Thursday, January 31, 2019

Russische Kontraste

magazin.klassik.com
Aron Sayed
31.01.2019

Für gewöhnlich orientieren bekannte Orchester sich auf ihren internationalen Tourneen stark am musikhistorischen Kanon, um auf Nummer sicher zu gehen und für volle Häuser zu sorgen. Bisweilen führt das zu recht allgemeinen Programmen. Nicht so an diesem Abend mit dem Philharmonia Orchestra aus London unter Paavo Järvi in der Elbphilharmonie. Hier wurden zwei Werke russischer Provenienz von Beginn des 20. Jahrhunderts kombiniert, die sowohl in Besetzung und Charakter kaum gegensätzlicher sein könnten: Sergej Prokofjews neoklassizistisch kurzes, von ätherischem Humor erfülltes Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur und Sergej Rachmaninows erdenschwere, spätromantische, melodisch wuchernde Sinfonie Nr. 2 in e-Moll. Einzig Beethovens 'Coriolan-Ouvertüre' zu Beginn fiel da ein wenig heraus. Dass Paavo Järvi das Philharmonia Orchestra hier in voller Besetzung antreten ließ und es hochexpressiv zu Werke ging, ließ seine historisch informierten Beethoven-Interpretationen mit der Kammerphilharmonie Bremen sofort vergessen und warf Rachmaninows Schatten voraus, auch wenn die Streicher hier nicht weniger gewandt phrasierten als die Bremer, leichte Tutti-Wackler zu Beginn inklusive.

Kratzbürstig

Hilary Hahns ansonsten brillanter Interpretationsstil ist dafür bekannt, dass rhythmische Konturen bei ihr gelegentlich verschwimmen, was besonders in Prokofjews an rhythmischen Mätzchen reichem D-Dur-Konzert ein Risiko birgt. Nicht so jedoch an diesem Abend, an dem Hahn im Vivacissimo jene kratzbürstige Passage am Steg mit Solo-Tuba-Einschub noch kratzbürstiger spielte als sonst und die Grenze zum Geräusch absichtsvoll überschritt. Auf diese Weise setzte sich ihre intensiv kantable Gestaltung im Andantino umso reizvoller von jenen bissig humorigen Passagen ab. Dies zumal auch die Holzbläser mit der Solovioline plastisch dialogisierten, vom ‚tapsenden‘ Fagott zu Beginn des Moderato bis zur sanguinischen Flöte und der Piccoloflöte in den Rahmensätzen. Mit zarter Gesanglichkeit und leichtem Vibrato gab Hahn anschließend des Andante aus Johann Sebastian Bachs Sonate für Violine solo BWV 1003 und füllte so trotz sanfter Tongebung den Großen Saal der Elbphilharmonie spielend aus. Dies zeigte auch, dass die kürzlich aufgebrandete Diskussion um die Akustik des Saals vollkommen aus der Luft gegriffen ist. Das Publikum dankte mit donnerndem Applaus und Bravi.

Expressive Verve

Gleiches galt im Anschluss für Rachmaninows großdimensionierte Sinfonie Nr. 2, die unter Järvi mit expressiver Verve dirigiert wurde, was sich in der Interpretation entsprechend niederschlug. Auch wenn es dem massigen Tuttiklang besonders in den lauten Passagen bisweilen an der orchestralen Balance fehlte, navigierte das Philharmonia Orchestra doch mit entschiedener Haltung durch die melodisch ausgedehnten, mäandernden Verläufe. Einen Höhepunkt bildete dabei das wie sollte es auch anders sein – Klarinettensolo zu Beginn des Adagio. Wie dynamisch differenziert und zugleich beseelt das Traditionsorchester aus London klingen kann, zeigte es dann auch in Paavo Järvis Standardzugabe, dem 'Valse Triste' von Sibelius. Beinahe unhörbar flüsternd und dabei doch maximal verständlich agierten hier die Streicher. Besonders die crescendierenden Liegetöne in den Hörnern am Schluss sorgten zusätzlich für Gänsehaut. Der Rest war Jubel.

https://magazin.klassik.com/konzerte/reviews.cfm?task=review&PID=6986

Elbphilharmonie: Reine Erotik mit der Geigerin Hilary Hahn

abendblatt.de
Verena Fischer-Zernin
31.01.2019

Hamburg. Paavo Järvi muss eine obsessive Beziehung mit der „Valse triste“ von Sibelius haben. Jedenfalls hat die Rezensentin noch nicht erlebt, dass er mal etwas anderes als Zugabe gespielt hätte. Mit dem Philharmonia Orchestra Londonsetzte er seinen persönlichen Running Gag in der Elbphilharmonie fort. Wie die Beteiligten schmachteten und lockten, drängten und nachgaben, das war reine Erotik. Und das Publikum entsprechend aus dem Häuschen.

Järvi hat es ja sowieso raus, seine Musiker mit einem Zucken der Augenbraue zu entfesseln. Schon bei Beethovens „Coriolan“-Ouvertüre ließ er, nachdem sich die Streicher auf ihre Achtel-Figuren eingependelt hatten, nichts anbrennen. Die Akzente waren Schreck-Millisekunden, die Crescendi hielt der Dirigent so lange im Zaum, bis es fast nicht mehr zu ertragen war.

Hilary Hahn behielt jederzeit die Kontrolle


Ehrensache, dass bei Beethoven Naturtrompeten und historische Pauken zum Einsatz kamen – beim 1. Violinkonzert von Prokofjew bedienten dieselben Herren dann selbstverständlich das moderne Instrumentarium. Englische Musiker sind für ihre Perfektion bekannt. Was zu erleben war.

Da trafen sie sich mit der Solistin. Hilary Hahn fegte durch das heiter-romantische, mal zauberzarte und mal sprudelnd virtuose Stück, als gäbe es so etwas wie spieltechnische Hürden nicht. Musik hat auch etwas mit Hingabe zu tun? Nicht bei Hahn. Die behielt jederzeit die Kontrolle, bis in die höchsten Höhen ihrer Vuillaume-Geige und bis in den letzten Zentimeter Bogen. Dafür jazzte sie an den groovigen Stellen mit sichtlichem Vergnügen. Das Schönste aber war, wie liebevoll sie die Solobläser umspielte, wenn diese die Melodie hatten. So geht Kammermusik, auch auf der großen Bühne.

100 Prozent gefühlsecht


In der ersten Hälfte hatte das Orchester bei aller Brillanz bisweilen einen Hauch distanziert geklungen. Nach der Pause war das vergessen. Da gab’s Romantik fürs Herz.

Sergej Rachmaninow hat in seine 2. Sinfonie alles an Empfindungen hineingelegt, dessen ein Mann und Komponist von 34 Jahren fähig ist. Die Streicher schwelgten, die Flöten schwangen sich himmelwärts, und das Schicksal schlug zu in Gestalt einer wagnerartigen Blech-Phalanx. 100 Prozent gefühlsecht, diese Musik. Anhaltender Jubel.

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https://www.abendblatt.de/kultur-live/kritiken/article216335773/Elbphilharmonie-Reine-Erotik-mit-Hilary-Hahn.html

Paavo Järvi dirige Sibelius, l’intégrale définitive ?

crescendo-magazine.be
Pierre Jean Tribot
31.01.2019

Jean Sibelius(1865-1957) : Intégrale des symphonies. Orchestre de Paris, Paavo Järvi. 2012-2016. Notice en français, anglais et allemand. 1 coffret de 3CD RCA. 19075924512.

Le titre de cette chronique est en effet provocateur ! La variété et l’immense qualité des intégrales des symphonies consacrées au géant finlandais font de Sibelius l’un des compositeurs les mieux servis au disque. Cependant, force est de constater que Paavo Järvi revisite complètement l’approche de ces symphonies.

Loin d’un Sibelius supra-esthétique ou volontairement sur-intellectualisé (comprendre comme Herbert von Karajan, Colin Davis, Osmo Vänskä ou Kurt Sanderling), le Sibelius de Paavo Järvi allie la force de la tension dramatique à la maîtrise de la puissance orchestrale. L’un des meilleurs exemples de cette approche est la Symphonie n°6 tissée ici avec une légèreté du tissus orchestral d’une adaptabilité totale à la baguette du chef. La beauté minérale de cette oeuvre resplendit ici avec une variété incroyable de couleurs !

La force de Paavo Järvi est de défendre cette vision anti-sentimentaliste ou anti-impressionniste avec une force presque fauviste dans la gestion des pupitres : les Symphonies n°2 et n°5 sont exposées ici avec une puissance épique renversante. À ce titre, la dernière minute du premier mouvement de la Symphonie n°5 est époustouflante par la tension générée. On se situe, mais à un niveau de réalisation tellement supérieur, à la suite des gravures du génial Carl von Garaguly, chef hongrois fort oublié qui avait gravé une poignée de Sibelius décapants en RDA (Eterna/Berlin Classics), enregistrements chéris des Sibeliusolâtres émérites !

L’Orchestre de Paris est l’autre triomphateur de ce coffret. La phalange épate avec ses dynamiques calibrées et la qualité de ses pupitres. L’Orchestre de Paris est le premier orchestre français à enregistrer une intégrale des symphonies de Sibelius et il s’impose au sommet d’une discographie pourtant caractérisée par d’autres grandes phalanges de légende !

Le tandem Paavo Järvi/Orchestre de Paris montre ici l’accomplissement que fut le mandat du chef estonien, certainement le plus marquant qualitativement de l’histoire de l’orchestre. Les commentateurs vont noter que cette somme paraît alors que l’Orchestre de Paris se cherche toujours un directeur musical suite au départ précipité de Daniel Harding. Au regard de la qualité de ses pupitres, on souhaite aux Parisiens de se trouver rapidement une baguette qui continue de les porter aux sommets des orchestres mondiaux.

Ce coffret est une référence et il prend naturellement la tête de notre podium “Sibelius” devant les intégrales de Paavo Berglund à Helsinki (Warner) ou de l’inattendu Sir John Barbirolli à Manchester (Warner).

Son 10 - Livret 10 - Répertoire 10 - Interprétation 10

https://www.crescendo-magazine.be/paavo-jarvi-dirige-sibelius-lintegrale-definitive/

Tuesday, January 29, 2019

Classical CD Reviews: Estonian Festival Orchestra’s Shostakovich

artfuse.com
Jonathan Blumhofer
29.01.2019

Paavo Järvi and the Estonian Festival Orchestra present a probing and excellent version of Shostakovich’s Symphony no. 6




Shostakovich’s Symphony no. 6 is, arguably, his strangest and most difficult multi-movement symphony to pull off in performance. The problems owe both to the score’s structure – a mammoth first movement followed by two shorter ones – and the music’s expressive content: the opening movement is a searing, if unbalanced, essay, followed by a pair of raucous, irreverent episodes. It’s a piece that’s thrown more than a few fine conductors for a loop.

Just don’t tell that to Paavo Järvi and the Estonian Festival Orchestra (EFO), whose new recording (for Alpha) of the piece (paired with the op. 110b Chamber Symphony) is probing and excellent.

You know this is a great Shostakovich Six from the way Järvi and his crew approach that perplexing first movement. On paper it’s lopsided, with a rather flowing first third followed by spare, recitative-like writing over much of its next two thirds. Yet you don’t really notice that structural instability in this performance for a couple of reasons.

The first is tempo. Järvi’s is a reading that is notably fluent and never dawdles. At the same time, it doesn’t rush over anything it shouldn’t. His sense of pacing throughout is logical and reasoned – but, at the same time, well-attuned to the music’s expressive features. The opening section offers plenty of momentum, but so do the soloistic parts that follow: there’s a sense of heartbeat and pulse in this interpretation that brings this complicated movement impressively to life.

The second characteristic is the EFO’s playing, which is – for lack of a better word – brilliant throughout. String tone is warm but uncompromising. Woodwinds and brass are perfectly secure, pitch-wise. And the percussion offers a sort of Mahlerian menace that jumps out powerfully. The movement’s moments of true warmth – the chorale that appears near the end, the reprise of the opening material – speak with an intensity and conviction that’s thoroughly lived and entirely of the moment.

So, in their different expressive ways, are the subsequent movements. The second, opening with a superb account of its rowdy clarinet solo, wears itself out sooner than not; the last, is taken at a breathtaking clip and seems to banish the foul memories of the first movement. Only it doesn’t quite – which is rather the music’s point.

Filling out the disc is Abram Stasevich’s arrangement of the String Quartet no. 8 for string orchestra and timpani. Maybe it’s the addition of the drum – more likely it’s the sheer ferocity of the EFO’s playing – but I found this a far more convincing adaptation and orchestral reading of the piece than Dmitri Sitkoevsky’s more familiar strings-only setting. As in the Symphony, the orchestra’s playing drives furiously (the second and third movements, in particular, are ferocious) while the music’s blistering pathos burns through every queasy phrase.

In all, this is an unsettling performance of a deeply disturbing, if familiar, piece. It’s one with which you really can’t go wrong.

https://artsfuse.org/167582/classical-cd-reviews-estonian-festival-orchestras-shostakovich-and-andrew-manzes-mendelssohn-vol-2/

Tabula rasa, Fratres, Passacaglia

sonograma.org
Josep Bosch
29.01.2019

Títol: Tabula rasa, Fratres, Passacaglia
Autor: Arvo Pärt
Intèrprets: Viktoria Mullova
Estonian National Symphony Orchestra
Direcció: Paavo Järvi
Segell discogràfic: Onyx Classics
La música del compositor estonià Arvo Pärt sol associar bellesa, sensibilitat comuna i complicitats compartides.
En aquest nou enregistrament del segell Onyx, Arvo Pärt ha comptat amb l’Orquestra Simfònica Nacional d’Estònia, dirigida per l’extraordinari director, també estonià, Paavo Järvi. En aquest disc hi conflueix, a més, la violinista russa Viktoria Mullova que, amb la seva sòlida experiència, explora les possibilitats d’aquest rol solitari dins de les textures minimalistes del compositor estonià.
Per començar, el Darf ich (1995/99), una obra per a violí sol, d’una durada de prop de tres minuts, acompanyada per una campana en do diesi i corda. Mullova prepara l’oient per sentir un estat d’ànim, un aquietament, que s’anirà desenvolupant al llarg de les diverses obres seleccionades, fins a la darrera obra Spiegel im Spiegel for violin & piano (1978), una peça on l’excepcional violinista Florian Donderer i el pianista de jazz i compositor Liam Dunachie ens conviden a reposar i a escoltar unes melodies tranquil·litzadores.
Arvo Pärt ha explicat en diverses ocasions que «…una nota, o un ritme silenciós o un moment de silenci, em consola.» El sentit espiritual que li atorga a la música va molt més enllà de la religió. En aquest sentit, és fàcil trobar la influència de Bach que ha estat, durant molt de temps, una influència important en l’obra compositiva de Pärt.
Mullova ha treballat Tabula rasa (1977), Fratres (1991) i el Passacaglia (2003) utilitzant diferents maneres d’utilitzar l’arc i en aquest aprofundiment tonal, el mestre Järvi ha optat per fer-ne unes versions més lentes i cercant el so més adequat.
Paavo Järvi, un director apassionat i vehement, aconsegueix una nova fita artística interpretant la impertorbable i plàcida música d’Arvo Pärt.
Aquesta trobada de músics excepcionals, s’ha convertit en un esdeveniment sonor, poètic, dolorós, profund i espiritual.

http://sonograma.org/suplement-de-discos/arvo-part/

Am Ende lächeln

süddeutsche.de
Henrik Oerding
29.01.2019

Die große Geigerin Hilary Hahn beeindruckt im Münchner Gasteig mit Sergei Prokofjews 1. Violinkonzert. Paavo Järvi dirigert dabei das Philharmonia Orchestra London und triumphiert am Schluss mit Sergei Rachmaninows 2. Symphonie.

Als der Schlussakkord langsam verhallt, muss auch Paavo Järvi lächeln. Verständlich, denn was da gerade ausklingt, ist bemerkenswerte Musik: Sergei Prokofjews erstes Violinkonzert, ein Werk zwischen den Zeiten, einerseits ganz romantisch-melodisch, andererseits weist es harmonisch deutlich ins 20. Jahrhundert hinein. Wirklich besonders wurde das Konzert aber durch die glückliche Fügung, die Järvi, das Philharmonia Orchestra London und Hilary Hahn als Solistin zusammen in den Gasteig geführt hat.


Schon der erste Satz von Prokofjews Konzert ist erbarmungslos, er lässt die Solistin völlig exponiert, kein Orchestertutti, auf dem die Sologeige aufbauen könnte. Vielleicht steht Hahn deshalb nicht an der Bühnenkante, stattdessen zieht sie sich recht weit ins Orchester zurück. So ist sie auch in den schroffen Sul-ponticello-Passagen nie überpräsent, die Saalakustik verstärkt diese vornehme Zurückhaltung noch. Das ist aber nichts Schlechtes: Hahn ist stets im engen Kontakt mit Järvi und dem Orchester - so entsteht jener sphärisch-impressionistische Klang, der so überraschend für Prokofjew ist.

Hilary Hahn ist eine Virtuosin, die sich nicht aufspielt, sie meistert die ausufernden Glissandi des zweiten Satzes, die Doppelgriffe, die rasanten Wechsel zwischen Bogen und Pizzicato und wirkt dabei völlig unangestrengt. Kein Wunder, dass die große Violinistin nicht ohne eine Zugabe gehen darf: Sie spielt das Andante aus Bachs zweiter Violinsolosonate BWV 1003. Es ist eher ein Adagio bei ihr, nicht unbedingt historisch "korrekt", aber von sanfter Schönheit, die das Stück zum emotionalen Höhepunkt des Konzertes macht.

Aber auch ohne Solistin musiziert das Philharmonia Orchestra auf ausgezeichnetem Niveau: Paavo Järvi setzt bei Ludwig van Beethovens Coriolan-Ouvertüre auf starke Kontraste. Vor Kurzem spielte seine Deutsche Kammerphilharmonie Bremen an gleicher Stelle das gleiche Stück, die Handschrift des Dirigenten war in beiden Konzerten deutlich: Lange reizt er die Pausen nach den Tutti-Schlägen aus, arbeitet dann die Nebenstimmen genau heraus. Manchmal sorgt sich Järvi aber mehr um seine Streicher, steuert sie zwar genau, verliert aber die Bläser ein wenig, die dann nicht ganz auf den Punkt spielen.


Im zweiten Konzertteil wurde Sergei Rachmaninows zweite Sinfonie geboten. Ein großes Epos, spätromantisch, melodisch, manchmal auch pathetisch. Järvi fordert erst Zurückhaltung vom Orchester, baut Spannung auf und lässt diese sich endlich im ersten Thema entladen. Im dritten Satz lassen sich die Streicher des Philharmonia Orchestra glücklicherweise nicht von der Melodie zu sehr verführen, sie bleiben wunderbar homogen, und auch die Bläsersolisten spielen schön. Im folgenden großen Tutti schaffen Järvi und seine Musiker eine intensive Lyrik, die Rachmaninows Werk im besten Sinne filmmusikalisch werden lässt. Das Finale beginnt bei Järvi mit einem episch breiten Ritardando, um dann plötzlich im Mordstempo zum Schlussakkord zu rasen. Mit viel Effekt also endet dieses Werk, das Publikum ist begeistert.

Als sich Paavo Järvi mit der Valse triste von Jean Sibelius als Zugabe verabschiedet, fordert er ein unwahrscheinlich leises Pianopianissimo vom Orchester, das dennoch mühelos die Melodie kontrollieren kann. An solchen Musikern muss man Freude haben.

Monday, January 28, 2019

Du rire de Méphisto à l’embrasement cosmique : les mille visages de l’Orchestre de Paris

bachtrack.com
Louise Boisselier
28.01.2019

Encore un sans-faute pour l’Orchestre de Paris, à qui l’on décerne sans hésitation la palme de la flexibilité stylistique et expressive. Le concert donné ce jeudi à la Philharmonie opposait des œuvres contrastées et le diable lui-même ouvrait la danse avec la Mephisto-Walzer de Franz Liszt. Aux rudesses populaires de cette pièce succédait l’idéal de simplicité du Quatrième Concerto pour piano de Ludwig van Beethoven, interprété avec une grande finesse par Nelson Goerner, qui remplaçait Radu Lupu, souffrant. Enfin, la Deuxième Symphonie d’Alexandre Scriabine clôturait ce programme par une succession d’élans intenses lui conférant une dimension cosmique. Pour faire valser Méphisto et tourner les astres, un chef bien connu des musiciens revenait au pupitre de l’Orchestre de Paris : Paavo Järvi.

Paavo Järvi
© Ixi Chen

En ce début de concert, la principale qualité de l’orchestre et de son chef pourrait sembler paradoxale : ne pas succomber à l’attrait du Beau mais lui préférer le Vrai, même lorsque cela implique un son rugueux, une pesanteur rustique ou des hoquets burlesques. Le premier thème nous entraîne au cœur d’une fête populaire où les raffinements sont bannis, et c’est bien là ce qu’aurait souhaité Liszt. Ces sublimes imperfections vont à merveille au diable lorsque, à la fin de la pièce, le thème est repris pour une danse infernale convoquant une armée de contrebasses, des cuivres sardoniques et des cordes trépidantes. Cette recherche d’une adéquation avec le sujet (l’œuvre s’inspire d’une scène du Faust de Lenau) n’empêche pas les interprètes de témoigner de qualités plus attendues. Le second thème est ainsi joué à la manière d’une valse-hésitation : par d’infimes impulsions, le chef lance puis retient ses musiciens, transmettant aux auditeurs enfoncés dans leurs fauteuils tout l’émoi d’une valse amoureuse. Ailleurs, les cordes réalisent une sorte de scherzo des fées aussi minutieux que du Mendelssohn, tandis que les bois s’illustrent par leur justesse dans ces délicats exercices que constituent les chorals de vents.

Élégance et précision deviennent chez Beethoven la clé de voûte d’un concerto où l’expression romantique passe par une écriture encore imprégnée de classicisme. À ce titre, le jeu du pianiste Nelson Goerner s’avère exemplaire et, même si Radu Lupu était très attendu, personne ne songe à regretter son absence. Le soliste joue de son Steinway de concert comme d’un piano beethovenien : il pourrait user d’un toucher massif mais préfère faire corps avec l’orchestre en dosant subtilement la pédale et en déployant des aigus cristallins. La simplicité confine alors à l’évidence. On admire la fraîcheur des mélodies, la fluidité des trilles, la virtuosité non démonstrative de la cadence. Tout en conservant cette remarquable économie de moyens, le soliste suscite un profond désespoir dans le mouvement central ; rien ne bouge ou presque et pourtant l’auditoire reste saisi… Face à ce piano introspectif, les cordes à l’unisson demeurent impassibles, incarnant l’insensible foule humaine avec toute la sévérité requise par la partition. Malgré leur contraste, les deuxième et troisième mouvements s’enchaînent de façon impeccable grâce à un pupitre de cordes aussi léger que discret. Plus présent et affirmé, le piano lance l’orchestre dans un jeu fougueux. La virtuosité est de mise, avec une panoplie de traits, trilles et vastes arpèges : voltigeant au-dessus du clavier, les doigts du pianiste se rient de ces difficultés. Et toujours, Nelson Goerner fait chanter son instrument, soutenant ses phrases aussi bien (voire mieux) qu’un violoniste…


Nelson Goerner
© Jean-Baptiste Millot

L’entracte était bien nécessaire avant d’aborder un colosse tel que la Deuxième Symphonie de Scriabine. Rarement donnée, cette œuvre possède pourtant d’indéniables qualités, dans un romantisme exacerbé qui préfigure l’aspect cosmique et les extases caractéristiques du compositeur russe. Sans suivre un programme narratif défini, la musique présente une forte dimension dramaturgique, admirablement relayée par l’orchestre et son chef. Elle s’élabore à partir d’une succession de montées en pression, la tension ne se relâchant que pour amener un nouveau paroxysme. Dès lors, l’écoute est exigeante mais continuellement récompensée par le déferlement de passions et la qualité de l’interprétation. Dans le premier mouvement, on relève la prestation du clarinettiste, sollicité à maintes reprises pour de douloureux solos : le non espoir répond à chaque révolte de la masse orchestrale… Au milieu des apogées récurrents, le troisième mouvement forme un oasis bucolique où passent de charmants cris d’oiseaux (joliment incarnés par les flûtes). Enfin, le finale emporte l’adhésion du public par ses éclatantes fanfares. Malgré les décibels élevés on perçoit avec précision des guirlandes de cordes virtuoses sous la puissance des cuivres. Dans cette œuvre intense comme chez Liszt et Beethoven, l’orchestre sait ménager ou libérer ses effets pour saisir le caractère juste. Un mérite que l’on doit également au chef Paavo Järvi, longuement applaudi par ses musiciens restés un moment assis pour lui laisser la vedette.

RETOUR DE PAAVO JÄRVI DEVANT L’ORCHESTRE DE PARIS

resmusica.com
Vincent Guillemin
28.01.2019



De retour devant la formation dont il a été directeur musical de 2010 à 2016 et sous l’œil aguerri de son père présent dans la salle, Paavo Järvi retrouve chez Liszt et Beethoven le geste net qu’on lui connaissait à son arrivée à Paris, pour accompagner Nelson Goernerà la place de Radu Lupu dans le Concerto pour Piano n° 4 du maître de Bonn, avant de livrer une Symphonie n° 2 de Scriabine dépouillée.

Aujourd’hui plus célèbre dans sa transcription pour piano seul que dans sa version initiale pour orchestre, la Mephisto-Waltz de Franz Liszt permet par son introduction de toutes les cordes de montrer la netteté avec laquelle Paavo Järvi est encore capable de préparer l’orchestre dont il a été directeur musical pendant six années et avec lequel il a notamment inauguré la Philharmonie de Paris, salle où il revient aujourd’hui pour deux soirs. Le dynamisme et la vitalité de l’Orchestre de Paris s’exposent ensuite grâce à la rondeur du groupe des violoncelles, puis par le solo du premier violon de Roland Daugareuil, vite accompagné par les flûtes, étincelantes durant tout le concert.

La seconde œuvre devait revenir au pianiste Radu Lupu. Malheureusement, les nouvelles sur la santé de Lupu ne sont pas rassurantes, et l’occasion nous revient d’entendre à sa place dans ce Concerto n°4 Nelson Goerner, pour la seconde fois devant l’Orchestre de Paris après être apparu en juin dernier dans le 23e de Mozart au côté de Thomas Hengelbrock.

L’introduction de l’Allegro moderato au piano démontre le geste soigné du pianiste argentin, puis l’accompagnement approprié de Paavo Järvi, relativement chambriste et toujours prêt à s’adapter au soliste, même lorsque celui-ci montre quelques limites dans l’agilité de la main gauche, à l’image des dernières minutes de ce premier mouvement. L’Andante con moto retrouve la droiture des attaques demandées aux cordes par Järvi, et permet à Goerner de s’épanouir dans cette sensibilité où il excelle. Le chef y construit particulièrement bien la coda pour dérouler un fin tapis de cordes sous les derniers accords du piano, avant de relancer tout aussi finement le Rondo final. En bis le premier soir, le pianiste offre au public une délicate Sarabande de la Partita n° 6 BWV 830 de Bach.

La dernière partie du programme s’attèle à la plus complexe et trop rare Symphonie n° 2 d’Alexandre Scriabine, ouvrage mystérieux d’une quarantaine de minutes en cinq mouvements liés, écrite au tournant du siècle précédent, à l’époque où Mahler attaquait sa Cinquième Symphonie et Sibelius sa Deuxième. On retrouve maintenant dans l’étendue du geste le chef amateur de grandes fresques, capable de maintenir la concentration pendant le lent développement de thèmes méditatifs. Là encore se démarquent les soli du premier violon, ainsi que la luminosité des bois de l’orchestre, à commencer par la très sollicitée première clarinette. À une semaine de la prestation de Neeme Järvi à Paris dans la Symphonie n° 1 de Rachmaninov, et alors qu’on le sait dans la salle, on se prend toutefois à penser à quel point le fils, pourtant lui aussi né à Tallinn et issue d’abord de l’école estonienne, a évolué différemment du père et comme ses interprétations montrent dans la musique russe la marque de l’école américaine, alors que la famille dut émigrer aux États-Unis lorsqu’il n’avait que douze ans. L’interprétation présente donc une superbe tenue d’orchestre jusqu’au nerveux Tempestoso puis au martial Maestoso, mais il reste difficile de trouver ce sentiment de nostalgie déjà entendu plus ample dans l’Andante.

Friday, January 25, 2019

Paavo Järvis frischer Blick auf Sibelius

ndr.de
Marcus Stäbler
25.01.2019

Sibelius: Symphonies 1-7
von Paavo Järvi / Orchestre de Paris

Paavo Järvi fühlt sich dem Schaffen des Komponisten Jean Sibelius eng verbunden.

Sechs Jahre lang, bis 2016, war Paavo Järvi Chefdirigent beim Orchestre de Paris. In dieser Zeit hat er alle Sinfonien von Sibelius mit dem Orchester aufgeführt, die in Frankreich nur wenig bekannt sind. Die Konzertaufnahmen sind jetzt als Gesamteinspielung erschienen.
Paavo Järvi feierte sein professionelles Debüt als Dirigent im Jahr 1985 mit der ersten Sinfonie von Jean Sibelius. Seither fühlt er sich dem Schaffen des finnischen Komponisten eng verbunden. Diese Vertrautheit ist in den Konzertaufnahmen zu spüren: Die Musik fließt und strömt ganz organisch.
Aufregende Entdeckungsreise

Das Orchestre de Paris hat keine lange Sibelius-Tradition. Die neue Aufnahme ist die erste Gesamteinspielung der Sinfonien mit einem französischen Orchester überhaupt. Aber das muss kein Nachteil sein, wie Järvi im Beiheft betont. Die meisten Werke sind Neuland für das Orchester, das macht die Begegnung zu einer aufregenden Entdeckungsreise. Die Musiker spielen auf der sprichwörtlichen Stuhlkante - als säßen sie auf glühenden Kohlen.

Keine Spur von der vermeintlichen Kühle und Schwere, die man Sibelius pauschal anlastet. Diese Melancholie gibt es schon auch. Aber sie ist bei weitem nicht so dominant, wie es uns das Klischee vom knorrigen Nordländer weis machen will. In der wenig bekannten sechsten Sinfonie etwa klingt seine Musik licht und sphärisch, vom Orchestre de Paris filigran interpretiert.

So richtig düster wird es vor allem in der Vierten Sinfonie. Die kam bei den Zeitgenossen nicht gut an, gilt aber heute als das vielleicht bedeutendste Werk des Komponisten, auch weil sie viele Ideen der Moderne vorwegnimmt. Hier wahrt Järvi trotz der dunklen Farben eine große Transparenz.
Musik, die süchtig machen kann

Nur selten ist der Facettenreichtum der Sinfonien so fein nuanciert zu erleben wie hier, mit einem Spektrum von feurigem Temperament bis zu inniger Zärtlichkeit. Es braucht keine plakativen Geschichten von finnischen Seen oder dunklen Wäldern, um den ganz eigenen Zauber der Musik zu verstehen. Nur an einer Stelle drängt sich ein Naturbild auf: Die herrliche Hymne im Finale der Fünften ist unter dem Eindruck eines Schwarms von 16 Schwänen am Himmel entstanden, wie der Komponist selbst im Tagebuch notierte. Das Thema scheint wie auf breiten Schwingen zu fliegen.

Eine Musik, die süchtig machen kann. Paavo Järvi begeistert mit einem frischen Blick auf Sibelius und demonstriert dabei das exzellente Niveau des Orchestre de Paris.

Thursday, January 24, 2019

Paavo ja Neeme Järvi juhatavad kõrvuti Pariisis

kultuur.err.ee
Priit Kuusk
24.01.2019

Hindemith. Paavo Järvi


Paavo Järvile algas uus dirigendiaasta plaanitust varem, sest ta asendas ootamatult jaanuari algusnädalal leedulanna Mirga Gražinytė-Tyla kolme kontserdiga debüüti New Yorki filharmoonia orkestri ees.


Paavo Järvi dirigeeris kuulsa orkestri kontserte 3.-5. jaanuaril New Yorkis David Geffen Hallis. Kava tõmbenumbriks oli Antonín Dvořáki Tšellokontsert prantslaste virtuoosi Gautier Capuçoniga solistina, samas veel kaks poeemi-süiti, Jean Sibeliuse "Lemminkäinen ja saare neiud" ning Süit nr. 2 Maurice Raveli balleti "Daphnis ja Chloé" muusikast.

Järgnevad kontserdid on läinud plaanipäraselt, 16.- 18. jaanuaril juhatas Paavo Järvi peatse oma orkestri Zürichi Tonhalle-Orchesteri kontserte 1234-kohalises saalis Tonhalle Maag. Saal on orkestri koduks aastail 2017-2020. Paavo Järvi kavas on Olivier Messiaeni harvem esitatud orkestripoeemid "Les Offrandes oubliées" ("Unustatud annetused", 1930) ja "Le Tombeau resplendissant" ("Täiuslik haud", 1931). Nende vahel mängib Janine Jansen Mozarti Viiulikontserti nr. 5 A-duur ning õhtu lõpetab Beethoveni Sümfoonia nr. 1. Järvist saab Tonhalle orkestri peadirigent sügisel, aga ta mängib enne, veel sel poolaastal orkestriga neli uut kontserdikava.

Käesolevaks nädalaks tuli Paavo Järvi dirigeerima oma eelmist kollektiivi, 119-liikmelist Orchestre de Paris'd ja teeb nendega kaks kontserti sama kavaga 23. ja 24. jaanuaril.

24. jaanuari kontserdid ongi Järvidele, muidugi ka meile, harukordne sündmus, kus isa ja poeg Järvid, Neeme ja Paavo, dirigeerivad mõlemad Pariisis, aga erinevaid orkestreid eri saalides.

Paavo Järvi dirigeerib metropoli muusikalinnakus Pariisi uues filharmooniasaalis (suur saal kannab Pierre Boulezi nime), mille ta linnaorkestriga 15. jaanuaril 2015 pidulikult avas. Orkestri nüüdne kava on ikkagi põnev, kahe vähemtuntud looga, milleks Ferenc Liszti "Mephisto Waltz" nr. 2 ja Aleksandr Skrjabini Sümfoonia nr. 2 c-moll (1901), siinkandis lausa tundmatu. Nende vahele plaanitud Beethoveni Klaverikontserdi nr. 4 solist vahetus, ja nüüd mängib seda Argentina pianist Nelson Goerner. Väärib meenutamist, et Paavol on alati väga kuulsad solistid.

Neeme Järvil olid juba ära tema aasta esimesed kontserdid Prantsuse Rahvusorkestriga (Orchestre National de France) Pariisi raadiomaja Auditoriumis 17. ja 20. jaanuaril. 21. jaanuaril algasid samas orkestriga tema kolmanda tänavuse kava proovid, kontserdid Pariisi raadiomajas täna õhtul ja 27. jaanuari pärastlõunal, üks kontsert 26. jaanuaril Bonlieu kultuurikeskuses Annecys. Pariisi kava edastatakse Prantsuse raadios ja ka televisioonis. Ettekandel on Gustav Mahleri Sümfoonia nr. 1 "Titan", Camille Saint-Saënsi Viiulikontsert nr. 3, solistiks nooruke korealane In Mo Yang, Richard Straussi Metsasarvekontsert, mille solist on Eestiski mänginud prantslane Hervé Joulain, ning Felix Mendelssohni avamäng "Hebriidid" ("Fingali koobas") op. 29.

Kuni jaanuari lõpuni dirigeerib Paavo Järvi veel oma kauaaegse koostööpartneri Londoni Philharmonia orkestri külaliskontserte. Need toimuvad Münchenis, Kölnis ja Hamburgis, jõudes kontsertide ja peaaegu sama kavaga veebruari algul tagasi Inglismaale Cambridge'i ning orkestri residentsi Royal Festival Halli Londonis. Nendel esinemistel on peateoseks Sergei Rahmaninovi Sümfoonia nr. 2.

Veel paar plaadiuudist. Paavo Järvi on saanud auhinna Opus Klassik Award (endine Saksa heliplaadikriitikute auhind Echo Klassik), ta sai selle esimese plaadi eest Johannes Brahmsi plaadiprojektist oma orkestri Deutsche Kammerphilharmoniega. Plaadil on Brahmsi Sümfoonia nr. 2 ja kaks avamängu (vääriti aasta-auhind 19. sajandi muusika kategoorias).

Nelja aasta jooksul mängitud avalike kontsertide võtted Orchestre de Paris'ga (Paavo oli peadirigent 2010-2016) said aluseks Jean Sibeliuse sümfooniate tsüklile (sümfooniad nr. 1 – nr. 7) firma Sony Classics toodetuna. Firma teatab, et tsükli esimene plaat tuli müügile 18. jaanuaril. Sellise repertuaariga kavades ja Sibeliuse kõigi sümfooniate salvestamisega pole siiani toime tulnud ei Orchestre de Paris ega ka ükski teine prantsuse orkester.

https://kultuur.err.ee/903861/paavo-ja-neeme-jarvi-juhatavad-korvuti-pariisis

Sunday, January 20, 2019

The Dawn of a New Era: Paavo Järvi and the Tonhalle Orchester Zurich

seenandheard-international.com
John Rhodes
20.01.2019

Switzerland Messaien, Mozart, Beethoven: Janine Jansen (violin), Tonhalle Orchester Zurich / Paavo Järvi (conductor), Tonhalle Maag, Zurich 18.1.2019. (JR)



Paavo Järvi (c) Priska Ketterer


Messaien – Les Offrandes oubliées (Méditation symphonique); Le Tombeau resplendissent

Mozart – Violin Concerto No.5 in A major K.219

Beethoven – Symphony No.1 Op.21

In his post-concert talk, Paavo Järvi said that, like most of us, he feared for the very future of classical music unless programmes got more exciting. ‘Spicy’ is the word he actually used. Conservative Zurichers have been weaned on a rather safe, bland diet of Mozart, Beethoven and Brahms (with some fine Mahler, I admit) under David Zinman, some Ravel and Stravinsky under Bringuier, but now they are likely to be fed music altogether new to their ears. Järvi gave a short list of what they could expect: in addition to more traditional fare such as Bruckner, Shostakovich and Sibelius, some Martinů, Pärt and Tubin. He also pronounced his liking for French music such as Dutilleux and, above all, Messiaen (he was for years Chief Conductor of the Orchestre de Paris).

Two of Messaien’s works I did not know were included in this programme, both written in the composer’s early twenties. Messiaen was a devout Catholic and said he intended through his music to reveal the truths of his faith and mystical convictions. Les Offrandes oubliées (or ‘The Forgotten Offerings’) is a prayer to Jesus, starting with a sorrowful lament, in which we immediately recognize Messaien’s world of sound. Then follows an impressively ferocious section, quite brief (the whole piece is only 12 minutes long), followed by the quietest of endings. Järvi and the orchestra froze at the end, so we could all take a deep breath. It was well received.

After that, the Mozart seemed rather dull (I am not one of those who thinks that every note Mozart wrote is a wonder). The first two movements were decidedly humdrum, whilst the final movement is an undoubted and popular masterpiece. It was marvelously played by Jansen, often with the lightest of touches. The orchestra enjoyed their contribution, especially in the ‘Turkish’ (or ‘Hungarian’) episode where the string players strike the strings with the wood of their bow. A cool Bach encore followed.

After the interval, more Messaien: Le Tombeau resplendissent (or ‘The Resplendent Tomb’) has a curious history. It had its first performance under Pierre Monteux in 1933, when it was well received. Messiaen, however, discouraged further performances, perhaps feeling it was too similar to Les Offrandes oubliées (which indeed it is). The work was then effectively forgotten until the 1980s and only published in 1997. After a wild start, the piece is becalmed and the ending, after a second noisy climax, is a glory – a long transcendental coda played by celli and violas in unison. Järvi quite rightly had those two sections stand first to receive the audience’s warm applause.

Järvi has recorded the Beethoven symphonies with one of his other orchestras, the Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, to considerable acclaim. He knows the Tonhalle Orchestra are not novices in the classical repertoire, which he said gave him a very good start. However, Järvi also introduced many of his own insights into the work, with some substantial nods to historic performance, albeit played by an orchestra with modern instruments. Although vibrato was not castigated, Järvi reminded me at times of the less quirky podium antics of Sir Roger Norrington, and the performance had much of that maestro’s spirit and sparkle. Järvi brought out the youthful joy of the work, which must have been quite a shock to the system of the audience back in 1800, weaned as they had been on Mozart and Haydn. After an effervescent opening movement, Järvi swayed elegantly through the Andante cantabile con moto, and delivered an enthusiastic and exciting Menuet. After perfect control of the dynamics in the opening bars, the final movement was a joy to listen to – and watch, as Järvi bobbed up and down to the amusement of many in the audience.

It was evident that the orchestra and the audience have already taken Järvi to their heart. It is rather like the change of a manager of a football team – after a string of indifferent matches and results, a new manager is brought in and suddenly the players look like they are enjoying the game again – and winning. After twenty years of solid Zinman (the latter years were becoming stodgy despite some fine Mahler), and after a hiccough in the form of an inexperienced Bringuier, the orchestra is now, without any shadow of doubt, in the safest of hands. It’s not yet the official honeymoon (Järvi officially starts his tenure at the start of next season), but there is some serious dating going on. Järvi and the orchestra have just returned from a 10-concert tour of Asia, which Järvi described as an excellent chance to get to know his new musicians personally and a wonderful team-building exercise. There is now a good degree of trust and friendship between him and the players, and this was equally palpable, audible and visible in this fine performance – it augurs very well for the future. As the chief music critic of the Neue Zürcher Zeitung wrote, after a review gushing in praise: ‘so darf es weiter gehen’ (‘keep up the good work’).

Järvi returns in mid-April with a mouth-watering programme: Beethoven’s Fourth symphony, his Third Piano Concerto (with Arcadi Volodos) and more spice in the form of Messiaen’s L’Ascension which he described as the composer’s masterpiece.

http://seenandheard-international.com/2019/01/the-dawn-of-a-new-era-paavo-jarvi-and-the-tonhalle-orchester-zurich/

Friday, January 18, 2019

Paavo Järvi setzt Beethoven unter Strom

tagesanzeiger.ch
Susanne Kübler
18.01.2019

Der künftige Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters lässt es schon vor seinem Amtsantritt krachen. Lustvoll und waghalsig führt er derzeit durch Konzerte in Zürich.



Noch nicht im Amt, aber bereits jetzt prägend und präsent: Der Este Paavo Järvi, neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters. Bild: Keystone


Eine Frechheit, dieser Beethoven! Und zwar eine hinreissende Frechheit, anregend in jedem Takt und lustvoll präsentiert von einem hellwachen Tonhalle-Orchester und seinem künftigen Chefdirigenten Paavo Järvi. Wie Järvi da verschwörerisch ins Parkett der Tonhalle Maag blinzelte, während er die Geigen höchst theatralisch den Einstieg ins Finale ersten Sinfonie suchen liess; wie er die klanglichen Finten genoss und die Musiker und sich selbst anstachelte zu immer neuen Waghalsigkeiten – das zeigte vor allem eines: Hier hat einer Freude an seinem Job. Ansteckende Freude.

Noch dauert es ja ein paar Monate, bis Järvi sein Zürcher Amt antritt. Aber präsent und prägend ist der 56-jährige Este schon jetzt: Die Asientournee mit dem Tonhalle-Orchester hat einiges bewirkt, er kennt die Qualitäten. Was sein Vor-Vorgänger David Zinman gerade bei Beethoven erarbeitet hat, die Leichtigkeit, das Tempo – das nimmt er auf und treibt es weiter mit einer Dynamik, die man hier schon eine ganze Weile nicht mehr gehört hat.

Und längst schmiedet er eigene Pläne: Im Keller der Tonhalle Maag wurde ein eisig kaltes, aber technisch hochkarätiges Tonstudio eingerichtet – für die erste gemeinsame CD, die pünktlich zu seinem Amtsantritt im September bei Alpha erscheinen soll. Werke von Olivier Messiaen werden es sein, zwei davon gab es vor der Beethoven-Sinfonie: «Les Offrandes oubliées» und «Le Tombeau resplendissant», beide von 1931, als der Komponist erst 23 Jahre alt war.

Vieles in diesen Frühwerken klingt noch nach anderen, nach Strawinksy vor allem; auch weil Pärvi, einst selber Schlagzeuger, ein Flair hat für perkussive Trips. Aber auch Messiaens eigener Ton ist schon da, in den blockweise kontrastierenden Atmosphären, im flirrenden Pianissimo, in der spirituellen Botschaft. Järvi und die Tonhalle-Musiker setzten das alles kompromisslos klangsinnlich um: So deftig und laut in «Les Offrandes oubliées» gesündigt wurde, so leicht entschwebte der Klang zuletzt gen oben.

Gen oben verabschiedete sich auch Mozarts 5. Violinkonzert – allerdings nicht in den Himmel, sondern als Pointe. Die Geigerin Janine Jansen setzte sie, in schönstem Einverständnis mit Järvi; denn nach zwei Sätzen, die sie mit gläserner Eleganz gespielt hatte, kam auch sie in Fahrt. Und bot, was sie zu bieten hat: grosses Theater auf vier Saiten.

https://www.tagesanzeiger.ch/kultur/klassik/paavo-jaervi-setzt-beethoven-unter-strom/story/13866130

Thursday, January 17, 2019

Paavo Järvi in der Tonhalle: Ja, ist das überhaupt noch dasselbe Orchester?

nzz.ch
Christian Wildhagen
17.01.2019

Offiziell beginnt er erst im Herbst, doch der designierte Chefdirigent der Tonhalle lässt sich dieser Tage bereits zum dritten Mal in Zürich blicken. Und wieder spielen seine künftigen Musiker wie ausgewechselt. Wie macht Järvi das nur?



Noch Brautwerbung? Oder schon Flitterwochen? Paavo Järvi und das Tonhalle-Orchester, hier bei ihrem zweiten Auftritt im Oktober 2018, haben offenbar bereits einen Draht zueinander gefunden. (Bild: Priska Ketterer / TOZ)

Zum Reiz einer Übergangszeit gehört die innere Freiheit, die sich in diesem Zustand unvermutet auftut. Thomas Mann hat ihn einmal treffend mit dem schwebend-unbelasteten Selbstgefühl eines Schulversagers verglichen, der bereits weiss, dass es mit der Versetzung im laufenden Jahr wohl nichts mehr werden wird. Nun, sitzengeblieben ist das Tonhalle-Orchester Zürich zwar nicht; aber es darf zurzeit tatsächlich eine Phase durchleben, in der das künstlerisch wenig befriedigende Gestern bereits endgültig vergangen, das Morgen hingegen gerade erst im Werden ist.

Man möchte kaum glauben, dass diese delikate Schwebe derart stark auf ein vielstimmiges Kollektiv wirken kann; doch genau so war es beim jüngsten Konzert in der Tonhalle Maag. Darin gab Paavo Järvi, der designierte Chefdirigent des Orchesters, seinen künftigen Musikern die Ehre – zum nun schon dritten Mal seit seiner Berufung im Mai 2017; ein viertes Mal wird vor dem offiziellen Antritt zum Herbst im April 2019 folgen. Und das Orchester geniesst offenkundig jeden dieser Anlässe in einer Weise, wie man es bei einem Spitzenensemble selten so erfrischend erlebt.

Der «Zukünftige»


Noch nämlich ist alles Spiel. Noch lernt man einander kennen. Noch hat der Ernst der regulären Zusammenarbeit nicht begonnen. Stattdessen gibt man einander unverhohlen zu verstehen, wie sehr man sich gegenseitig schätzt. Ist das immer noch die Brautwerbungsphase? Oder sind wir bereits in den Flitterwochen? Einerlei. Die Musikerinnen und Musiker präsentieren sich gegenüber Järvi so offen, so begeistert, so engagiert, dass man sich verdutzt die Augen (und mehr noch die Ohren) reibt: Was ist dort in dem halben Jahr seit dem Ende der Ära von Lionel Bringuier geschehen? Ja, ist das überhaupt noch dasselbe Orchester?

Wer die Tonhalle-Musiker nicht zu den Hoch-Zeiten David Zinmans, sondern in der Endphase unter Bringuier erlebte, hörte einen Klangkörper, der sich kaum mehr auf interpretatorische Impulse, geschweige denn Abenteuer einliess und seinem internationalen Ruf merklich hinterherspielte. Das galt für Konzerte unter dem glücklosen, weil gestalterisch schlicht zu unerfahrenen Chef, aber ebenso bei weniger inspirierenden Gastdirigenten. Für Orchester in aller Welt ist solche gezielte Zurückhaltung ein psychologisch verständliches, wiewohl nicht sonderlich professionelles Mittel, Unzufriedenheit mit der künstlerischen Leitung zum Ausdruck zu bringen. Hört man das Tonhalle-Orchester jetzt dagegen unter Järvi, muss man sagen: Die frühere Verweigerung grenzte an Obstruktion.

Denn plötzlich ist alles wieder da: die Farben, die Transparenz, die Virtuosität an einzelnen Pulten, die Wärme und Emotion bei gleichzeitiger Brillanz des Klanges – mit einem Wort: die Musik. Und mit ihr die erkennbare Lust am gemeinsamen Gestalten. Schier überwältigend kam dies bei Beethovens 1. Sinfonie am Schluss des Programms zur Geltung. So exakt, so auf den Punkt konzentriert und dabei dennoch innerlich gelöst haben die Tonhalle-Musiker seit Jahren nicht gespielt. Da war es, als fände die kollektive Erinnerung an den wegweisenden Beethoven-Zyklus unter Zinman glücklich zusammen mit den höchst profilierten Forderungen, die der «Zukünftige» an das Orchester stellt.

Paavo Järvi zählt seinerseits nicht zufällig zu den markantesten Beethoven-Dirigenten der Gegenwart. Sein preisgekrönter Sinfonienzyklus mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (deren Chefdirigent Järvi seit 2004 ist und parallel zu Zürich bleiben wird) setzt stimmig die Bestrebungen von Pionieren wie Harnoncourt und Zinman fort, Erkenntnisse der Originalklang-Bewegung auf die Aufführungspraxis traditioneller Sinfonieorchester zu übertragen. Dementsprechend geht es bei Beethovens Erster mächtig zur Sache.

Gemeinsames CD-Projekt

Die Tempi sind durchweg «con moto» und «con brio», gewohnte Wohlfühloasen fehlen, Blech und Pauken dröhnen und tröten drauflos, als marschierte man vom Maag-Areal direkt aufs Schlachtfeld. Das klingt frech, aufrührerisch, stellenweise fast überspitzt; aber man ahnt plötzlich wieder, was für ein Schock der ungekämmte junge Beethoven für die Musik seiner Zeit gewesen sein muss. Das darf, weiss Gott, nicht jede Interpretation für sich in Anspruch nehmen.

Dass Järvi auch ganz anders kann – auratisch, klangsinnlich, jenseitig –, hatte er zuvor in den zwei frühen Orchesterwerken «Les offrandes oubliées» und «Le tombeau resplendissant» von Olivier Messiaen unter Beweis gestellt, die mit weiteren Messiaen-Stücken aus den Aprilkonzerten auf einer ersten CD verewigt werden sollen. Wirkte der Zugriff hier anfangs noch etwas tastend und überkontrolliert, so erlebte man in Mozarts A-Dur-Konzert KV 219 mit der souveränen Janine Jansen ein hingebungsvolles Musizieren, bei dem die Funken von der Solovioline zu den Tutti-Pulten und zurück zu fliegen schienen. Kein Wunder: Jeder Orchestergeiger kennt dieses klassische Probespielstück in- und auswendig. Das führt diesmal jedoch nicht zu Verdruss oder Routine, vielmehr zu Dialog und echtem Miteinander. So darf es weitergehen.

https://www.nzz.ch/feuilleton/paavo-jaervi-in-der-tonhalle-ist-das-noch-dasselbe-orchester-ld.1452238

Sunday, January 13, 2019

Thursday, January 10, 2019

Пааво Ярви: «Летняя неделя в Пярну меня очень закаляет»

ОКНО В ЕВРОПУ - Mariinsky News
Беседовал Виктор Александров



Пярну – курортная столица Эстонии, город славных музыкальных традиций. Каждое лето здесь проводится международный музыкальный фестиваль классической музыки, инициаторами которого являются Неэме Ярви и его сыновья – Пааво и Кристиан. Звуки музыки здесь не смолкают ни на секунду. Седьмой международный музыкальный фестиваль в Пярну стал одной из кульминаций прошедшего эстонского лета. Художественный руководитель фестиваля Пааво Ярви. – Пааво, фестиваль в Пярну прочно укрепил свои позиции на международной музыкальной сцене. Как вам удается привлекать новые имена исполнителей? – Нам очень повезло с выбором географического расположения, с тем, что вообще есть такой город Пярну. Когда люди один раз сюда приезжают, они сразу влюбляются в это место. У нас прекрасный концертный зал. Люди из разных стран стремятся попасть на концерты фестиваля, познакомиться с культурной жизнью Пярну. Многие музыканты, услышав об этом фестивале, выразили свое желание выступить здесь с концертами. – Какие отличительные особенности нынешнего фестиваля вы хотели бы отметить? – Этот сезон проходит под знаком 100-летия независимости Эстонии. В разных программах фестиваля наряду с произведениями Эдуарда Тубина, Арво Пярта, Хейно Эллера, Лепо Сумера и Эркки-Свена Тююра исполняется немало музыки современных молодых композиторов Эстонии. В то же время мы стараемся предложить публике малоизвестные произведения Яна Сибелиуса, Витольда Лютославского, Эдварда Грига, Белы Бартока. У нас всегда интересные и разнообразные программы, соответствующие вкусам многочисленной публики. – Музыку эстонских композиторов вы активно включаете в программы своих концертов и с другими оркестрами мира. На фестивале в Пярну в этот раз снова не обошлось без мировых премьер – произведений Юрия Ренвере и ЭрккиСвена Тююра. – Партитура нового оркестрового сочинения Юрия Ренвере «И устал от счастья» привлекает многообразием красок, оркестр звучит необычайно сочно и ярко. Мне кажется, что это уже какой-то новый голос в эстонской музыке. Композитор присутствовал на премьере своего сочинения. – Эстонский фестивальный оркестр – очень мобильный и сплоченный коллектив, команда единомышленников. Как вам удается каждый год собирать такой высококлассный состав музыкантов? – Я стараюсь, прежде всего, сохранить этот уникальный коллектив. Много людей играют здесь постоянно, с удовольствием соглашаясь приезжать снова. В этот раз немало новых имен. Я пригласил в качестве концертмейстера коллектива солиста оркестра де Пари, с которым сам много лет сотрудничал. У нас играют знаменитые солисты Берлинского филармонического оркестра, Немецкого камерного филармонического оркестра Бремена, оркестра Франкфуртского радио. Я хорошо знаю этих музыкантов, так как сам постоянно работаю с этими оркестрами. Я всегда нахожу людей, с кем приятно и легко музицировать вместе, кто способен понять музыку, ее внутренний мир без лишних слов. Больше половины оркестра – это талантливые молодые музыканты из Эстонии. – В Пярну приезжают с концертами действительно именитые солисты. В этот раз в их числе: пианистка Елизавета Леонская и японская скрипачка Мидори. Когда впервые вы играли с Мидори? – С Мидори я уже неоднократно выступал, когда руководил оркестром Цинцинатти. Немало концертов мы провели с ней в Японии. Потрясающий музыкант, у нее великолепная техника и чувство стиля. Поскольку Мидори никогда не была в Эстонии, я хотел, чтобы люди услышали и оценили ее игру. Зимой будущего года Мидори примет участие в первом японском турне Эстонского фестивального оркестра. – Кстати, здесь она сыграла Скрипичный концерт Яна Сибелиуса, который уже неоднократно звучал на прошлых фестивалях в Пярну, в том числе в интерпретации Виктории Мулловой. Трактовка Мидори показалась несколько аскетичной. – Меня тоже удивило это прочтение. Если уж играть данное сочинение, то необходимо иметь свое глубоко личное мнение и право на интерпретацию. У Мидори, безусловно, есть свой внутренний голос. – Пааво, как вам ежедневно удается концентрироваться, находить новые силы? – В период фестивальной недели я практически не могу заснуть, не знаю, откуда черпаю силы. Я бы не смог жить в таком ритме каждый день, но интенсивная летняя неделя в Пярну меня очень закаляет. – Немыслим фестиваль без участия вашего отца – Неэме Ярви, равно как и его коллеги Леонида Грина, который отвечает за образовательную Академию Ярви. Как прошли дирижерские семинары в этом году? Вы открыли для себя какие-то новые имена талантливых молодых дирижеров? – Я заметил несколько весьма одаренных ребят в этот раз. Большинство из них еще продолжают свое обучение, поэтому необходимо подождать и посмотреть, как они в дальнейшем будут развиваться. – Как вы думаете, чего сегодня не хватает молодым дирижерам – навыка, контакта, опыта общения с людьми? – Я думаю, что, скорее всего, дело обстоит в навыке. Для меня профессия дирижера всегда остается загадкой. Основы дирижерской техники не так просто постигнуть. Как я наблюдаю во время мастер-классов, этому практически не учат сегодня. Без этого оснащения дирижер никогда не сможет состояться! Есть люди талантливые, есть люди с идеями, но дирижер обязан суметь реализовать их вместе с оркестром – не только объяснять словами, но и передать все через свои руки, мимику. – Молодежный фестивальный оркестр Академии, как я заметил, делает большие успехи… – Помню, пару лет назад трудно было собрать в оркестре хороших музыкантов из Эстонии, чтобы они могли играть сложный репертуар. Сейчас это уже все осталось в прошлом. За годы фестиваля нам удалось воспитать немало хороших музыкантов в Молодежном оркестре. – Эстонский фестивальный оркестр ждет снова очередной концертный тур? – Да, мы впервые посетим Японию. Это очень ответственный проект, которого я с нетерпением жду. Японскую публику сложно чем-то новым удивить. Я работаю сейчас с симфоническим оркестром NHK в Токио. Надеюсь, что встреча с незнакомым коллективом из далекой Эстонии станет для них приятным сюрпризом.



Saturday, January 05, 2019

Back Carved in Stone (and Bleeding Chunks)

concertonet.com
Fred Kirshnit
3.01.2019

New York
David Geffen Hall
01/03/2019 - & January 4*, 5, 2019
Antonín Dvorák: Concerto for Cello and Orchestra, opus 104
Jean Sibelius: Lemminkäinen and the Maidens of the Island, opus 22 No. 1
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé, Suite No. 2
Gautier Capuçon (cello)
New York Philharmonic, Paavo Järvi (conductor)


“I felt like a king!”
Dvorák at Carnegie Hall


If there were one word to describe this particular concert, that word would be “febrile”. There are at least two statues of Dvorák in New York, one in the park in front of his home downtown and one at the Manhattan School of Music. He is, in a very real sense, America’s composer, not native born but remarkably perceptive and evocative. When Jarmila Novotná sang The Song to the Moon in Fred Zinnemann’s 1948 film The Search, audiences in the USA teared up.


The Cello Concerto was written for the principal cellist of the New York Philharmonic at the time, Victor Herbert (there is a statue of him next to that of Beethoven in Central Park). It is an intense work, or at least should be in performance. The good news is that the Phil sounded better than this critic has encountered for many years. The repositioning of the celli up front stage left has aided in the creation of a much richer sound and even the brass were on their best behavior this afternoon. If there was bad news it was wrapped in the sometimes shrill tones of the soloist who eschewed the warmth of the score for a more whining sound in several key places. On the plus side, our cellist remained in a high state of dudgeon throughout, never letting the audience feel relaxed or satisfied. I can’t believe that I am saying this, but I would have wished for a little less energy, a little less angst.


This concert was to be directed by Mirga Grazinytė-Tyla, who would have been making her Philharmonic debut, but when she cancelled New York audiences were blessed with the choice of Paavo Järvi as her replacement. He and his father Neeme have been favorites here for many years and I say this even though I may have a bias since I was trained by an Estonian composer and have a deep and personal respect for their musicianship as a result. Lemminkäinen and the Maidens of the Island is a movement from the Sibelius work Four Legends from the Kalevala, whose most famous section is The Swan of Tuonela. Here the ensemble was whipped into a whirlwind, tremendously exciting and colorful in the extreme. There were moments when it was difficult to remember that this was the local band.


Lastly the bleeding chunk that is the Ravel suite was reproduced quite faithfully and with a high degree of energy. Before its commencement, quite a few new musicians came onto the stage, including two harpists and a total of eight percussionists. All but the kitchen sink, as the idiom goes, except that Ravel cheats us out of the most interesting sonic phenomenon of the ballet as a whole: the disembodied voices from the pit. Still, the suite is tremendously exciting and was presented as such this afternoon. We are all still deciding what we think of Maestro Van Zweden but we can afford a moment of speculation as to what the ensemble might already be under this second generation Estonian.

http://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=13547

Thursday, January 03, 2019

New York Philharmonic – Paavo Järvi conducts Lemminkäinen and the Maidens of Saari, and Daphnis et Chloé Suite 2 – Gautier Capuçon plays Dvořák’s Cello Concerto

classicalsource.com
Thomas Phillips
3.01.2019

Thursday, January 03, 2019 David Geffen Hall, Lincoln Center, New York City


Stepping in on two weeks’ notice for Mirga Gražinytė-Tyla, but retaining her scheduled program, Paavo Järvi led the New York Philharmonic in dynamic and refreshing performances to begin New Year.

Järvi partnered with Gautier Capuçon in an immaculate performance of Dvořák’s Cello Concerto, balancing Capuçon’s rather personal approach with a detail-oriented reading that brought forth charming wind countermelodies to the dominant string textures. Another defining characteristic was Järvi’s frequent use of stylized accelerandos – most notably in the first movement – to maintain an uncommon lightness and optimism. The brass also was in fine form, adding an expansive sonic dimension with impeccable intonation. Capuçon is a kinetic player, but still manages an effortless quality to his tone. Even the most delicate aspects were easily heard over the orchestra without even the suggestion of strain.

The Adagio may have leaned too far into the non troppo aspect of its marking, in a brisk account that was in danger of reaching allegretto. However, Järvi and Capuçon embraced a more traditional slowness in the recapitulation, creating a simultaneously nostalgic and novel conclusion. The Finale included all the fireworks one could want without giving way to bombast, and the moments of intimacy between Capuçon and concertmaster Frank Huang were divine. As an encore, Capuçon played Gregor Piatigorsky’s arrangement of the ‘Walk of the Little Soldiers’ from Prokofiev’s for-piano Music for Children, Opus 65.

‘Lemminkäinen and the Maidens of Saari’, the opening movement of Sibelius’s (four) Lemminkäinen Legends (which includes ‘The Swan of Tuonela’), is an uneven work. At its worst it is unconvincing and fragmented, yet it thrives on any number of Sibelian trademarks. Emerging from an austere opening, the piece employs a Finnish folk-dance, and a number of other loosely structured elements. Järvi marshaled impressive and sustained energy from the orchestra, producing some sublime moments.

The Second Suite from Ravel’s Daphnis et Chloé occupies the nexus of the familiar and the challenging – a place at which the Philharmonic thrives, for the specificity the composer demands keeps the musicians on their toes. Further, familiarity enables risk-taking between conductor and orchestra. This was Ravel at his most nuanced and persuasive, and on a night of first-rate solo work, principal flute Robert Langevin gave an especially inspired contribution, in color, line, and virtuosity.
Paavo Järvi in…
Berlin
London
London
New York
NHK in London