Tuesday, September 25, 2012

Khatia Buniatishvili spielt Chopin

NDR.de
Chantal Nastasi
24.09.2012

Khatia Buniatshvili, Klavier
Orchestre de Paris, Leitung: Paavo Järvi

Als Nachwuchskünstlerin des Jahres hat Khatia Buniatishvili mit ihrer Debüt-CD prompt den ECHO Klassik 2012 gewonnen, den sie Mitte Oktober verliehen bekommt. Kürzlich ist die zweite CD der georgischen Pianistin bei Sony erschienen, auf der sie sich der Musik von Chopin widmet.
CD-Cover - Khatia Buniatishvili: Chopin © Sony Classical   
Auf Khatia Buniatishvilis zweiten CD sind neben den kleineren Stücken auch größere Werke von Chopin zu hören.
Stimmungsvoll und virtuos
Durch die kleinen Formen habe sie Chopin Musik erstmals kennengelernt, durch seine Walzer, Préludes und Mazurken, erzählt Buniatishvili. Und so wollte sie ihre CD mit diesen Werken einrahmen: mit dem cis-Moll Walzer zu Beginn und der Mazurka in a-Moll am Ende.
Wie von ferne, als kämen die Stimmungen und Melodien aus der Erinnerung - solche Klangfarben sind Buniatishvilis große Stärke. Sie kann sehr leise spielen und doch mit unglaublich viel klanglicher Präsenz. Und im nächsten Moment, durch ihren etwas zupackenderen Anschlag, ist die Nostalgie verschwunden. Fingerfertigkeit, Schnelligkeit sowie Balance- und Klangempfinden verbinden sich bei der 25-Jährigen zu dem, was Virtuosität im besten Sinne des Wortes sein soll.
Innige Momente
Das Bild, das Buniatishvili musikalisch von Chopin zeichnen möchte, zeigt sie - wie auch bei ihrer Liszt-CD - mit einem kleinen Video. Als Bonustrack auf der CD sieht man sie am Bahnhof warten und dabei gedanklich durch Plätze der Erinnerung schweifen. Die in grau gehaltenen Bilder sind mit Chopins Musik unterlegt.
Neben den kleineren Stücken hat die in Paris lebende Georgierin auch größere Werke von Chopin eingespielt: die vierte Ballade, die zweite Sonate und zusammen mit dem Orchestre de Paris unter Leitung von Paavo Järvi das zweite Klavierkonzert - eine Live-Aufnahme, die im September 2011 in der Pariser Salle Pleyel entstand.
Buniatishivili schwebt geradezu durch den ersten Satz, mit ihren perlenden Läufen und den innigen Momenten. Der zweite Satz ist eine Liebeserklärung Chopins an eine junge Polin, und ohne Volkslieder wäre wohl der letzte Satz nicht entstanden. Für all das beweisen Buniatishvili und Järvi mit seinem Orchester als kongeniale Begleiter ein perfektes Gespür.
 http://www.ndr.de/kultur/klassik/chopin115.html

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