvi’s slow introduction was full of tension, and burst onto the allegro with such impact in the strings that it was like fireworks going off. They played with short strokes, and flung their bows upward, while the clarinets and oboes lifted their bells. For historical effect, the trumpets had no valves – and despite that challenge, played superbly – and the timpanist used hard-tipped mallets.

Järvi’s tempos flew, and he led animatedly, rarely consulting his score. The finale balanced frenzied playing with genial themes that emerged like sunshine.

Beethoven’s “Eroica,” was both electrifying and enlightening. The Funeral March was raw and intensely emotional, as if Beethoven were shaking his fist at heaven,

Järvi’s vision for Beethoven, he said backstage later, “is a combination of growing up with a tradition in his home of listening to all the great recordings, from the German masters to great American orchestras led by George Szell and Fritz Reiner.

“Then, I found that I was very moved and influenced by the whole original instrument movement, started by Roger Norrington, Nicholas Harnoncourt, Gardiner and those people. I found it exciting, transparent, moving and faster and closer to what Beethoven has in the score. Gradually, after doing a lot of performances, you kind of realize there is another layer. The truth lies somewhere in between.

“It is something where you have to sort of trust yourself as well, because you have to be able to hear it, and also have the framework of knowing when not to cross that crucial line and become indulgent.”

A DVD documentary by Deutsche Welle of the making of the Beethoven recordings by Jarvi and the Deutsche Kammerphilharmonie is being premiered today at Cincinnati Art Museum by the Cincinnati Film Society.

http://news.cincinnati.com/article/20101010/ENT03/310100008/Jarvi-gives-Beethoven-new-energy

Kein Ende mit diesem Beethoven

Kreis Zeitung
10.10.10

Bremen - Von Ute Schalz-Laurenze(Eig. Ber.) · Einst sagte ja Paavo Järvi, das Orchester sei „ein Traum“. Beim letzten Highlight-Konzert mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen wird er das wahrscheinlich wieder ganz besonders erlebt haben, denn – habe ich richtig gehört – an diesem Abend ging die Post noch mehr ab als sowieso schon immer.

Das war auch notwendig. Denn das Orchester muss inzwischen gegen den nicht ganz unberechtigten Vorwurf seiner Beethoven-Interpretationen rauf und runter anspielen, muss beweisen, dass das noch immer Sinn macht und es sich nicht nur um eine Frage des Marktes und der anhaltenden Verkaufbarkeit handelt (das natürlich auch).

Ludwig van Beethovens Siebte Sinfonie, die „Apotheose des Tanzes“, wie Richard Wagner sagte, war in Bremen nun schon dreimal zu hören. Aber wie beim Wiedersehen mit guten Freunden ist man mit dieser Musik nie zu Ende und schon mal gar nicht mit solchen – inzwischen international preisgekrönten – Interpretationen.

Wenn sich das kompositorische Niveau – Carl Maria von Weber hatte 1813 Beethoven als „reif für das Irrenhaus“ bezeichnet – derartig mit dem Niveau der Interpretation die Waage hält, so sind immer wieder neue Entdeckungen in dieser gewaltigen Partitur möglich. Die Meriten Järvis sind hier ganz schlicht zu wiederholen: die perfekte Ausgewogenheit zwischen kammermusikalischer Transparenz und den Fortissimoexplosionen. An diesem Abend gelang das geradezu ekstatisch ohne die geringste Gefahr, zu überdrehen. Wunderbar und häufig zum Atemanhalten, wie sich aus einer Atmosphäre eine neue herausschält – vieles tranceartig.

Also: Alles stimmte und ließ das zweite Werk des Abends ein wenig alt aussehen. Paul Hindemiths 1935 entstandenes Bratschenkonzert „Der Schwanendreher“ tapst so vor sich hin und oft recht mühsam weiter, das ist eben beim Neoklassizismus so und bleibt Geschmackssache. Wunderschön allerdings der Bratschenpart, deren sonorer Klang den verwendeten Volksliedern eine edle Nostalgie verleiht. Dies ganz besonders, wenn ein Interpret wie Antoine Tamestit bei der Arbeit ist. Er ist ohne Zweifel einer der ganz Großen und es ist in jedem Augenblick ein Geschenk, ihm zuzuhören. Eingeleitet wurde das Konzert mit Beethovens fetziger Ouvertüre „Geschöpfe des Prometheus“.

Das Publikum erhebt sich bei den Konzerten der Kammerphilharmonie nicht mehr so häufig zu Ovationen, es ist das außergewöhnliche Niveau gewöhnt. Diesesmal aber standen die Besucher wieder auf, vielleicht ein Beweis für mein Gefühl, dass wir eine erneute Sternstunde erlebt hatten, eines der seltenen Momente in der Geschichte der Interpretationen, die weder planbar noch wiederholbar sind.

Saturday, October 09, 2010

Works of music become part of your genetics, says conductor Jarvi

09.10.10
Deutsche Welle


Paavo Jarvi, conductor of the Deutsche Kammerphilharmonie, says tradition and logic are crucial to interpreting a piece of music. His ensemble is orchestra-in-residence at this year's Beethovenfest Bonn.

Conductor Paavo Jarvi has received numerous awards, including a Grammy and an ECHO Classic Conductor of the Year distinction in 2010. Born in Estonia, he moved to the United States, where he studied with Leonard Bernstein.

He is currently music director of both the Cincinnati Symphony Orchestra and the Frankfurt Radio Symphony Orchestra. Since 2004, he's been artistic director of the Deutsche Kammerphilharmonie (German Chamber Philharmonic) of Bremen, the Beethovenfest's orchestra-in-residence. Deutsche Welle spoke with Jarvi about the aims of the festival and the feeling behind the music performed there.

Deutsche Welle: There is an ongoing relationship between the Deutsche Kammerphilharmonie and the Beethovenfest, with the Kammerphilharmonie being the orchestra-in-residence. Has this collaboration influenced the culture and development of this body of musicians?

Paavo Jarvi: An orchestra that functions on a self-governing basis as we do needs good friends and good partners. And certainly the Beethovenfest in Bonn has been a fantastic partner. It does help to have a festival that is well run, has a good infrastructure, and has - most importantly - a real guiding light. I mean by that [Beethovenfest Director] Ilona Schmiel, who is an enormous source of energy. Her imagination and her interest in doing something new are really fantastic.

We know that Beethoven didn't have fond memories of Bonn. But is there something here, in the public and the atmosphere or in the expectations of the people, that strikes you?

Outdoor concert at the BeethovenfestBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Bonn is home to the annual Beethovenfest

The festival has established itself as a place that really makes Beethoven its center. And let's face it: We're performing in a relatively modern hall, and the city is obviously different from when Beethoven was walking around here. But that is not so important. What is important is that the idea lives, the idea is strong, and [Bonn] is the right place to create a festival around Beethoven, because it is his birthplace. And to me, the real souls of the festival are the ones who create it. What Beethoven thought about the city when he was here is almost irrelevant.

This year's Beethovenfest also focuses on works by composer Robert Schumann. What is there to discover about such a frequently performed composer?

It's the type of gestures that Schumann makes in his music - emotional, dramatic gestures that communicate to you with such directness and sincerity. And there's that impulsive, neurotic energy, the extremes of expression, the moments that can go to unbelievable euphoria and, a second later, [to] the deepest, darkest melancholy.

To wear your heart on your sleeve in public, and go from one extreme to another and not be ashamed of it, is something that we have always been taught to be wrong. We're uncomfortable with that. What we are trying to do with the Kammerphilharmonie is to bring out just this aspect. Music by Schumann needs to be exaggerated on every level. Exaggerated, not put into an acceptable, comfortable norm.

Against the backdrop of thousands of recordings, and many, many others who have preceded you, do you feel the need to shake up the routine?

One of the most difficult things I find, in general, is changing old habits. People who have grown up with Brahms and Schumann and Beethoven have heard, so many times, those pieces in a certain way. They are simply so engrained that even if [these people] sometimes intellectually try to change something, when it comes to performance, they often fall back to those gestures that they heard when they were young. You simply need to have enough time and repetition to create a new tradition and make it your own.

That is something that is doable, especially if we do these Beethoven and Schumann "total immersion courses" - all symphonies in three days, or all Schumann symphonies and overtures in two days.

A portrait of composer Ludwig van BeethovenBildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: Playing a cycle, like all Beethoven symphonies, brings you amazingly close to the composer, says Jarvi

It's amazing how close you can get to a composer if you really make an incredibly concentrated program of it and follow some principles and see how they work in other symphonies, overtures and so on. It gradually becomes a language that you identify with, not just intellectually; it becomes part of your genetics.

Would you prefer to shake up the routine or to strive for an authoritative interpretation?

l don't want to change things per se or to create something that hasn't been done. Quite the opposite. I want to do something that makes sense to me. The only reason I rethink certain things is because they never made sense to me to begin with.

Maybe one of the reasons our Beethoven is successful is that we do keep a lot of tradition in it. It has to be organic and it has to have an inner logic.

Interview: Rick Fulker

Editor: Elaine Yeung/Louisa Schaefer



http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6058235,00.html

Beethoven und der freie Wille

Hamburger Abendblatt
08.10.10

Hamburg. Möchten Sie Ludwig van Beethoven kennenlernen? Physisch ist das in diesen Tagen natürlich schwierig. Dafür kann man ihn posthum von seinen allerpersönlichsten Seiten erleben, die der alte Grantler zu Lebzeiten niemals freiwillig offenbart hätte: in den Konzerten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen nämlich. Mit ihrem Zyklus der Beethoven-Sinfonien feiern das kleine, feine, selbstverfasste Orchester und sein Chef Paavo Järvi weltweit Triumphe. Ihr jüngster Auftritt in der Laeiszhalle war, es muss ein Superlativ her, eine Sternstunde. Vom ersten Takt der Ouvertüre "Die Geschöpfe des Prometheus" an führten die Musiker ganz ohne erhobenen Zeigefinger vor, was Orchesterkultur jenseits verkrusteter Strukturen sein kann: Ohne Zeit zu verlieren, fächerten sie die einleitenden Akkorde so auf, dass man in der klanglichen Einheit gleichwohl jede Stimme zu erkennen glaubte. Dieses scheinbare Paradox zog sich durch den ganzen Abend: Einerseits wirkte der musikalische Gestus wie aus einem Guss. Im rasenden ersten Satz der Vierten Sinfonie hing nichts über; jede Antwort kam pünktlich; wo die Motive durch die Stimmen wanderten, da wanderten sie, ohne je zu stolpern.

Und andererseits wahrten die Instrumente noch in den üppigsten Akkorden ihren spezifischen Klang - befördert durch die hörbare Beschäftigung mit historischem Instrumentarium: Da trafen die Streicher mit ihren vibratoarmen, rauen, geraden Kantilenen mitten ins Herz, da schmetterten die Hörner und zauberten die Holzbläser gleich neben Beethovensche Gewitter die lieblichste Idylle.

Järvi fand für jeden Satz seinen musikalischen Charakter. Mit Atem, mit diskreten Stauungen und bis zum Zerreißen gedehnten Fermaten baute er Spannung auf und schuf Momente von erschütternder Intimität. Große Gesten brauchte Järvi nicht; schon eine kleine Bewegung der Fingergrundgelenke veränderte den Klang. Und im Scherzo der "Eroica", der Dritten Sinfonie, ließ er im vertracktesten Staccato-Wechselspiel die Arme sinken und hörte zu. Das war nur der sichtbarste Ausdruck dessen, was an diesem Konzert so beglückend und ungewöhnlich war: Aus jedem Ton sprach die innere Beteiligung, der Wille, die Musik genau so und nicht einen Deut anders zu spielen. Solche Wucht, solche Spannkraft kann man nicht dekretieren. Nadelfein und kraftvoll präsent waren die Bässe, dass es nur so federte. Die zweiten Geigen eröffneten den langsamen Satz der Vierten Sinfonie mit einem Hornruf, gaben sich dann als Begleitstimme zu erkennen und machten die Bühne frei für das zarte Thema. Und ein Pauken-Auftakt im Trauermarsch der Eroica barst derart vor gebündelter Energie, dass einem der Atem stehen blieb.

Zu welchem Komponisten passte dieses klingende Manifest des freien Willens besser als zu dem unduldsamen, politischen Beethoven?(vfz)


http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1656190/Beethoven-und-der-freie-Wille.html

Beethoven stammt neuerdings aus Bremen

Von Helmut Peters
Die Welt
08.10.10

Auf die Idee, einen Beethoven-Zyklus zu veranstalten, sind gelegentlich auch schon andere Orchester gekommen. Was die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen aber daraus gemacht hat, ist in der Tat einzigartig, bewundernswert und neu. Auf besondere Weise verbindet dieses selbstbewusste Kammerorchester Einflüsse historischer Aufführungspraxis, die durchaus an Frans Brüggen und sein "Orchester des 18. Jahrhunderts" erinnern, mit einem modernen Orchesterklang.

Zu Recht wurden die Bremer letztes Jahr bei den Salzburger Festspielen oder dem Beethovenfest Bonn dafür bejubelt, zu Recht auch am Mittwoch in der Musikhalle mit der Prometheus-Ouvertüre op. 43, der Dritten und Vierten Sinfonie von Beethoven. Die Bravorufe wollten kaum enden.

Der estnische Dirigent und langjährige künstlerische Leiter unserer Nachbarn an der Weser, Paavo Järvi, würzte schon die niemals abgespielte "Eroica" mit Witz, Kontrasten und Pausen, die einfach mitrissen. Konsequent, energetisch und in keiner Weise pathetisch holte er zu gewaltigen Schlägen und einem ausgewogen hymnischen Finale im Allegro molto aus.

Wie das Orchester auch nicht das kleinste Päuschen vergaß und den hohen, von Järvi gefordertem Tempi in den Scherzo-Sätzen oder dem Allegro vivace zu Beginn der Vierten Sinfonie folgte, war wirklich faszinierend. Perfekt agierten die Holzbläser, erst recht die Solo-Flötistin bei ihrem beeindruckenden, sprunghaften Solo im Allegro molto der "Eroica".

Überraschend gelang auch die Klangqualität beim Streichquartett-Solo dieses Satzes, wo sich der Konzertmeister Daniel Sepec zusätzlich eine kleine Extraverzierung erlaubte. Als bekannte Stimmführerin in der Deutschen Kammerphilharmonie trug auch Tanja Tetzlaff, die Schwester des Geigers Christian Tetzlaff, an diesem Abend ihren Anteil zum großartigen Erfolg des Konzertes bei.



http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article10149532/Beethoven-stammt-neuerdings-aus-Bremen.html

Tuesday, October 05, 2010

Playful poker film premieres here

By Lauren Bishop
Cincinnati Enquirer
October 3, 2010


Here are some highlights of this year's Cincinnati Film Festival, which starts Friday and runs through Oct. 16. It includes more than 85 feature-length and short films showing in 11 regional venues.

Find a festival schedule at www.cincyfilmfest.com.

The world premiere of "Hitting the Nuts," the locally produced mockumentary about the 2009 Scott County, Ind., Texas Hold 'em poker championship as told by those who were there: The town preacher, the busty waitress, the redneck dad, an Amish farmer and the returning champion. It was written and directed by Joe Boyd, a teaching pastor at Springdale's Vineyard Community Church and an alumni of the Second City and Groundlings comedy troupes who also stars in the film. It premieres 8 p.m. Saturday at Hollywood Casino, with encore screenings at 7 p.m. Oct. 11 and 5 p.m. Oct. 12 at the Esquire Theatre.

"The Beethoven Project," the regional premiere of a documentary about Cincinnati Symphony Orchestra conductor Paavo Järvi and the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen as they prepare to play all nine of Beethoven's symphonies in four days at the 2009 Beethoven Festival in Bonn, Germany, the composer's hometown. 1 p.m. Oct. 10 at Cincinnati Art Museum and 5 p.m. Oct. 11 at the Esquire.

The 2009 British horror movie "Colin," which made a splash at the Cannes Film Festival last year, not just because it's the first horror film told from the perspective of a zombie, but also because of its unbelievably low budget of just $70. Its regional premiere is 8 p.m. Friday at Holiday Auto Theatre in Hamilton, with encore screenings at 11 p.m. Saturday and 7 p.m. Oct. 12 at the Esquire.

The regional premiere of "Saturday Night," which reveals what it takes to create an episode of "Saturday Night Live." Directed by actor James Franco, it stars cast regulars Kristen Wiig, Andy Samberg, Seth Meyers, Will Forte and Jason Sudeikis, plus John Malkovich and Franco. 5 p.m. Saturday at Hollywood Casino and 6:45 p.m. Oct. 10 and 9 p.m. Oct. 14 at the Esquire.

The documentary "Family Affair," which made its local premiere at the Esquire this spring and much of which is set in Cincinnati. Boston-based director and former Cincinnatian Chico Colvard's film, which was screened at the Sundance Film Festival, tells of how he accidentally shot his older sister causing a chain reaction that exposed the childhood abuse of his sisters. 1:20 p.m. Saturday and 3:10 p.m. Oct. 13 at the Esquire.

A variety of short film programs, including Cincinnati Film Festival-selected short films from all over the world; some of the best shorts from the American Film Institute, hosted by AFI vice dean Joe Petricca; Underneath Cincinnati's Local Shorts program; and the 48 Hour Film Project: Take Two, in which local teams got a second shot at their original two-day film projects.

Friday, October 01, 2010

Paavo Järvi dirigiert Mahlers Symphonie Nr. 2

Quelle: Rheinische Post
02.10.10

Das Symphonie-Orchester des Hessischen Rundfunks besitzt in Sachen Gustav Mahler eine einzigartige Expertise. Nach langjährigem und sehr einträglichem Musizieren unter Eliahu Inbal ist jetzt der neue Chefdirigent Paavo Järvi mit einer grandiosen Aufnahme der Zweiten auf dem Weg zur eigenen Mahler-Serie.

Der estnische Dirigent hat zu Mahler ein entspanntes Verhältnis. Er entdeckt in der Musik kein nervöses Leiden, keine Hysterie, keine Schreikrämpfe; er gibt auch nicht den Radiologen, der die Symphonie röntgen lässt und dann nur noch schwarz-weiße Einzelstimmen findet. Dabei ist die Streubreite der Dynamik und Farbkraft des Orchesters so auffallend wie seine Brillanz; bei aller Wärme klingt es zuweilen, als spiele es Berlioz. Die Streicher spielen mit einem beweglichen Ton, der fallweise wie Klinge oder wie Puderquaste klingt.

Gewiss ist Mahler hier bisweilen ein wilder Kerl, der weder Dämonen noch das Dies irae scheut. Doch indem Järvi das Heimliche und Intime als Urlicht des Klangs aufscheinen lässt, beeindruckt die Expansion ins Wilde und Feierliche umso mehr. Und da in Natalie Dessay (Sopran), Alice Cote (Mezzosopran) und dem baskischen Chor Orféon Donostiarra hinreißende Vokalisten mitwirken, hört man die Glocken der letzten Takte als kollektiven Jubel, als Aufatmen, als Beifall. WOLFRAM GOERTZ

Virgin/EMI CD 50999 694586 06


http://nachrichten.rp-online.de/kultur/paavo-jaervi-dirigiert-mahlers-symphonie-nr-2-1.101862

Warm homecoming for diva Battle

by Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer
September 30, 2010


Soprano Kathleen Battle has never had a large voice. Yet even in her softest moments in songs by Richard Strauss with Paavo Järvi and the Cincinnati Symphony Orchestra on Thursday, she projected the artistry, expressiveness and occasionally that magical silvery sound that made her a star.

It was a warm homecoming for the opera diva, now 62, who earned two degrees at the University of Cincinnati College-Conservatory of Music and first sang on Music Hall’s stage in 1973. (On Friday, she plans to sing the national anthem at Great American Ball Park.) Looking regal in a billowy hot pink wrap over a black gown, she smiled often, and, after multiple ovations, knelt at the center of the stage, appearing touched at the response.

The occasion also launched Järvi’s 10th and final season as music director. His all-Strauss program, opening with “Also sprach Zarathustra” and concluding with “Der Rosenkavalier” Suite, dazzled for the spontaneity of his interpretations as well as for the sheer sonic glory of the orchestra in Music Hall.

Battle was renowned for her Mozart as well as her bel canto roles at the Metropolitan Opera (where she was dismissed in the mid-1990s for diva behavior). Even though age has diminished some of the tonal beauty and heft of her voice, the Grammy-winning soprano has retained her purity of tone, agility and stunning high notes.

She opened with the coloratura showpiece, “Una voce poco fa,” from Rossini’s “The Barber of Seville.” A bit careful at first, the soprano nevertheless infused her performance with dramatic character, and her vocal flourishes into the stratosphere were truly impressive. (Too bad one cadenza was marred by a ringing cell phone.)

Strauss’ Songs are better known with piano accompaniment, but the orchestral settings are charming. Vocally, the impression of the four songs was mixed, and they stayed much on the same emotional plane. “Ich wollt’ ein Strausslein binden” (I would have made a bouquet) was richly expressive and Battle spun long, nuanced phrases. She communicated “Muttertandelei” (Mother-Chatter) with girlish charm, and “An die Nacht” (To the Night) was deeply felt. A lullaby, “Wiegenlied,” though, had some intonation problems.

Järvi kept a delicate touch in the orchestra, and was with every turn of her phrase. Battle’s encore was an exquisitely sung “Morgen!” from Strauss’ Four Lieder, Op. 27, with radiant contributions from concertmaster Timothy Lees.

Järvi launched the evening with one of the great openings in all of music in Strauss’ tone poem, “Also sprach Zarathustra..” Inspired by Nietzsche’s search for “Superman,” it is famous for its “Sunrise,” but it travels through a universe of moods, ranging from intimate to earth-shattering.

His was a masterful, spacious reading, starting with the brass-filled crescendo that rose majestically from the depths to the explosive timpani crashes. The tremendous buildups made their impact, thanks to superb playing by the brass. But there was warmth, as well. The depiction of the “backwoodsmen” was memorable for its spiritual beauty, and expressively played by the strings. The “Dance of Song” was a sweeping, irresistible Viennese waltz.

Järvi’s direction was seamless and richly detailed throughout this episodic piece, while he allowed orchestral soloists freedom of expression. The musicians responded with precise, inspired playing.

The waltzes of “Der Rosenkavalier,” too, were lush and engagingly spontaneous. Järvi took care with each theme of the opera, capturing its nostalgia, wit and elegance. The horns and oboist Dwight Parry deserve special note. It’s a performance not to miss.

The concert repeats at 8 p.m. Saturday in Music Hall. Tickets: 513-381-3300, www.cincinnatisymphony.org.


http://news.cincinnati.com/article/20100930/ENT03/309300106/Warm-homecoming-for-diva-Battle