Monday, June 27, 2011

Rheingau Musikfestival: Auftakt mit Mahlers 5. Sinfonie

Alsfelder-Allgemeine.de
Manfred Merz
26.06.2011

Stehende Ovationen für einen großen Perfektionisten: Paavo Järvi und das HR-Sinfonieorchester begeistern zum Auftakt des Rheingau Musikfestivals mit Mahlers 5. Sinfonie. Elina Garanca singt im Vorprogramm.


Der Star des Abends steht rechts hinter Elena Garanca: Paavo Järvi setzt mit dem HR-Sinfonieorchester im Kloster Eberbach zu neuen Höhenflügen an. (Foto: Ansgar Klostermann)

Der eine arbeitet mit chirurgischer Präzision, der andere ist ein Fall für den Pathologen. Gemeinsam sind sie ein nicht zu schlagendes Team akustischer Intensivmedizin. Paavo Järvi und Gustav Mahler haben sich gesucht und gefunden, oder besser: Der Dirigent, Jahrgang 1962, hat den Komponisten, dessen 100. Todestag heuer begangen wird, für sich entdeckt und arbeitet seit Langem an einem Zyklus der Mahler-Sinfonien, den er jedes Jahr um ein weiteres Werk im Rahmen des Rheingau Musikfestivals erweitert und der ihn am Ende in die Fußstapfen der berühmtesten seiner Kollegen treten lassen wird.
Järvi setzte am Samstagabend den Zyklus in der Basilika von Kloster Eberbach fort und interpretierte gemeinsam mit seinem HR-Sinfonieorchester zum Auftakt des Rheingau Musikfestivals die 5. Sinfonie des Spätromantikers mit einer Urgewalt bei gleichzeitigem Farbreichtum, die ihresgleichen sucht. Am Ende gab es für den Esten und seinen außerordentlichen Klangkörper stehende Ovationen, Bravorufe und nicht enden wollenden Beifall.

Bei so viel Euphorie wurde die erste Konzerthälfte, die gerade einmal 20 Minuten währte, zum Vorprogramm degradiert. Elina Garanca sang Alban Bergs »Sieben frühe Lieder für Singstimme und Orchester«. Der lettische Mezzosopran-Star kann seine optischen Vorzüge jederzeit in beeindruckende Töne verwandeln. Garancas Stimmvolumen ist enorm, die Intonation punktgenau, der Gestaltungswille gewaltig. Dennoch erscheinen in den Bergschen Liedern manche ihrer Ausformulierungen trotz des zurückhaltend agierenden Orchesters etwas kurz, bleibt die Textverständlichkeit mäßig - die eigenwillige Akustik der Basilika, die der eines Tunnels gleicht, trägt ihren Teil dazu bei. Sie schmeichelt dem Klang der menschlichen Stimme nicht. Umso mehr überrascht es, wie elegant Järvi den impulsiven Orchestersound ausgewogen und transparent durchs hochwandige Mauerwerk führt. Selbst Tutti-Passagen im Fortissimo, die mit ihrer Klanggewalt einer Körperverletzung nahekommen, sprengen die beengte Situation des Hauses nicht, obgleich Järvi keineswegs verhalten dirigiert. Der Stabführer motiviert mit weiten Gesten die Musiker zu einer spannungsreichen Leistung. Das Orchester arbeitet die Schattierungen der umfangreichen Partitur, deren fünf Sätze in vier verschiedenen Tonarten notiert sind, mit Charme und Chuzpe heraus. Die Bläser spielen überaus rein, höchstes Lob ans stimmsichere Blech mit hervorragendem Horn-Solo im Scherzo.

Im zweiten Teil der ersten Abteilung (Mahler benennt die Sätze seiner Sinfonien eigenwillig) wird der Rezipient mit viriler Vehemenz in den Sitz gepresst, während er in der dritten Abteilung, im überirdischen Adagietto (dem eigentlichen vierten Satz, der Viscontis »Tod in Venedig« kongenial untermalt), dank feinstem Streichersound und Harfenperlen ohne einen Ton der Bläser auf Wolke sieben schwebt. Attacca geht's ins Finale, das in tobendem Dur bis zum aufbrausenden Schluss an den Nerven zerrt.

Järvi erweist sich neuerlich als Perfektionist, die HR-Sinfoniker dürfen sich vitale Künstler nennen. Mit dem Esten am Pult lässt sich das Orchester zu neuen Höhenflügen stimulieren. In der Basilika des früheren Zisterzienserklosters wird der irrwitzige Mahlersche Duktus mit seiner kolossalen Struktur, die immer Neues bietet und im Uferlosen zu kulminieren scheint, ein fassbares, konkretes Stück Musik, das jeden unweigerlich in den tiefen Strudel des Kompositionskosmos hineinzieht.

http://www.alsfelder-allgemeine.de/Home/Nachrichten/Kultur/Artikel,-Rheingau-Musikfestival-Auftakt-mit-Mahlers-5-Sinfonie-_arid,269400_regid,2_puid,1_pageid,14.html

Paavo Järvis hr-Sinfoniker eröffneten das Rheingau Musik Festival: Magische Momente

OP-online.de
27.06.2011

Eberbach - Für Mahler ist Paavo Järvi der richtige Mann. Schafft der Chefdirigent doch mit scharfem Blick auf Gegebenheiten einen hohen konzertanten Erlebniswert. Und kann sich zudem auf ein hr-Sinfonieorchester verlassen, das seine Vorgaben traumhaft sicher umsetzt. Von Klaus Ackermann


Der klanglichen Moderne verpflichtet: Mezzosopranistin Elina Garanca und Paavo Järvi in Kloster Eberbach Foto: RMF/Klostermann

Mit Mahlers Fünfter sorgte Järvi für magische Momente in der Basilika des ehemaligen Zisterzienser-Klosters Eberbach. Ein fesselnder Auftakt des Rheingau Musik Festivals, dem der lettische Weltstar Elina Garanca mit Orchesterliedern von Alban Berg die besondere Note gab.

In geheimste innere Bezirke geleiten die „Sieben frühen Lieder“ des Schönberg-Schülers Alban Berg auf Lyrik von Storm, Hauptmann, Rilke und Lenau (neben anderen mehr), die Natur als Gleichnis für seelische Befindlichkeiten. Nach düsterer Nachtstimmung, nach märchenhaftem Gesang am Schilfgestade und einem dramatisch mit grellen Spitzentönen gesteigerten Melodram wird die Macht der Liebe facettenreich und empfindsam beschworen. Dabei versteht es Garancas makelloser Mezzosopran, auch im starken, stimmlich vielfältig kanalisierten orchestralen Strom den intimen Charakter dieser Lied-Bekenntnisse zu wahren.

Das gipfelt in von heftigen orchestralen Schauern begleiteten süßen Träumen einer Liebesnacht, ein klanglich vielschichtiges romantisches Nachbeben, das auch auf Gustav Mahler verweist. Dessen Sinfonie Nr. 5 ist wie ein Befreiungsschlag aus programmatischen Zwängen, hin zu absoluter Musik. „Eine Symphonie der Realitäten“ hat sie Alma Mahler, Gattin des Komponisten, einmal genannt.

Dem spüren Järvi und die hr-Sinfoniker schon im vom überragenden Trompeter exponierten Trauermarsch knallhart nach, dem ein heftig bewegter, in der Basilika-Akustik sich stimmlich überstürzender Satz folgt, dessen akribisch erforschte Kühnheiten auf die Moderne hinweisen.

Es folgt ein bei Järvi Tempo-genaues Scherzo mit ironischer Distanz zum Wienerischen Walzertakt, das Orchester – und vor allem die Hörner – wie im Rausch. Forcierte Fröhlichkeit, eine Art Wut über den verlorenen Groschen. Volle Konzentration dann von Streichern und Harfe beim Adagietto, weltberühmt durch den Visconti-Film „Tod in Venedig“, das trotz kühler Aufnahmetechnik (das hr-Fernsehen hat aufgezeichnet und gestern Abend gesendet) im musealen Kirchenschiff wie weltentrückt wirkt. Attacca geht’s ins nur scheinbar unbeschwerte Rondo-Finale, dessen Fugen-artiges Netzwerk an Stimmen Järvi wie unter dem Mikroskop zu vergrößern scheint – bei effektvoll abgerissenem Schluss.

Wieder eine mutige, weil der Musik des 20. Jahrhunderts verpflichtete, Rheingau-Festival-Eröffnung. Auf weitere edle konzertante Tropfen darf man gespannt sein.

http://www.op-online.de/nachrichten/kultur/magische-momente-1297759.html

Mühelos aufblühend

Wiesbadener-Tagblatt.de
Von Axel Zibulski
27.06.2011

RHEINGAU MUSIK FESTIVAL Eröffnung mit dem hr-Sinfonieorchester im Kloster Eberbach

Elina Garanca exponierte das Motiv der aufspringenden Rosen kräftig. Im dritten von Alban Bergs „Sieben frühen Liedern“ setzte die lettische Sängerin mit glühend ausströmendem Mezzosopran den Akzent auf jene errungene Lebensbejahung, die in der Vertonung eines Gedichts von Theodor Storm zum Ausdruck kommt: Eine Nachtigall lässt mit ihrem Gesang bis zum Morgen die Rosen erblühen, und so entwickelt sich in der Kleinform des Liedes, was im Ganzen auch Gustav Mahlers sich auflichtende Sinfonie Nr. 5 cis-Moll prägt, Hauptwerk im Eröffnungskonzert des Rheingau Musik Festivals.

Mahler-Zyklus fortgesetzt

Natürlich ist das Bild des Aufblühens zugleich ein passendes für einen Festivalbeginn: Zum gewichtigen Auftakt der 24. Festspiel-Auflage setzten das hr-Sinfonieorchester und Chefdirigent Paavo Järvi ihren Zyklus mit Sinfonien Gustav Mahlers im 100. Todesjahr des Komponisten fort. Und sorgten mit der 1904 uraufgeführten fünften Sinfonie in Kloster Eberbach für einen ersten künstlerischen Höhepunkt in diesem Sommer.

Wieder schien Paavo Järvi die aufstauende Akustik der Eberbacher Basilika zum Element seiner musikalischen Dramaturgie werden zu lassen, ohne Kompromisse in der Wahl der meist straffen Tempi. So gab der Trauermarsch des ersten Satzes mit seinen rhythmischen Verzerrungen eine beklemmend verschwimmende Moll-Folie für das so umso schneidender, verletzender und hier immer wieder in ungewöhnlicher Deutlichkeit durchscheinende Trompeten-Motiv.

Die zunächst seltenen Inseln des Auflichtens stellte Järvi freilich nicht weniger stimmungsdeutlich heraus, das breit ausgekostete, versöhnliche Thema der wunderbar sensibel spielenden Cello-Gruppe im „stürmisch bewegten“ zweiten Satz, auch den hier zum flüchtigen Intermezzo überformten Ruhepol des Adagiettos, jenes populärsten aller Mahler-Sätze, der erst in diesem Kontext seinen wahren Reiz entfaltet. Denn zurecht als gewichtigsten Satz verstand Järvi das davor stehende Scherzo mit seiner aus äußerster Komplexität gewonnenen, zur Auflichtung treibenden Energie.

Järvi ließ Samuel Seidenberg, den Solo-Hornisten des hr-Sinfonieorchesters, neben dem Dirigenten-Pult spielen, exzellent mit-leiten, gemeinsam die Walzer-Einsprengsel als Verklärung des Vergangenen entlarven und die Musik sich neu aufbauen. Hier lag der lebensgewinnende Nukleus der Sinfonie, den das Finale als Effekt nur noch bestätigen konnte. Mit Mahlers fünfter Sinfonie korrespondierten zuvor Alban Bergs „Sieben frühe Lieder“ in der 1928 erstellten Orchesterfassung des Komponisten stilistisch gut. Elina Garanca stellte ihren Mezzosopran mühelos über die üppige Orchestrierung, tragend bis ins verinnerlicht abgedunkelte Pianissimo, strahlend und klar im Forte, freilich nirgends so nachdrücklich wie im Bild der aufspringenden Rosen. Es war das schönste und treffendste für dieses vom Publikum stark gefeierte Eröffnungskonzert.

http://www.wiesbadener-tagblatt.de/region/kultur/musik/10891822.htm


Von der Doppelbödigkeit allen Seins

Frankfurter Neue Presse
Von Michael Dellith
27. Juni 2011

Das HR-Sinfonieorchester eröffnete das Rheingau-Musik-Festival in Kloster Eberbach mit Mahlers 5. Sinfonie und Mezzosopranistin Elina Garanca.

Es ist die vielleicht typischste aller Mahler-Sinfonien. An seiner Fünften führte der geniale Tonschöpfer seinen Kompositionsstil exemplarisch vor: In einem Augenblick bricht die Musik in überschwänglichen Jubel aus, um im nächsten Moment in sich zusammenzusacken. Streichermelodien schwelgen in Walzerseligkeit und werden sogleich durch scharfen Trompetenklang abrupt beendet. Und wenn sich der Hörer endlich auf sicherem Grund fühlt, wird ihm sofort wieder der Boden unter den Füßen weggezogen. Es ist das Schwankende, Labile, ob im Trauermarsch des ersten Satzes oder im Dreivierteltakt-Rhythmus des Scherzo: Wie in kaum einem anderen Werk gelang es Mahler in seiner fünften Sinfonie, die Doppelbödigkeit allen menschlichen Seins auf faszinierende Weise zum Ausdruck zu bringen. Und es gibt zurzeit wohl kaum ein Ensemble in Deutschland, das diese Doppelbödigkeit besser musikalisch umsetzen kann als das Frankfurter HR-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi.

Unter Järvis konzis-konzentrierter Leitung reagierten die HR-Musiker beim Eröffnungskonzert in Kloster Eberbach mit einer vorbildlichen Flexibilität und Spontaneität. Der Reiz dieser ständig changierenden Klangwelten entfaltete sich auch ohne analytische Strenge – und Järvi ließ sogar das Überbordende, aus der Form Brechende mit Genuss zu. Andererseits vermied er jegliche, alle Struktur versiegelnde Hochglanzpolitur. So erklangen die Streicher im berühmten Adagietto, das Luchino Visconti in seiner kongenialen Verfilmung von Thomas Manns "Tod in Venedig" zur Liebessehnsuchts-Melodie überhöhte, nicht himmlisch losgelöst, sondern ganz erd- und naturverbunden. Bei Paavo Järvi ertastete sich das Adagietto vorsichtig seinen Klangraum. Und mit diesem einzigartigen Satz war auch der Bogen zum Anfang des Konzertes geschlagen, an dem die lettische Mezzosopranistin Elina Garanca mit Alban Bergs "Sieben frühen Liedern" vokale Klangkathedralen in hoher Vollendung und ergreifender Schönheit errichtet hatte: mit ihrer warmen und geschmeidigen Stimme, üppig aufblühend, von zartester Innigkeit bis hin zum Ausbruch größter Expressivität.

Doch zurück zu Mahler, dessen Rondo-Finale sich dank der brillanten Bläser-Fraktion des HR-Orchesters bis in taumelnde Euphorie steigerte, so atemberaubend, dass sich die Spannung am Ende in einem "Bravo"-Sturm des Publikums löste. "Standing Ovations" für einen fulminanten Festival-Auftakt.

http://www.fnp.de/fnp/nachrichten/kultur/von-der-doppelboedigkeit-allen-seins_rmn01.c.9014046.de.html

Tanz auf dem Vulkan

FAZ.NET
Von Guido Holze
27. Juni 2011
Rheingu Musik Festival

Das hr-Sinfonieorchester eröffnet das Rheingau Musik Festival im Kloster Eberbach mit Mahlers Fünfter und der Solistin Elena Garanca.



Glanzvolle Eröffnung: Elena Garanca und das hr-Sinfonieorchester mit Paavo Järvi in Kloster Eberbach.

26. Juni 2011 Ohne Solisten, Chor und Textbindung ist Mahlers fünfte Sinfonie eines seiner weniger konkreten Werke, entstanden „ohne äußeren Anlass“, wie er selbst anmerkte. Keine bildgebenden Satztitel, kein, auch kein geheimes, Programm: Der Zuhörer ist mit seiner Phantasie im sinfonischen Weltenbau, im Theatrum mundi, auf sich allein gestellt .Mit Paavo Järvi hat jetzt beim Eröffnungskonzert des 24. Rheingau Musik Festivals in der Basilika von Kloster Eberbach jedoch ein erfahrener Wegbereiter und -begleiter durch die Klangmassen geführt. Das Denken in großen Volten wurde mit ihm leichter.
Das hr-Sinfonieorchester setzte somit unter der Leitung des estnischen Chefdirigenten den über mehrere Jahre sich erstreckenden Mahler-Zyklus auf höchstem Niveau fort. Wie schon in den früheren Eröffnungskonzerten in Kloster Eberbach sorgte Järvi dazu in der hallreichen Akustik der Basilika für eine erstaunliche Trennschärfe der Stimmen und Klangfarben. Viele Nebenstimmen und auch die teils mehrfache Teilung der Streicher wurden deutlich hörbar.

Eindeutig ungetrübte Momente

Den mit den Trompetensignalen anhebenden Trauermarsch hielt er – der Anweisung gemäß „In gemessenem Schritt/ Streng / Wie ein Kondukt“ – von der Stimmung her geschickt in der Schwebe. Dass dieser schwere Gang am Anfang und nicht am Ende steht, weckte sogar eigentlich Hoffnung. „Mit größter Vehemenz“ sah man sich im Folgenden aber zunächst in tumultöse Szenen gestürzt. Die Hässlichkeiten der Welt blieben ungeschönt im Schnarren der gestopften Blechbläserklänge und in der Dunkelheit, die etwa die Violinen „mit breitem Strich“ und weisungsgemäß auf der fett klingenden G-Saite in entlegenen Tonarten herbeiführten. Das Ende dieses zweiten Satz kam umso triumphaler.

Inwieweit der Idylle im Scherzo zu trauen sei, ließ Järvi ähnlich offen, auch im spielerischen ersten Trio. Eindeutig ungetrübte Momente ergab erst das zweite Trio mit den Pizzikati und den – laut Spielanweisung – „schüchtern“ und sehr liebenswürdig sich zu Wort meldenden Oboenstimmen. Dass die tänzerischen Züge in dem sonst aber sehr dichten Satz herauskamen, war schon eine Leistung, eine noch größere jedoch die Wendung ins Bedrohliche: ein Tanz auf dem Vulkan. Mit kernigem bis weichem Ton trug Samuel Seidenberg vorne am Bühnenrand stehend zur Vielgestaltigkeit mit dem obligaten Hornpart viel bei.

Unangestrengt und ohne zu forcieren

Das nur wenige Partiturseiten umfassende Adagietto wurde gleichwohl zum eigentlichen Zentrum der Sinfonie: eine Insel der Ruhe, gerade im Non-Vibrato der Streicher und ohne versüßte Chromatik wirkungsvoll. Das Finale, das wegen der vielen polyphonen Ansätze und der ständigen kleinen Soli die größte Transparenz braucht, stand von der sauberen Ausführung her nicht nach. Die für Mahlers Verhältnisse ungebrochene, positiv bekräftigende Schlusswirkung vermittelte sich stark.

Begonnen hatte das Konzert, das am Sonntag mit gleichem Programm und Unterstützung der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wiederholt wurde, mit den sieben frühen Liedern von Alban Berg und der ausgezeichneten Solistin Elina Garana. Dass die Farben der späteren Orchestrierung gegenüber der usprünglichen Fassung mit Klavier zu dem avancierteren, weniger spätromantischen Eindruck führen, wurde dabei doppelt deutlich: Passend etwa zu fahlen Tremoli am Steg oder helleren Klängen modifizierte die lettische Mezzosopranistin ihr biegsames Timbre. Unangestrengt und ohne zu forcieren, setzte sie mit ihrer großen Stimme wenige, aber markante Forte-Höhepunkte, stilistisch in durchaus passender Nähe zu Richard Strauss.

Der Fernsehmitschnitt ist noch einmal am 9. Juli von 20.15 Uhr an auf 3Sat zu sehen, der Radio-Mitschnitt beim ARD-Radiofestival auf allen angeschlossenen Sendern am 19. Juli von 20.05 Uhr an zu hören.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Ansgar Klostermann
http://www.faz.net/artikel/C30722/rheingau-musik-festival-tanz-auf-dem-vulkan-30448841.html

Saturday, June 25, 2011

Paavo Järvi juhatab juunis oma orkestreid Frankfurtis ja Pariisis

Eesti Päevaleht
Priit Kuusik
25.06. 2011

Dirigent Paavo Järvi seisab lõppema hakkaval kuul oma Frankfurti ja Pariisi orkestrite ees, andes juunis kokku kümme kontserti.

Kümnest kontserdist koguni kaheksal dirigeerib Paavo Frankfurti Raadio Sümfooniaorkestrit, pakkudes kuulajaile mitu erinevat programmi.

6.- 8. juunil viis Paavo Frankfurti orkestri Itaaliasse Bolognasse, Torinosse ja Bergamosse. Kõikjal oli kavas Dmitri Šostakovitši Viiulikontsert nr 2 suurepärase noore hollandlanna Janine Janseniga solistina, selle kõrval kaks grandioosset sümfooniat, Gustav Mahleri Sümfoonia nr 5 ja Anton Bruckneri Sümfoonia nr 2. Seejärel kontserdid Weilburgis (10. juunil) ning kodulinnas Frankfurtis Alte Operis (16.- 17. juunil), ka siin Janine Jansen sama viiulikontserdi solistina, kavas veel Joseph Haydn, Mihhail Glinka ja Pjotr Tšaikovski.

21. juunil ja meie jaaniõhtul dirigeeris Paavo Pariisis kuulsas Pleyeli saalis Orchestre de Paris'd, mil oli mitu teost kavas Robert Schumanni loomingust ning Clara Haskili konkursi Šveitsis võitnud noor viinlane Till Fellner Ludwig van Beethoveni Esimese klaverikontserdi solistiks. Alles möödunud aastal lõpetas Till Fellner kontserdimaratoni Beethoveni kõigi 32 klaverisonaadi ettekannetega Viinis, Pariisis, Londonis, New Yorgis ja Tokyos, millele tal oli kulunud kolm aastat.

25. ja 26. juunil reisib Paavo Järvi koos Frankfurti orkestriga Saksamaal avama Rheingau muusikafestivali, kuhu orkester on traditsiooniliselt igal aastal kutsutud nii ava- kui lõppkontsertidega. Kahel avaõhtul Eberbachi kloostri basiilikas mängitakse sama kava: Alban Bergi orkestrilaulude tsükkel „Seitse varajast laulu“ ning Gustav Mahleri Sümfoonia nr 5. Uusviini klassiku Alban Bergi laulude solistiks on lätlaste tipplauljatar metsosopran Elīna Garanča. Kuni 27. augustini kestvatele pidustustele tuleb palju kuulsaid interpreete, soliste, kammeransambleid ja orkestreid.

Juulikuu esimesel nädalal sõidab Paavo Järvi oma kolmanda orkestri, Deutsche Kammerphilharmonie'ga Bremenist üheks õhtuks kontserdiga Rooma. Seejärel esinetakse koos aga „Valgete ööde“ festivalil Peterburis Valeri Gergievi kutsel, mil kavas on kõik Robert Schumanni neli sümfooniat. Alles siis saabub Paavole umbes kuu aega kestev kontsertidest vaba hingetõmbeaeg.
http://www.epl.ee/artikkel/599870#lower_vote

Friday, June 17, 2011

Monday, June 13, 2011

Brahms's German Requiem Mastered by an International Cast

WQXR: 105,9 fm The Classical Music Station of NYC
June 04, 2011

Album of the week

Take a German orchestra, a Swedish choir, and two of today’s leading French singers, and bring them all under the baton of Estonian-American conductor Paavo Järvi. The result is a new recording of Brahms's German Requiem (Ein Deutsches Requiem) that is among the most appealing in recent memory.

The oldest son in a conducting clan that includes father Neeme Järvi and brother Kristjan Järvi, Paavo Järvi recently finished a largely well-received decade as music director of the Cincinnati Symphony Orchestra. He’s now shifting his focus back to Europe, where he became music director of the Orchestre de Paris in September. He also holds posts in Germany with the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen and the Frankfurt Radio Orchestra.

Järvi has just the temperament for a work like the German Requiem. Unlike a more traditional, somber Mass for the Dead, the German Requiem builds on themes of comfort and humanism. The composer took up the work on it after his mother’s death in 1865, completing it three years later. In place of Latin liturgy, Brahms set passages from the Lutheran Bible, and there are allusions to Bach throughout.

The Frankfurt Radio Symphony brings a wide range of dynamics and careful gradations of sound. The Swedish Radio Choir, one of the best choral groups around, sings very expressively yet with appropriate restraint. Natalie Dessay, a frequent Met star, gives a passionate performance of the devilishly difficult fifth-movement soprano solo while Ludovic Tézier brings a rich, penetrating baritone. This may not be breezy summertime listening, but its contemplative power is well worth your time.

Brahms's A German Requiem
Frankfurt Radio Symphony Orchestra / Paavo Järvi
Swedish Radio Choir
Natalie Dessay, soprano
Ludovic Tézier, baritone
Available at Arkivmusic.com

http://www.wqxr.org/articles/album-week/2011/jun/04/brahmss-german-requiem-mastered-international-cast/

Paavo Järvi viis Frankfurdi Raadio orkestri turneele Itaaliasse

Eesti Päevaleht
Priit Kuusik
7.juuni, 2011

Dirigent Paavo Järvi on viinud ühe oma Saksa orkestritest, Frankfurdi Raadio Sümfooniaorkestri lühemale kontserditurneele kolme Itaalia mainekasse muusikakeskusse.

Kontserdireis algas 6. juuni õhtul Bolognas, esinemissaaliks oli Teatro Manzoni. Järgneb 7. juunil Itaalia rahvusraadio RAI residentsina Torino linn.

Avaõhtul Bolognas kõlas Dmitri Šostakovitši Kontsert viiulile ja orkestrile nr 2 ning seejärel Gustav Mahleri Sümfoonia nr 5.

Šostakovitši viiulikontserdi solistiks on Frankfurdi raadio-orkestri selle hooaja resideeriv kunstnik noor hollandi viiuldaja Janine Jansen, kellega Paavo on mitmeid kordi koos esinenud, plaadistanud ning nende plaatidega auhindu võitnud.

Janine Jansen mängib Antonio Stradivari poolt 1727. aastal Cremonas valmistatud viiulil, mille hüüdnimeks on ‘Barrere’ ja mille talle on kasutada andnud Stradivari Ühing Chicagos.

Tänane kontsert Torinos toimub uue, mitme saaliga Lingotto muusikakeskuse Giovanni Agnelli nimelises auditooriumis. Šostakovitši viiulikontserdi kõrval Janine Jansenilt esitatakse täna Anton Bruckneri Sümfoonia nr 2 c-moll.

Homme, 8. juunil toimub viimane kontsert Bergamos Teatro Donizetti's, kus Šostakovitši viiulikontserdi kõrvale mängitakse taas Gustav Mahleri Sümfoonia nr 5. Esialgses plaanis oli Itaaliasse viia ka Jean Sibelius ja Eduard Tubin (11. sümfoonia), aga nüüd on neid asendanud Anton Bruckner.

Paavo Järvi tegutseb Frankfurdi Raadio Sümfooniaorkestri peadirigendina alates hooajast 2006/2007. Kaks aastat tagasi tegi ta orkestriga menuka Euroopa-reisi, esinedes Austrias, Sloveenias, Ungaris, Hollandis, Itaalias ja ka Tallinnas Estonia kontserdisaalis. Selle juunikuu viimasel nädalal sõidab Paavo koos Frankfurdi orkestriga traditsiooniliselt avama Rheingau festivali.

Teatavasti tuleb Paavo avama septembris Tallinnas ka uut kontserdihooaega, nüüd aga enda uusima orkestriga Orchestre de Paris, kellega ta sel kuul lõpetab alles oma esimese hooaja. Pariisi orkestriga äratas ta tähelepanu ka oma äsjasel kontserdireisil Viinis, kus esines kolmel õhtul Musikvereinis. Kriitika meenutab, et viimati kuuldi Paavot Viinis Beethovenit juhatamas, siis orkestriks Deutsche Kammerphilharmonie Bremen.

http://www.epl.ee/artikkel/599146

Monday, June 06, 2011

Ein französisches Duett der Orgel mit dem Cello

Wienerzeitung.at
Von Daniel Wagner
31. Mai 2011

Konzert: Orchestre de Paris, Paavo Järvi

Dank des Orchestre de Paris unter Paavo Järvi bot sich den Wiener Orgelfreunden eine weitere Möglichkeit, die neue Rieger-Orgel im Goldenen Musikvereinssaal in ihrer ganzen Pracht zu erleben. Mit von der Partie ein europäischer Vorzeigeorganist: Thierry Escaich, ein Nachfolger Maurice Duruflés als Titularorganist der Pariser Saint-Étienne-du-Mont. In Saint-Saëns’ dritter Symphonie in c-Moll gingen er und das Ensemble in der vollmundigen, französischen Orgelsymphonik des 19. Jahrhunderts auf – Escaich entlockte der Rieger im Eröffnungsadagio zarteste Gesänge, wuchtig das finale Maestoso.

Noch mehr organistische Kraft entfesselte der Solist in einer Eigenkomposition: "La Barque solaire" erklang erstmals auf österreichischem Boden. Diese symphonische Klangdichtung auf den ägyptischen Sonnengott Ra kämpft sich in wild perpetuierenden Clustern durch das Himmelsgewölbe. Nicht von ungefähr kamen die Erinnerungen an Olivier Messiaen – der Organist schätzt besonders das Schaffen seines Kollegen.

Werktreue Melancholie

Die programmatische Pause des einen Solisten bedeutete den Auftritt des anderen. Während Chefdirigent Järvi in exakten Tempoangaben dem Orchester wenig Freiraum ließ, erfüllte Cellist Gautier Capuçon Dvoráks h-Moll Cellokonzert mit der nötigen, werkimmanenten Melancholie. Die anfangs schräg intonierten Bläsersoli wurden in seinem gewohnt saalfüllenden Melodram rasch vergessen. Originelle Zugabe: Mit Dalilas "Mon coeur s’ouvre à ta voix" umgarnten Orgel und Cello im kammermusikalischen Duett das hiesige Publikum endgültig.

http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3903&Alias=wzo&cob=563226

Das Unprätentiöse des Kongenialen: Leif Ove Andsnes, Paavo Järvi

derStandard.at
30. Mai 2011

In ihrem Zugang sind einander die beiden wahlverwandt

Wien - Das Geschäft mit Aufmerksamkeit und Anerkennung im Kulturbetrieb ist schon merkwürdig: Paavo Järvi gehört zweifellos zu den inspiriertesten, visionärsten und technisch souveränsten Dirigenten unserer Zeit. Und doch rangiert er, CD-Preise hin, diverse Chefposten her, in Markt und Medien hinter so manchem Blender.

Der zehn Jahre ältere Bruder von Kristjan Järvi stellt nun einmal keinen Pultstar dar - trotz aller tänzerischen Eleganz scheint ihn Außenwirkung kaum zu kümmern. Stattdessen realisiert er (das abgedroschene Wort ist hier durchaus angebracht!) Partituren in allen Details so akkurat wie nur wenige. Und er erzielt dynamisch wie agogisch feingezeichnete Phrasierungen und Spannungsbögen, modelliert sie in allen Dimensionen mit bezwingender Gestik.

Leif Ove Andsnes war für Järvi im Musikverein ein kongenialer Partner; in ihrem unprätentiösen Zugang sind einander die beiden wahlverwandt. So agierte er in Brahms' 2. Klavierkonzert mit der ihm eigenen Selbstverständlichkeit, gerundet und schlüssig, ohne aufgesetztes Pathos, während das Orchester prononciert und flexibel reagierte.

Auch Dvoráks Siebte atmete in jeder Phrase bezwingende Flexibilität. Einziger möglicher Einwand wäre, dass sich die großen Formen nicht ganz mit derselben Stringenz ineinanderfügten. Zwar könnte das Orchestre de Paris, das Järvi seit 2010 leitet, hinsichtlich seiner klanglichen Homogenität noch zulegen. Engagement und Spielfreude ließen sich aber bereits jetzt - nicht nur im Vergleich mit der vorangegangenen Orchester-Ära - kaum mehr steigern. (Daniel Ender, DER STANDARD - Printausgabe, 31. Mai 2011)

http://derstandard.at/1304553271369/Musikverein-Das-Unpraetentioese-des-Kongenialen-Leif-Ove-Andsnes-Paavo-Jaervi

Frischzellenkur für Brahms mit Paavo Järvi

Die Presse.com
29.05.2011

Pianist Leif Ove Andsnes brilliert mit dem Zweiten Klavierkonzert im Wiener Musikverein. Getrübt hat den Eindruck allerdings das Andante.

Eigentlich sei das ja gar kein Klavierkonzert, sondern eine Symphonie mit obligatem Klavier. Seit der legendäre Musikkritiker Eduard Hanslick diesen Satz über das zweite Klavierkonzert des von ihm hoch geschätzten Johannes Brahms geschrieben hat, kann über den Giftgehalt des Diktums gerätselt werden. Es wurde jedenfalls bisweilen in wenig schmeichelhafter Absicht verwendet.

Der größte Fehler für Interpreten wäre es allerdings, es ganz wörtlich zu nehmen. Freilich hat Brahms auf eine zuvor nicht gekannte Weise Solo- und Orchesterpart verwoben, doch dahinter liegt ohne Zweifel ein lupenreines Solistenkonzert. Die Aufgabe vor allem des Dirigenten ist es, dies klar herauszupräparieren. Und genau das hat Paavo Järvi am Pult seines „Orchestre de Paris“ am Samstagabend im Wiener Musikverein dankenswerterweise auch getan.

Dass Järvi, wie man in Wien zuletzt an seinen Beethoven-Interpretationen hören konnte, einen eher erdigen, um nicht zu sagen ruppigen Zugriff schätzt, ist da kein Schaden – zumal der flauschige Klang des französischen Orchesters schon dafür sorgte, dass daraus keine Romantik ohne Romantik wurde. So viel Pathos wie nötig, so wenig wie möglich – dies ist bei Brahms immer die Gratwanderung. Hier gelang sie, wobei der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes sich mit seinem auch im Forte schlanken und immer sachlichen Klang perfekt einfügte. Die enormen technischen Herausforderungen bewältigte er auf geradezu spielerische Weise, auch dort, wo Brahms den Händen eine enorme Spannweite abverlangt, klang es völlig unangestrengt – und sah auch so aus.

Musikalische Prosa statt Poesie

Getrübt hat den Eindruck allerdings das Andante: Von drei Allegro-Sätzen umrahmt sollte es eigentlich den Ruhepunkt bieten, von dem aus das überschäumende Finale abhebt. Järvi nahm das Tempo etwas zu zügig und ließ das Cello seine tragende Melodie mit zu viel Energie aufladen. Wo etwa ein Claudio Abbado zauberhaft poetische Parallelwelten evozierte, blieb hier alles Prosa. Zu spät erst kam der Satz zur Ruhe.

Auch mit dem langsamen Satz von Dvořaks abschließender Symphonie Nr. 7 – ein beliebtes Tourneestück – war Järvi kein Glück beschieden: Die Puzzlestücke des reichhaltigen Adagio wollten sich zu keinem organischen Bild fügen. Volle Entschädigung bot dafür das Scherzo, das man selten tänzerisch-duftiger gehört hat als von dem Pariser Klangkörper. Parlez-vous Dvořak? Mais oui! hd

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2011)

http://diepresse.com/home/kultur/klassik/666243/Frischzellenkur-fuer-Brahms-mit-Paavo-Jaervi?from=suche.intern.portal

Wednesday, June 01, 2011

Paavo Järvi viis Pariisi orkestri Viini kuulsasse Musikvereini

Eesti Päevaleht
Priit Kuusk
31. mai 2011

Dirigent Paavo Järvi viis oma uue orkestri, Orchestre de Paris´ esimesele kaalukamale kontserdireisile Viini, esinema Musikvereini kuulsas „Kuldses saalis“.

Orchestre de Paris mängis Musikvereini suures saalis järjest kolmel õhtul, 28. - 30. mail, esitades kuulajatele kolm erinevat kava. 18., 19. ja 25. mail tutvustas orkester neid teoseid ka Pariisis oma residentsis Salle Pleyelis.

Avateoseks „Kuldses saalis“ 28. mail oli Eesti peadirigent valinud Johannes Brahmsi Klaverikontserdi nr 2, kus solistiks oli suurepärane norra virtuoos Leif Ove Andsnes. Teise teosena oli kavas ín Dvořáki Sümfoonia nr 7. Selle kava mängis Orchestre de Paris 25. mail ka oma kodusaalis.

29. mail tutvustati Viinis menukat prantsuse nüüdisheliloojat ja organisti Thierry Escaich'i: ta soleeris oma oreliteoses orkestriga „La barque solaire“ („Üksik pargas“) ning tegi kaasa kontserdi lõpul Camille Saint-Saënsi orelisümfoonia (Sümfoonia nr 3) ettekandel. Vahepeal, esimese osa teise teosena kõlas řáki Tšellokontsert, solistiks prantslaste enda noor tipptšellist Gautier Capuçon.

Viimasel õhtul eile oli Edvard Griegi Klaverikontserdi solistiks Viinis elav Venemaalt pärit pianist Elisabeth Leonskaja. Kontserdi alustuseks mängis orkester prantslaste klassiku Hector Berliozi avamäng „Korsaar“. Musikvereini sarja viimaseks suurteoseks jäi eile Jean Sibeliuse üks populaarsemaid sümfooniaid Sümfoonia nr 5.

Ajakirjanduses teatatakse, et Orchestre de Paris on aukülaliseks telekanali Mezzo programmides 28. maist kuni 27. juulini, mil antakse eetrisse orkestri hooajal 2010/2011 salvestatud seitse kontserti (koos tavapäraste kordustega), sh alates 8. juulist ka Paavo avakontsert orkestri peadirigendina 15. septembril Eesti Rahvusmeeskoori kaastegevusel ning alates 11. juulist kontsert, kus Paavo tõi mailmaesiettekandele Arvo Pärdi uusteose „Silhouette“.

Meenutagem, et Musikvereini „Kuldses saalis“ on dirigentidest Järvidest kõige enam juhatanud noorim Kristjan Järvi, see oli ajal, mil ta tegutses Alam-Austria Tonkünstler-Orchesteri peadirigendina. Ja kuigi Euroopaski avanevad järjest uued suurepärased kontserdisaalid, jääb Euroopa parima akustikaga saaliks asjatundjate hinnangul ikka veel Musikvereini 1870. aastal avatud suur saal.

Vaevalt nädala möödudes viib Paavo Järvi juba oma teise orkestri, Frankfurti Raadio Sümfooniaorkestri turneele Itaaliasse, mille esimene kontsert toimub 6. juunil ja kus kavas on igal kontserdil neljast ka Itaalias peaaegu tundmatu Eesti helilooja Eduard Tubina Sümfoonia nr 11. See kontserdireis lõpeb 9. juunil ning seejärel juhatab Paavo veel uut kava Frankfurtis orkestri residentsis Alte Operis.

http://www.epl.ee/artikkel/598851