Monday, June 26, 2017

Paavo Järvi to take over at the Tonhalle Orchestra Zurich


infranken.de
06.2017
Thomas Ahnert



Dass sich zu Beginn eines Konzerts nicht, wie in den letzten Jahren üblich geworden, nicht nur der Konzertmeister verbeugt, sondern das gesamte Orchester - und natürlich auch am Ende -, das haben die Kissinger von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gelernt. Beim Eröffnungskonzert wurde noch geschmunzelt, jetzt, bei dem Konzert, das früher "Rosengala" hieß, war die Geste schon vertraut.
Sie macht ja auch Sinn, denn die Mitglieder der Bremer Kammerphilharmonie verstehen sich nicht als Kollektiv oder Tonerzeugungsbrigade, sondern als Solistengemeinschaft. In der kommt es wirklich auf jeden einzelnen an.
Der überwältigende Eindruck des Eröffnungskonzerts wiederholte sich. Mit Robert Schumanns "Manfred-Ouvertüre" eröffneten die Bremer das Konzert - ein Werk, das sie 1998 schon einmal mit Thomas Hengelbrock im Großen Saal gespielt hatten, damals allerdings als Teil der gesamten Schauspielmusik. Paavo Järvi zielte auf die glasklare Darstellung der emotionalen Kurven, auf die Nervosität der harmonischen Reibungen, auf Ermüdungen, auf eine stark differenzierte Dramatik und auf die bereits bekannte Transparenz.

Was herauskommt, wenn ein Dirigent und ein Solist sich wirklich mal absprechen können, das zeigte sich bei dem Klavierkonzert Nr. 3 c-moll op. 37 von Ludwig van Beethoven mit Arcadi Volodos . Schon die recht ausgiebige Orchesterexposition, in der es mehr zu entdecken gab als nur Melodien, machte deutlich, dass es zu einem stark nuancierten Austausch kommen würde, der Solo und Tutti als Einheit verstand. Man konnte darüber schmunzeln, wie Volodos gegen Ende der Einleitung ein paar (Mannheimer) Raketen in das Orchester feuerte, um sich einzumischen, und dann die Stimmung sofort ins Lyrische zog. Der Eindruck des oft zitierten Neuhörens stellte sich ein, weil Volodos engsten Kontakt zum Orchester hielt und sich im Zusammenspiel auf Stimmen bezog, die wirklich zu hören war. Da hatte er viel zu tun dank der außergewöhnlichen Transparenz des Orchesters. Da konnte es auch einem Arcadi Volodos ausnahmsweise mal passieren, dass er im Eifer des Gefechts mit der linken Hand einen Halbton zu tief rutschte. Er wird der einzige gewesen sein, der sich darüber geärgert hat. Man wünschte sich nur manchmal, dass er sich, vor allem im zweiten Satz, ein bisschen mehr unter Hintanstellung seiner enormen Kraft an der Intimität des Orchesters orientiert hätte. Und dass die Kadenz des ersten Satzes nicht so stark nach Rachmaninow geklungen hätte.
Und dann Brahms' 1. Sinfonie. Die Themen sind ja im Großen und Ganzen bekannt. Aber die Details ...! Paavo Järvi hatte mit seinen Leuten die Partitur genauestens analysiert und jeder Stimme ihre Bedeutung gegeben, sie erkennbar gemacht im Gesamtzusammenhang. Aber er hatte es auch geschafft, die inneren Zusammenhänge herzustellen, den Spannungsfaden nie abreißen zu lassen. Und die Musik in eine moderne Klangsprache zu fassen. Besonders auffällig war das im letzten Satz mit dem berühmten Beethoven-Zitat und den choralartigen Auftürmungen. Da zog Järvi das Tempo so stark an, dass die Musik eine überraschend mechanistische Komponente wie bei Honeggers berühmtem "Pacific 231" bekam. Und plötzlich konnte das logisch erscheinen: Als Brahms die Sinfonie schrieb, knackten die Dampflokomotiven gerade die 100-km/h-Marke.

Kissinger Sommer: So kann es weitergehen

infranken.de
06.2017
Thomas Ahnert




Es muss so etwas wie Liebe auf den ersten Ton gewesen sein: die ersten Bravos schon nach der Einleitung, Robert Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale. Da hat Otto Normalkonzertbesucher normalerweise das Blättern in seinem Programm beendet und rogramm beendet und stellt sich allmählich aufs Zuhören ein. Und dann so etwas!

Nein, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi hat die Kissinger-Sommer-Besucher - in diesem Jahr übrigens auffallend viele Auswärtige - regelrecht überfallen und entwaffnet mit ihrem musikantischen Schwung, mit ihrer ganz offensichtlichen Spielfreude, mit ihrer Virtuosität und Präzision. Da wurde sofort deutlich, was Kammerorchester im Idealfall meint: kammermusikalisches Musizieren, bei dem jeder Verantwortung übernimmt, als hänge der Erfolg zu allererst von ihm ab, bei dem sich niemand hinter dem anderen versteckt. Lebendiger, mitreißender kann Musizieren nicht sein. Und es fällt schwer, seine Superlative nicht gleich zu Beginn des Festivals zu verbrauchen.

Auf gleicher Wellenlänge

Also zurück auf den Boden. Den Bremern eilt der Ruf voraus, man würde Schumann oder Brahms oder Beethoven völlig anders und neu hören, wenn sie deren Musik spielen. Das stimmt, und dafür gibt es auch ganz sachliche Gründe. Zum einen haben sich die Bremer 2008 für Paavo Järvi entschieden, weil der auf deren Wellenlänge liegt. Sie bräuchten ja eigentlich gar keinen Dirigenten, aber Paavo Järvi ist einer, der die Musik bis ins kleinste Detail analysiert und dann schaut, wie man diese Kleinteile so zusammensetzt, dass sie ein zusammenhängendes Ganzes ergeben, aber in diesem Ganzen sich behaupten. Oder anders gesagt: Wer die Bremer hört, hört auch die kleinste Melodielinie, hört plötzlich neue Zusammenhänge oder Begründungen für Entwicklungen, die bei anderen, auch guten Orchestern untergehen, weil die Dirigenten sie nicht erkennen oder sie ihnen nicht so wichtig sind - oder sie eher auf Gesamtklang als auf Struktur zielen. Ein erfreulicher Nebeneffekt war, dass Schumanns "kleine Sinfonie" bei diesem gestalterisch enormen Zugriff überraschend modern und heutig klang, auch wenn sie gleichzeitig ihren romantischen Impetus auslebte, stark auf intensive Dramatik zielte.
Der andere Grund: Die Streicher sind nicht so üppig besetzt wie bei den großen Orchestern, wie sie Mitte des 19. Jahrhunderts sich etablierten. Das macht den Klang weniger pastos, dafür durchhörbarer, greifbarer, klarer. Es geht nichts in der Masse unter.
Auf das 4. Violinkonzert von Henri Vieuxtemps durfte man gespannt sein - ein Werk, das noch nie beim Kissinger Sommer zu hören war. Es war schon deshalb interessant, weil Vieuxtemps wie sein Fast-Zeitgenosse Paganini als Virtuose gefeiert wurde. Aber es zeigte sich sehr schnell, dass er ein erheblich besserer Komponist als der Genues "Teufelsgeiger" war. Sein Konzert ist richtig schöne Musik, die zwar enorme Vituosität fordert, sie aber nicht schwitzend zur Schau stellt. Und die auch für das Orchester viel zu bieten hat.
Genau das Richtige für Hilary Hahn. Sie ging mit einer erstaunlichen Abgeklärtheit und Ruhe an die Arbeit. Technisch blitzsauber, gelang es ihr, in den drei schnellen Sätzen die Schwierigkeiten vergessen zu machen und statt dessen den musikalischen nach vorne zu holen. Dabei fand sie zu einem wunderbaren Zusammenspiel mit dem Orchester, das sich eine große, partnerschaftliche Selbstbewusstheit erlauben konnte. Der Effekt waren echte, nachvollziehbare Dialoge, die nicht im virtuosen Blendwerk untergingen, waren Ausbrüche des Orchesters, in denen sich die Solistin trotzdem behaupten konnte, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen. Und zwar so komplex, dass am Ende des dritten Satzes plötzlich Applaus aufkam. Das kommt davon, wenn man den mit dem Impetus eines Finalsatzes spielt. Ein wunderschöner Kontrast dazu war der langsame Satz, wunderbar lyrisch gesungen in Dialogen der Solistin mit den Bläsern und Streichern, wobei jeder einmal den Vortritt hatte. Man spürte, dass da wirklich eine gemeinsame Erarbeitung dahinter stand.

Es geht auch ohne Stradivari
Was übrigens auch angenehm auffiel: Hilary Hahn spielt keine Stradivari, sondern eine wunderbare Violine, die der Pariser Geigenbauer Jean-Baptiste Vuillaume 1864 gefertigt hat. Sie ist zwar der Nachbau einer Guarneri del Gesù, denn Vuillaume war ein Anhänger des Cremonenser Idealklangs - den übrigens auch nicht alle Stradivaris erreicht haben. Dafür hat er einen Klang erzielt, der vielleicht nicht so rund ist wie der italienische, aber absolut klar, wesentlich direkter und durchsetzungsfähig. Da kann man leichter bei einem Konzert wie dem von Vieuxtemps die Balance in Richtung Orchester verschieben, weil sich die Violine stärker behaupten kann.
Zwei Zugaben spielte Hilary Hahn aus den Sechs Sonaten und Partiten von Bach mit toller gestalterischer Übersicht: die E-dur-Gigue und die h-moll-Sarabande.
Ja und dann die von vielen wirklich erwartete 2. Sinfonie von Johannes Brahms. "Neu gehört" ist ein schwer zu fassender Begriff, "anders gehört" vielleicht treffender. Denn die Bremer spielten mit den routinierten Hörerwartungen, indem sie genau diese Routine ankratzten. Schon der Beginn klang keineswegs selbstsicher, sondern wie ein Hineintasten in die Musik mit kleinen Pausen des Nachdenkens und der Neuorientierung. Und sie machen die Sache spannend, wobei Paavo Järvi eigentlich nicht mehr viel zu tun hat: Sie zwingen zum Zuhören, weil sie tatsächlich ein paar Neuigkeiten zu sagen haben, etwa von der vorwärtstreibenden Kraft der plötzlich hörbaren Synkopen im ersten Satz. Oder von der Individualiserung und Aufwertung der einzelnen Stimmen, was ja genau das ist, was die Romantik will. So entstehen eine starke Emotionalisierung und größte Spannung. Wobei Paavo Järvi natürlich genau weiß, wie man die erzeugt: durch eine starke, aber sinnfällige Dynamik. Im letzten Satz hält er den Deckel so lange auf der Musik, bis sie gar nichts anderes mehr kann als in einem hymnischen Choral zu explodieren.
Zwei Ungarische Tänze von Brahms spielten die Bremer als Zugabe: raffinierte Küche, endlich mal mit scharfem Paprika gewürzt.

CRÍTICA: PAAVO JÄRVI DEBUTA EN LA TEMPORADA OPERÍSTICA DE LA SCALA CON 'DON GIOVANNI' DE MOZART

codalario.com
6.06.2017
Pablo Sánchez Quinteiro




Milán. 17-V-2017. La Scala. Don Giovanni, Mozart. Thomas Hampson, Tomasz Konieczny, Hanna Elisabeth Müller, Bernard Richter, Anett Fritsch, Luca Pisaroni, Giulia Semenzato, Mattia Olivieri. Dirección musical: Paavo Järvi. Dirección de escena: Robert Carsen.

El debut de Paavo Järvi en la temporada operística del Teatro de la Scala de Milán ha llegado de la mano del “dramma giocoso” mozartiano, Don Giovanni. Una estimulante pero a la vez exigente tarjeta de presentación, para la cual se recuperó la producción con la que Robert Carsen y Daniel Barenboim habían abierto la temporada 2011-12.

Se trata de una celebrada puesta en escena en la que una relativa economía de medios es compensada con una inventiva desbordante y con un planteamiento en el que se combina a la perfección el respeto al libreto original con una concepción decididamente moderna que llega en muchos momentos a agitar las conciencias de los espectadores.

Ya desde el mismísimo comienzo, en la propia obertura, el público queda atrapado con la aparición inesperada de un Don Giovanni burlón quien, con un simplemente movimiento de mano, provoca la caída del telón y la aparición de un inmenso espejo que introduce al espectador de forma distorsionada en el escenario. Este espectacular dispositivo hará su aparición en distintos momentos de la representación. Es unade las diversas argucias con las que un inspiradísimo Carsen consigue que la acción se desarrolle en diversos planos espacialesque siempre tienden a que la perspectiva del público se funday se confunda con lo que está sucediendo en escena.

En no pocos momentos la ópera se convierte en una obra de teatro dentro del propio teatro, transmutándose Don Giovanni en un director teatral que en primer plano y de espaldas al público sigue de forma socarrona -inevitablemente acompañado por una sensual doncella- la representación de sus propios engaños y desengaños. Asimismo, en múltiples ocasiones los cantantes se desplazan al propio patio de butacas, llegando a interactuardirectamente con el público. Todos estos aspectos se ven acentuados con un decorado en el que la arquitectura del teatro es proyectada hasta el infinito en una serie de tapices que se prolongan aprovechando toda la profundidad del escenario de tal forma que los límites entre la escena y las galerías del teatro se confunden, rompiéndose una vez más de forma clarividente, las barreras entre el espectador y la ficción.

Entre los continuos golpes de efecto de Carsen destaca la aparición de la estatua del Comendador en el segundo Acto en el palco de autoridades del teatro. Situando al dedo acusador del Comendador junto a los altos y “respetables” estamentos de la sociedad -esos mismos que indefectiblemente apadrinan la injusticia y la corrupción- uno no puede dejar de sentir la consabida apropiación del dolor de las víctimas que tan a menudo vemos en nuestros telediarios. A estas alturas de la representación, la moraleja de la ópera ya ha adquirido unos tintes nuevos para el público: ¿No será el burlador de Sevilla una llamativa cabeza de turco para una sociedad hipócrita? ¿Hasta qué punto las víctimas del conquistadorno son realmente suyas sino que lo son de sus propios afanes por satisfacer sus egos, sus deseos? Por si a alguno le quedaba alguna duda, la conclusión de la obra con un Don Giovanni resurgiendo del infierno, cigarrillo en boca, mientras cínicamente observa como sus supuestamente damnificados se hunden bajo las llamas del infierno resulta totalmente definitiva. Si tan sorprendente conclusión puede resultar impactante en algún lugar del mundo éste es precisamente el Teatro de la Scala. Un sacrosanto templo de la música que nosfascina por la opulencia y el lujo que por él desfila; no en vano estamos en la capital mundial de la imagen. Más de uno se debió remover incómodo en su butaca reflexionando sobre el triste final de tan respetados y respetables personajes ¡Qué milagrosa es música como la de Mozart, que doscientos años después de su composición puede mover y conmover las conciencias de una sociedad de una forma tan impactante y moderna!

Una representación tan arriesgada y combativa, sin duda requería de un Don Giovanni total, de un barítono casi utópico al que sólo un grande como Thomas Hampson puede en la actualidad acercarse. Sorprendente y a la vez significativo que este papel significase su debut en la Scala. Tanto por su voz -todavía a sus sesenta años abrumadora- como por su presencia seductora y sus habilidades escénicas, Hampson era la elección ideal. Cuesta creer que fuese el único miembro del reparto objeto de algún reparo desde la temida loggione, reticencia totalmente injustificada, pues si en algún momento su voz careció del impacto que se podría esperar, fue sin duda debido a las exigencias físicas de una actuación sobrehumana. Incluso para un cantante con su sempiterna energía vocalera inevitable verse en más de un momento con su respiración comprometida. Sería injusto destacar algún momento puntual de su noche. Únicamente citar como curiosidad su "Deh, vieni alla finestra" muy contenido en dinámica y muy enfático, pero con un fraseo y un timbre maravillosos.

Hampson se vio rodeado de un reparto constituido por cantantes que todavía no han alcanzado el renombre internacional pero que sin duda pronto estarán en boca de todos. Un elenco de lo más consistente, sin ningún eslabón débil en la cadena. Se trataba de una combinación perfecta de voces, mayoritariamente jóvenes y primorosas, todas ellas sin excepción con una refinada presencia escénica y unas aptitudes vocales de primera línea.

La Donna Anna de Elisabeth Müller fue un grato descubrimiento por su voz exuberante, plena de rebosante lirismo. Su “Non mi dir” fue una de las arias más celebradas de la noche por el dramatismo y la expresividad del recitativo previo y por su magnífica coloratura. Anett Fritschcomo Donna Elvira aportó las máximas dosis de intensidad. Su “Mi tradì, quell'alma ingrata” le permitió exhibir un instrumento ágil y una voz muy expresiva en todos los registros. La Zerlina de Giulia Semenzato aportó la dulzura que se espera en su personaje. Combinó a la perfección con un vigoroso Masetto de Mattia Olivieri.

La parte masculina del reparto contó igualmente con la sobresaliente participación de Luca Pisaroni. Fue un Leporello joven y resonante, con unas magníficas dotes teatrales. Brilló igualmente el Don Ottavio del suizo Bernard Richter. Con una voz fluida y potente, pero a la vez limpia y de hermoso timbre, Richter le aportó personalidad propia a un carácter habitualmente presentado de forma pusilánime. Finalmente, el comendador de Tomasz Konieczny, contribuyó a la magia de una memorable escena final con una voz muy potente y un timbre sobrecogedor.

Todos estos elementos comentados no hubiesen funcionado sin una dirección y una prestación orquestal de primerísima línea. El pedigrí mozartiano de Paavo Järvi se confirmó con una dirección que desde el foso mostró esas mismas cualidades que han hecho de él una referencia en la música orquestal: claridad y musicalidad. Gozó en la orquesta de La Scala de un instrumento memorable, con unas cuerdas incisivas y enérgicas –en ocasiones puntuales excesivas- y unas milagrosas maderas, sensuales hasta lo indecible -¡tan decisivas en la música de Mozart! Aunque el torbellino escénico de esta ópera apenas deja respiro para recrearse exclusivamente en la música, fue una delicia presenciar una construcción musical tan sublime, en la que Järvi concertó con una habilidad prodigiosa y sin necesidad de recurrir a retóricas gratuitas, todo tipo de crescendo y graduaciones dinámicas. Por citar sólo un ejemplo, la conclusión del Acto I hizo resaltar la escritura de Mozart de una forma pocas veces escuchada, poniéndola al lugar de su mejor música sinfónica.

En resumen, una producción inmaculada que sin duda merece formar parte de los grandes momentos de la historia musical de la Scala. Tanto por su altísima calidad musical y escénica, como por demostrarnos una vez más como la ópera y su mensaje siguen manteniendo inalterada su vigencia en pleno siglo XXI.

Friday, June 02, 2017

瑞士最佳乐团 总监易主

weixin.qq.com
31.05.2017

爱沙尼亚指挥家帕沃·雅尔维(Paavo Järvi)近日当选瑞士苏黎士音乐厅管弦乐团(Tonhalle Orchestra Zurich)新任音乐总监。这支乐团过去也被译为苏黎士市政厅管弦乐团。

雅尔维将于2019/20年走马上任,一届任期五年,上任前每年会在乐团工作三周。他接替的是2014年上任乐团总监的法国指挥家列奥尼·布林格尔(Lionel Bringuier)。布林格尔只任一届就不被续约,疑云重重。

2009年,雅尔维首次指挥这支被视为瑞士国宝的交响乐团,去年12月份再度回归。乐团的历任总监包括查尔斯·迪图瓦、克里斯托夫·艾森巴赫和大卫·津曼。


雅尔维在接受采访时表示:“我很高兴出任苏黎士音乐厅管弦乐团音乐总监一职。这是一支历史悠久,实力不凡的乐团。最近十分有幸与乐团共事,感觉与音乐家和管理层都情投意合,为他们的专注深深打动。”


作为2015年度《留声机》杂志和法国《唱片》杂志双料年度人物,帕沃·雅尔维现任日本NHK交响乐团首席指挥,德国不莱梅德意志室内爱乐乐团艺术总监,爱沙尼亚帕尔努音乐节总监,历任巴黎管弦乐团音乐总监。


潮人谈此前在与巴黎管弦乐团、帕尔努音乐节和NHK交响乐团的诸多推广专案中与雅尔维有所交集。乐评人唐若甫曾于2015年夏应雅尔维邀请,出访观摩爱沙尼亚帕尔努音乐节,载文“橄榄古典音乐”刊于2015年7月26日,请移步阅读原文。

http://mp.weixin.qq.com/s/b1CbKplB-l68nMPIP0Dlfg

Thursday, June 01, 2017

Paavo Järvi saab Zürichi orkestri etteotsa

31.05.2017
Eesti Päevaleht
http://epl.delfi.ee/news/kultuur/paavo-jarvi-saab-kuulsa-zurichi-tonhalle-orkestri-peadirigendiks?id=78416079

Schon vor dem Amtsantritt präsent

fonoforum.de
31.05.2017




Paavo Järvi wird ab der Saison 2019/20 der neue Chefdirigent und Künstlerische Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich.

Die Tonhalle-Gesellschaft Zürich hat bekanntgegeben, dass Paavo Järvi ab der Saison 2019/20 der neue Chefdirigent und Künstlerische Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich wird. Der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag umfasst neben den Konzerten in Zürich Tourneen und CD-Einspielungen. Paavo Järvi ist jedoch bereits vor Amtsantritt präsent. Im Januar 2018 ist Järvi mit seinem Estonian Festival Orchestra in der Tonhalle Maag zu Gast und in der Saison 2018/19 weilt er für drei Wochen in Zürich.

Erstmals dirigierte der in Estland geborene Dirigent 2009 das Tonhalle-Orchester Zürich, seinen zweiten Besuch stattete er letzten Dezember mit vier Konzerten ab und traf den Nerv des Publikums und des Orchesters gleichermassen. In den Medien war letzten Dezember zu lesen: «Järvi braucht das Licht nicht auf sich zu lenken, es strahlt von selbst. Analytischer Geist und Klangsinn, Erfahrung und Spontaneität – da liegt sein Geheimnis.», so Peter Hagmann in seiner Konzertkritik.

«Ich fühle mich sehr geehrt, die Rolle des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters des Tonhalle- Orchesters Zürich zu übernehmen – ein Orchester, das eine große Geschichte und eine hervorragende Spielqualität hat. Jüngst hatte ich das Privileg, mit dem Orchester zusammenzuarbeiten. Ich spürte eine sehr starke Verbindung zwischen den Musikern und dem Management – ich war überwältigt von ihrer Einsatzfreude. Nun freue ich mich darauf, diese musikalischen und persönlichen Beziehungen zu vertiefen: Mit dem Orchester, seinem Management und nicht zuletzt mit dem Publikum in Zürich. Schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel musikalischen Lebens auf!», so Paavo Järvi.

Als Chefdirigent des NHK Symphony Orchestras eröffnete Paavo Järvi die Spielzeit 2016/17 zur Feier des 90-jährigen Jubiläums des Orchesters mit Mahlers Sinfonie Nr. 8. Mit demselben Orchester ging er auch im Frühjahr 2017 auf eine grosse Europa Tournee mit Konzerten in Berlin, Wien, Amsterdam, Luxemburg, Köln, Paris und London. Seit 2004 ist er auch Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im Sommer 2016, in seiner letzten Saison als Musikdirektor des Orchestre de Paris, wurde er von der French Critics’ Association zur «Musikalischen Persönlichkeit des Jahres» gekürt. Er ist Gründer des Pärnu Music Festivals in Estland, welches sowohl Konzerte als auch Meisterklassen im Dirigieren anbietet. Hier kehrt Paavo Järvi, begleitet von seiner Familie, jährlich zurück zu den Wurzeln seiner Kindheit. In Pärnu hat er das Estonian Festival Orchestra gegründet, das die besten Nachwuchsmusiker Estlands mit führenden Musikern aus europäischen Orchestern zusammen bringt.

In der Spielzeit 2016/17 war er mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit ihrem hochgelobten Zyklus der Brahms-Sinfonien in Europa und Asien zu hören. Aufnahmen dieses Zyklus’ werden im September 2017 (Sony/RCA) veröffentlicht. Derzeit dirigiert er «Don Giovanni» an der Mailänder Scala und wird als Ehrendirigent zum hr-Sinfonieorchester zurückkehren. Regelmäßiger Gast ist er bei den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden und beim Philharmonia Orchestra London. In der Spielzeit 2017/18 dirigiert Järvi im Herbst das New York Phiharmonic und kehrt für ein Konzert zum Orchestre de Paris zurück.

Seine umfangreiche Diskografie umfasst zwei mit dem Grammy Award ausgezeichnete CDs, den i-tunes- Bestseller der Eröffnungsgala der neuen Pariser Philharmonie und den vollständigen Zyklus der Nielsen- Sinfonien mit dem hr-Sinfonieorchester (Sony Japan). Kürzlich wurde er gleich mehrfach zum «Künstler des Jahres» gekürt (Gramophone, Diapason) und erhielt die prestigeträchtige Sibelius Medaille in Anerkennung seines Einsatzes für die Musik des finnischen Komponisten in Frankreich während seiner Amtszeit beim Orchestre de Paris.

http://www.fonoforum.de/home/artikel/tx_news/schon-vor-dem-amtsantritt-praesent/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=d69f893fe96a158f442f9e3c49f5e1a8

Paavo Järvi wird Chef in Zürich

musikzeitung.ch
31.05.2017
TOZ/SMZ



Die Tonhalle-Gesellschaft Zürich hat gestern bekanntgegeben, dass Paavo Järvi ab der Saison 2019/20 Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich wird. Der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag umfasst neben den Konzerten in Zürich Tourneen und CD-Einspielungen.

Paavo Järvi wird bereits vor Amtsantritt in Zürich präsent sein. Im Januar 2018 ist Järvi mit seinem Estonian Festival Orchestra in der Tonhalle Maag zu Gast und in der Saison 2018/19 weilt er für drei Wochen in Zürich. Erstmals hat er das Tonhalle-Orchester Zürich 2009 dirigiert, seinen zweiten Besuch stattete er letzten Dezember mit vier Konzerten ab. Er freue sich darauf, «diese musikalischen und persönlichen Beziehungen zu vertiefen: Mit dem Orchester, seinem Management und nicht zuletzt mit dem Publikum in Zürich. Schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel musikalischen Lebens auf!», meinte Paavo Järvi an der Pressekonferenz vom 30. Mai.

Mit der Verpflichtung von Paavo Järvi werde auf die Tradition des Tonhalle-Orchesters Zürich gesetzt und man wolle an dessen besonderen Qualitäten kontinuierlich weiterarbeiten, um «das Profil inhaltlich zu schärfen und die Position dieses Spitzenorchesters im internationalen Kontext zu stärken», erläuterte Intendantin Ilona Schmiel. Martin Vollenwyder, Präsident der Tonhalle Gesellschaft Zürich, ist überzeugt, dass das Orchester mit Paavo Järvi «zu weiteren Höhenflügen ansetzen wird».

Paavo Järvi ist zurzeit Chefdirigent des NHK Symphony Orchestras Tokyo. Seit 2004 ist er Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. In Estland hat er das Pärnu Music Festivals samt dem Estonian Festival Orchestra gegründet.
Mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen war er in der Spielzeit 2016/17 mit dem Brahms-Sinfonien-Zyklus in Europa und Asien zu hören. Derzeit dirigiert er Don Giovanni an der Mailänder Scala und wird als Ehrendirigent zum hr-Sinfonieorchester zurückkehren. Regelmässiger Gast ist er bei den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden und beim Philharmonia Orchestra London. In der Spielzeit 2017/18 dirigiert Järvi im Herbst das New York Phiharmonic und kehrt für ein Konzert zum Orchestre de Paris zurück.

www.paavojarvi.com

www.tonhalle-orchester.ch

Neuer Tonhalle-Chefdirigent Paavo Järvi: «Wir sind so etwas wie Missionare»

solothurnerzeitung.ch
30.05.2017
Anna Kardos


Paavo Järvi wird ab 2019 neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters. Er will Menschen erreichen und auch mal in den Fussstapfen von Brahms wandeln.

Als Sie im Winter mit der Tonhalle auftraten, waren alle euphorisiert. War zwischen Ihnen und dem Orchester so etwas wie Liebe auf den ersten Blick?


Paavo Järvi: Für uns Musiker spielt Intuition eine riesige Rolle. Und es zeigte sich intuitiv, dass eine Verbindung ist zwischen Orchester und mir. Wir konnten musizieren, ohne alles erst erklären zu müssen.
Was schätzen Sie musikalisch am Tonhalle-Orchester?
Es ist ein Orchester mit Geschichte und herausragenden Musikerpersönlichkeiten. Dass sie sich dennoch als Einheit empfinden, macht aus einem guten Orchester erst ein herausragendes Orchester.


David Zinmans Tonhalle stand für Beethoven, Mahler, Schumann. Bei Lionel Bringuer kam französische Sinfonik dazu. Wohin wollen Sie musikalisch?

Wir werden uns fragen, was unser musikalisches Zentrum sein soll und was von den grossen Meisterwerken wir noch heranziehen möchten. Brahms dirigierte die Eröffnung der Tonhalle, er wird sicher eine grosse Rolle spielen – überhaupt das romantische und klassische deutsche Repertoire. Da ich vom Norden, aus dem Baltikum komme, werden wir zudem auch Ausblicke in diese Richtung planen.


Lionel Bringuier wurde kritisiert, zu wenig präsent zu sein. Wie gehen Sie mit der Frage um?

Wenn man Chefdirigent eines Orchesters von diesem Kaliber ist, muss man auch das Gesicht des Orchesters sein. Um die Menschen zu erreichen. Wir Musiker sind fast so etwas wie Missionare.


Weil klassische Musik nicht mehr in unserem Alltag verankert ist?

Genau. Unser Ziel ist es, hinauszugehen zu den Leuten. Weil Klassik so grossartig ist, dass man den Zugang zu ihr möglichst vielen Menschen ermöglichen muss.

https://www.solothurnerzeitung.ch/kultur/musik/neuer-tonhalle-chefdirigent-paavo-jaervi-wir-sind-so-etwas-wie-missionare-131381099

Paavo Järvi wird ab 2019 neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters

bzbasel.ch
30.05.2017
Anna Kardos

Der 52-jährige Este Paavo Järvi wird ab 2019 neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters. Er rockte einst das Baltikum.
Er ist die goldene Mitte. Dirigent Paavo Järvi (52) wird ab Sommer 2019 Chefdirigent des Tonhalle Orchesters. Nach seinem jugendlichen Vorgänger Lionel Bringuier und seinem väterlichen Vorvorgänger David Zinman ist Järvi nun sozusagen ein Mann in den besten Jahren – und das ist durchaus auch musikalisch gemeint: Seit 20 Jahren leitet er die Kammerphilharmonie Bremen, die nun ihrerseits unter seinem Dirigat ihre «besten Jahre» erlebt.


Als weltweit gefragter Maestro ist Järvi gleichzeitig in Japan als Chefdirigent des NHK-Sinfonieorchester tätig. Und nicht zuletzt Järvis Diskografie kann sich sehen lassen: Mit Einspielungen der Sinfonien Carl Nielsens oder der Orchestermusik von Henri Dutilleux sowie Gesamtaufnahmen von Beethovens und Schumanns Sinfonien hat der Dirigent sich nachhaltig einen festen Platz in der Reihe der besten Maestri gesichert – und dies zudem mit einem sehr breiten Repertoire und einer Herangehensweise, die ebenfalls von einem Musiker mit Reife und Elan zeugen. Denn ein romantisch Schwelgender ist der Este nicht, auch kein musikalischer Weltenumarmer.

Seine Interpretationen sind unsentimental kraftvoll, mit Blick auf die grosse Struktur. Das Tonhalle-Orchester dirigiert hat er bisher zweimal, 2009 und im Dezember 2016 – Musiker wie Zuhörer waren euphorisch. Auch Intendantin Ilona Schmiel strahlte an der gestrigen Medienkonferenz und verriet, «anfangs standen 70 Dirigentennamen zur Diskussion. Zum Schluss gab es einen einzigen Wunschkandidaten für uns: Paavo Järvi.»

Beim legendären Bernstein studiert


Angefangen hatte indes alles etwas anders. Sozusagen mit einem Paukenschlag begann Järvi seine Musikerlaufbahn, indem er sich in seiner Heimatstadt Tallinn zum Schlagzeuger und Dirigenten ausbilden liess. Als Sohn des Dirigenten Neeme Järvi war er ohnehin von Kindsbeinen an mit Klassik aufgewachsen. Bruder Kristjan, Schwester Maarika und manch anderes Mitglied der Familie Järvi ist als Musiker tätig. Ab 1980 setzte Paavo Järvi seine Studien in den USA fort – unter anderem beim legendären Leonard Bernstein. Abgehoben war er allerdings schon damals nicht. Stattdessen rockte er als Schlagzeuger der beliebtesten Band Estlands In Spe wie nebenbei das Baltikum.

Die Tonhalle wird er nachgerade nicht rocken müssen. Aber zupacken können, präsent sein, die Zukunft des Orchesters weiterdenken. Dass er das kann, scheint sich bereits im Voraus anzudeuten. Etwa dadurch, dass er seinen Chefposten bereits ab Sommer 2019, also während der Renovation des Tonhalle-Saales und mitten im Maag-Provisorium, antritt. Genauso sehr auch an seiner ehrlich empfundenen Freude in der gestrigen Medienkonferenz, wo er verriet, dass er bei seinem Konzert mit der Tonhalle während des Gangs auf das Podium dachte: Wenn mich dieses Orchester wirklich anfragen würde, wäre meine Antwort sofort: Ja.

Paavo Järvi wird neuer Chefdirigent der Tonhalle in Zürich

srf.ch
30.05.2017

Die Tonhalle Zürich hat den neuen Chefdirigenten und künstlerischen Leiter bekanntgegeben. Eine gute Wahl, findet SRF-Musikredaktor Moritz Weber.



Der neue Chefdirigent und künstlerische Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich heisst Paavo Järvi. Das hat die Tonhalle-Gesellschaft Zürich heute bekanntgegeben. Der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag beginnt für den in Estland geborenen Järvi ab der Saison 2019/20.

Wenig überraschend


Für SRF-Musikredaktor Moritz Weber kommt die Wahl wenig überraschend – bereits seit ein paar Monaten kursierte das Gerücht, das Paavo Järvi nach Zürich kommt. In seinen Augen eine gute Wahl: «Järvi ist ein arrivierter Dirigent und weltweit erfolgreich.» Er bringt viel Erfahrung als Chefdirigent von grossen Orchestern mit.

«Er wirkt auf dem Podium sehr ruhig, sehr unaufgeregt und braucht keine grosse Show, um zu überzeugen», schätzt Moritz Weber den neuen Tonhalle-Dirigenten ein: «Bei aller Genauigkeit bringt Järvi auch Emotionen rüber – und hat gleichzeitig ein scharfes Auge fürs Detail.»

«Zürich kann sich freuen»

«Er traf den Nerv des Publikums und des Orchesters gleichermassen, als er 2009 das Tonhalle-Orchester Zürich erstmals dirigierte», schreibt die Tonhalle in der Pressemitteilung.

Im letzten Dezember dirigierte Järvi das Tonhalle-Orchester erneut. Das hat ausgezeichnet harmoniert und ist auch beim Publikum sehr gut angekommen. Vor allem ist Järvi auch etwas älter und sehr viel erfahrener als sein umstrittener Vorgänger Lionel Bringuier.

Järvis Wahl sei auch im Hinblick auf die nächsten drei Jahre klug, sagt Musikredaktor Moritz Weber. Wegen des Umbaus der Tonhalle zieht das Tonhalle-Orchester ins Maag-Areal in Zürich West um: «Eine wahre Dirigentengrösse wie Järvi kann das Publikum sicher auch problemlos dorthin locken. Zürich kann sich also freuen.»

Neuer Beginn für erfahrenen Dirigenten

Järvi selbst sieht die Berufung als neuen Beginn. Er fühle sich geehrt und freue sich darauf, «die musikalischen und persönlichen Beziehungen zu vertiefen: Mit dem Orchester, seinem Management und nicht zuletzt mit dem Publikum in Zürich.»

In seiner letzten Saison als Musikdirektor des Orchestre de Paris wurde Järvi von der French Critics' Association zur «Musikalischen Persönlichkeit des Jahres» gekürt. Er ist Gründer des Pärnu Music Festivals in Estland. Hier kehrt der in Estland geborene Paavo Järvi zurück zu seinen Wurzeln.


Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Kultur-Nachrichten, 30.5.2017, 16.30 Uhr.

CRÍTICA: PAAVO JÄRVI DIRIGE LA 'SÉPTIMA SINFONÍA' DE MAHLER EN LA SCALA DE MILÁN

codalario.com
27.05.2017
Pablo Sánchez Quinteiro




Milán. 18-V-2017. Paavo Järvi. Orquesta del Teatro alla Scala de Milán. "Séptima sinfonía" de Mahler.

En un alarde de versatilidad, tanto por parte de la orquesta como del director, Paavo Järvi y la Orquesta del Teatro alla Scala intercalaron las representaciones de Don Giovanni con tres interpretaciones de una exigente pero atractiva partitura: la Séptima sinfonía de Gustav Mahler. Pocos directores están tan preparados física y mentalmente como Paavo Järvi para afrontar un reto de esta naturaleza.

Es el director estonio ajeno a las sempiternas dudas que todavía ¡un siglo después de su estreno! genera esta partitura entre no pocos directores. Sin ir más lejos, se vienen a la memoria los casos en España de Josep Pons y Víctor Pablo Pérez, los cuales durante la realización de sus ciclos mahlerianos respectivos con la Nacional de España y la Sinfónica de Galicia, evitaron la dirección de esta partitura. Es bien distinta la postura de Järvi ante esta obra; de hecho llega a considerarla como su sinfonía mahleriana favorita en sus breves, pero lúcidas alocuciones, que acompañan a la grabación en Blu-ray de su ciclo Mahler con la orquesta Sinfónica de la Radio de Frankfurt.

En la orquesta de la Scala, Paavo Järvi ha gozado de un instrumento fabuloso, que por cierto, atesora en las últimas décadas una notable experiencia mahleriana, y como prueba su reciente grabación con Daniel Barenboim de la Novena sinfonía o su emblemática interpretación de la Sexta en el retorno de Claudio Abbado a La Scala. Acostumbrada a tocar desde el fondo del foso, cuando la orquesta sale a la luz despliega una energía inmensa, ideal en muchos momentos para esta partitura. En los momentos más explosivos de la partitura, tanta energía desatada resultó excesiva para las refinadas cualidades acústicas del escenario y de la sala. Pero bienvenido sea tanto ímpetu en una partitura especialmente refractaria a interpretaciones rutinarias.

A pesar de lo abstracto de su lenguaje, es fundamental en esta obra que el director crea y transmita a los músicos y al público una narrativa convincente. Y ese fue uno de los grandes méritos de Järvi. Para ello se apoyó en sus dos cualidades más reconocidas: la musicalidad y la claridad. Es oportuno recordar que era justamente la claridad el aspecto que el Gustav Mahler director de orquesta más valoraba.

Y así se abrió el Langsam inicial, con un fraseo amplio, contenido, sobrio, en el que el trompa tenor se mostró especialmente inspirado en su difícil labor. A éste le respondieron unas maderas incisivas y unas cuerdas que ya en el primer tutti mostraron un brío y una calidez que sería una constante a lo largo de los ochenta minutos que duró la interpretación. Como era inevitable en Mahler, las marchas pronto hicieron su aparición. En concreto, en un pasaje de enrevesada indicación de tiempo en la partitura: Etwas weniger langsam aber immer gemessen (algo menos lento pero siempre contenido). Järvi lo abordó con el máximo carácter e imprimiendo con su gestualidad una marcialidad contagiosa, que desembocó en un Allegro con fuoco auténticamente excitante. Fue igualmente característica la forma en que Järvi acentuó a lo largo de todo el movimiento los cambios de tiempo.

A pesar de que globalmente la duración del movimiento fue ligeramente expansiva, en el bellísimo meno mosso central Järvi no hizo la menor concesión al sentimentalismo. Fue la suya una concepción serena, sobria y espiritual, pero no por ello menos sublime. Únicamente en el segundo golpe de los platos, se echó en falta ese mit Feuer –con fuego, que Mahler le pide al percusionista en la partitura. Probablemente esto se debió a razones acústicas pues el tratamiento que la orquesta hizo de esta sección fue abrumador, con unos metales que sorprendieron en su registro más intimista y unas cuerdas que subyugaron por la tersura de su color.

Tras un interludio sombrío -incluso en términos mahlerianos- la interpretación volvió a fluir en el a tempo. Con un imponente Grandioso –una de las pocas ocasiones en que Mahler emplea esa indicación- la interpretación se convirtió en una lección de virtuosismo de la Orquesta de la Scala. Majestuosa e inspirada, ésta se plegó a la perfección a la narrativa de un Järvi clarividente que nos regaló una feroz coda la cual hizo literalmente retumbar las galerías de la Scala.

Las dos Nachtmusik se beneficiaron especialmente de la acústica del teatro, realzándose infinidad de matices que en otro tipo de sala pasarían desapercibidos. En la primera de ellas los tempi fueron bastante canónicos, pero la interpretación estuvo llena de sorpresas. La primera, de entrada, la forma en que Järvi acentúa el diálogo entre las trompas –ubicada la segunda de ellas a la puerta del escenario. También merece ser significado como Järvi confiere a la marcha la máxima sutileza y expresividad. Ajena a cualquier carácter militar, ésta desemboca en un bellísimo pasaje de los cellos que da paso a un despliegue de alegría y vitalidad típico del Mahler más optimista. Tras él, Järvi da paso a un cierto ensimismamiento, tanto en el pasaje de los cencerros en la lejanía como en la subsiguiente marcha, mucho menos amenazadora en sus manos que en otras interpretaciones. Una virtuosística conclusión culminó una interpretación fascinante de este milagroso movimiento.

La inspiración onírica del Scherzo le permite a Mahler explorar sonoridades que antes ningún compositor había ni siquiera insinuado y que en la actualidad son un auténtico filón para los directores ansiosos de sumergirse en las profundidades más expresionistas. Resultó por ello sorprendente la recreación de Järvi; muchísimo más contenida e intimista de lo habitual, dejando que la partitura hablase por sí sola, sin edulcorantes ni aditivos. Probablemente el público mahleriano debió sentirse sorprendido ante este enfoque, un tanto introvertido. Incluso uno de los clímax centrales del movimiento, -un fortissimo en el que Mahler le pide a la cuerda grave un pizzicato de ni más ni menos que ¡¡cinco “efes”!!- transcurrió sin grandes aspavientos.

En el Andante amoroso, el movimiento más celebrado en el estreno de la obra, Järvi demostró una vez más cuan personal e intransferible es su visión de la misma. También es cierto que este movimiento, entre todos los sinfónicos mahlerianos, es el que ha sido sometido a enfoques más variados por parte de los directores del pasado y del presente. Inspirado sin duda por Alma, cada director ha proyectado su influjo de forma bien distinta. Järvi no mitiga la pasión pero nos muestra al mismo tiempo una cierta ansiedad. Una interesante ambigüedad se hacía por tanto presa de la interpretación. Únicamente en el Adagio central, evocador del mundo de Ich bin der Welt, Järvi deja a un lado las reticencias para recrearse en su belleza insondable. Pero esto no es más que una especie de espejismo que se viene abajo en el inquietante clímax que precede a la coda, interpretada ésta de forma inspiradísima por los solistas de la Scala.

El Allegro ordinario respondió a la perfección a lo que en los cuatro movimientos previos Järvi nos había mostrado. Un tour de forcé orquestal, al que la orquesta dio vida aportando toneladas de carácter y vigor, aspectos en los que esta agrupación nunca deja de asombrar. Pero al mismo tiempo, Järvi supo introducir un aspecto que ya planeaba en los movimientos previos: una inquietante ambigüedad. Como el propio director me comentaba en la entrevista posterior al concierto y que próximamente aparecerá en CODALARIO, en Mahler, como en Shostakovich, nunca hay verdaderos finales felices, siempre se esconde detrás de esas grandes catarsis orquestales la más grande de las tragedias.

Me permito recordar la situación que se produjo en Praga en la culminación del ensayo general previo al estreno de la obra, tal como la cuenta William Ritter: “El espectacular estallido orquestal conclusivo fue recibido con un respetuoso silencio. Mahler dio unas breves indicaciones a los músicos, y con todavía el impacto físico de la música resonando en la sala, muy lentamente, con una expresión en su cara de infinita tristeza se acercó como hipnotizado a la mujer que amaba, expresando en su mirada algo de lo que sólo ellos dos sabían el significado. Aunque los músicos ya amagaban su retirada, nadie entre el público podía separar su mirada de la pareja. Alma, sintiéndose el centro de todas las miradas, parecía más preocupada por las apariencias que conmocionada por la obra, de tal modo que sólo pudo forzar una nerviosa sonrisa y una serie de miradas esquivas. Todo el público del ensayo percibió la existencia de un drama.”

Y ese fue sin duda el gran acierto de Järvi: mostrar en medio de una colosal y ¡absolutamente feroz! interpretación de este Allegro ordinario, la existencia del drama interior del compositor. Nada más apropiado para un escenario teatral como en el que nos encontrábamos. No es una sorpresa que este casi se viniera abajo aplaudiendo una Séptima individual, única, rebosante de personalidad, pero no por sus manierismos o excesos, sino por el gran talento de Paavo Järvi para conseguir ir más allá de lo que las notas nos dicen ¡Esa gran máxima mahleriana!

Paavo Järvi folgt auf Lionel Bringuier und wird Chefdirigent

nzz.ch
30.05.2017
Tobias Sedlmeier


Der estnische Dirigent Paavo Järvi wird ab der Spielzeit 2019/20 die Nachfolge von Lionel Bringuier als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Zürcher Tonhalle-Orchesters übernehmen.



Die Tonhalle-Gesellschaft Zürich hat heute bekanntgegeben, dass Paavo Järvi ab der Saison 2019/20 der neue Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich wird. Der auf fünf Jahre ausgelegte Vertrag umfasst neben den Konzerten in Zürich Tourneen und CD-Einspielungen. Paavo Järvi ist jedoch bereits vor Amtsantritt präsent. Im Januar 2018 ist Järvi mit seinem Estonian Festival Orchestra in der Tonhalle Maag zu Gast, und in der Saison 2018/19 weilt er für drei Wochen in Zürich.

Erstmals dirigierte der in Estland geborene Dirigent im Jahr 2009 das Tonhalle-Orchester Zürich, seinen zweiten Besuch stattete er letzten Dezember mit vier Konzerten ab und traf den Nerv des Publikums und des Orchesters gleichermassen.

«Ich fühle mich sehr geehrt, die Rolle des Chefdirigenten und Künstlerischen Leiters des Tonhalle-Orchesters Zürich zu übernehmen – ein Orchester, das eine grosse Geschichte und eine hervorragende Spielqualität hat. Jüngst hatte ich das Privileg, mit dem Orchester zusammenzuarbeiten. Ich spürte eine sehr starke Verbindung zwischen den Musikern und dem Management – ich war überwältigt von ihrer Einsatzfreude. Nun freue ich mich darauf, diese musikalischen und persönlichen Beziehungen zu vertiefen: mit dem Orchester, seinem Management und nicht zuletzt mit dem Publikum in Zürich. Schlagen wir gemeinsam ein neues Kapitel musikalischen Lebens auf!», so Paavo Järvi.

Spitzenorchester
Auch Intendantin Ilona Schmiel freut sich auf die gemeinsame Zukunft: «Mit der Verpflichtung von Paavo Järvi setzen wir auf die Tradition des Tonhalle-Orchesters Zürich und arbeiten an dessen besonderen Qualitäten kontinuierlich weiter, mit dem Ziel, das Profil inhaltlich zu schärfen und die Position dieses Spitzenorchesters im internationalen Kontext zu stärken. Ich freue mich sehr für unser Orchester und unser Publikum in Zürich und persönlich auf die Zusammenarbeit mit ihm – musikalisch wie menschlich.»

«Mit Paavo Järvi ist es der Tonhalle-Gesellschaft Zürich gelungen, einen der bekanntesten Dirigenten zu engagieren. «Ich bin überzeugt, dass damit das Orchester zu weiteren Höhenflügen ansetzen wird», sagt Martin Vollenwyder, Präsident der Tonhalle-Gesellschaft Zürich. «Der Orchestervorstand freut sich im Namen aller Musikerinnen und Musiker des Tonhalle-Orchesters Zürich auf die Zusammenarbeit mit Paavo Järvi», so die beiden Co-Präsidenten des Orchestervorstandes Florian Walser und Kaspar Zimmermann. Als Chefdirigent des NHK Symphony Orchestras eröffnete Paavo Järvi die Spielzeit 2016/17 zur Feier des 90-Jahr-Jubiläums des Orchesters mit Mahlers 8. Sinfonie.

Mit demselben Orchester ging er auch im Frühjahr 2017 auf eine grosse Europa-Tournee mit Konzerten in Berlin, Wien, Amsterdam, Luxemburg, Köln, Paris und London. Seit 2004 ist er auch Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im Sommer 2016, in seiner letzten Saison als Musikdirektor des Orchestre de Paris, wurde Järvi von der French Critics’ Association zur «Musikalischen Persönlichkeit des Jahres» gekürt.

Er ist Gründer des Pärnu Music Festivals in Estland, welches sowohl Konzerte als auch Meisterklassen im Dirigieren anbietet. Hierher kehrt Paavo Järvi, begleitet von seiner Familie, jährlich zurück, gleichsam zu den Wurzeln seiner Kindheit. In Pärnu hat er das Estonian Festival Orchestra gegründet, das die besten Nachwuchsmusiker Estlands mit führenden Musikern aus europäischen Orchestern zusammenbringt.

In der Spielzeit 2016/17 war er mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit ihrem hochgelobten Zyklus der Brahms-Sinfonien in Europa und Asien zu hören. Aufnahmen dieses Zyklus werden im September 2017 (Sony/RCA) veröffentlicht. Derzeit dirigiert Järvi «Don Giovanni» an der Mailänder Scala und wird als Ehrendirigent zum hr-Sinfonieorchester zurückkehren. Regelmässiger Gast ist er bei den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden und beim Philharmonia Orchestra London.

«Künstler des Jahres»
In der Spielzeit 2017/18 dirigiert Järvi im Herbst das New York Phiharmonic und kehrt für ein Konzert zum Orchestre de Paris zurück. Seine umfangreiche Diskografie umfasst zwei mit dem Grammy Award ausgezeichnete CDs, den i-tunes-Bestseller der Eröffnungsgala der neuen Pariser Philharmonie und den vollständigen Zyklus der Nielsen- Sinfonien mit dem hr-Sinfonieorchester (Sony Japan).

Kürzlich wurde er gleich mehrfach zum «Künstler des Jahres» gekürt (Gramophone, Diapason) und erhielt die prestigeträchtige Sibelius-Medaille in Anerkennung seines Einsatzes für die Musik des finnischen Komponisten in Frankreich während seiner Amtszeit beim Orchestre de Paris.

Ein Abenteuer, nun aber richtig

nzz.ch
30.05.2017
Christian Wildhagen

Der estnische Dirigent Paavo Järvi bringt beste Voraussetzungen mit, um mit dem Tonhalle-Orchester unmittelbar an das Niveau und die Erfolge der Ära von David Zinman anzuknüpfen.



Plötzlich ging alles ganz schnell. Überraschend hat die Tonhalle-Gesellschaft Zürich unter Federführung der Intendantin Ilona Schmiel einen Nachfolger für Lionel Bringuier, den 2018 scheidenden Chefdirigenten des Tonhalle-Orchesters, präsentiert und damit die Zeit der Ungewissheit im Zürcher Musikleben nach neun Monaten beendet. Eine Hängepartie, wie sie sich derzeit am Zürcher Schauspielhaus um die Nachfolge von Barbara Frey entwickelt, ist auf diese Weise geschickt vermieden worden.

Die Kandidatenfindung selbst ging erstaunlich unaufgeregt über die Bühne – auch dies war kaum zu erwarten gewesen nach den hohen Wellen, welche die Nichtverlängerung von Bringuiers Vertrag im August 2016, nach nur zwei Jahren im Amt, geschlagen hatte. Statt freilich jede Woche einen neuen Kandidatennamen öffentlich zu diskutieren (und damit in der Regel zu verbrennen), hat man in der Tonhalle nach dem klärenden Schlussstrich unter der Ära Bringuier ausgesprochen professionell gearbeitet: hat hinter verschlossenen Türen und in enger Abstimmung mit den Musikern zuerst eine Auswahl an geeigneten Künstlerpersönlichkeiten erwogen, dann das Profil des künftigen Chefdirigenten mithilfe von Long- und Shortlists weiter geschärft – und am Ende dem Vernehmen nach einen der Wunschkandidaten des Orchesters für das Amt gewinnen können.

Tatsächlich ist der Este Paavo Järvi eine ideale Lösung für den Zürcher Posten. Denn Järvi bringt beste Voraussetzungen mit, um den künstlerisch zurzeit ein wenig ziellos wirkenden Tonhalle-Tanker bald wieder auf Kurs zu bringen. Mit der Berufung Järvis ab der Saison 2019/20 knüpft die Tonhalle überdies klar an die hohen ästhetischen Ansprüche an, unter denen der heutige Ehrendirigent David Zinman das Orchester während knapp zweier Jahrzehnte auf das Niveau der Top-Orchester in Europa gehoben hat.

Die kurze Amtszeit Lionel Bringuiers, der die Tonhalle 2018 nach dann gerade einmal vier Jahren verlassen wird, wirkt dagegen nun noch mehr wie ein unglückliches Intermezzo. Denn die Berufung Järvis ist auch die deutliche Korrektur falscher Massstäbe, die man seinerzeit bei der Regelung der Nachfolge für David Zinman angelegt hat. Statt sich erneut in künstlerische Abenteuer mit einem jungen, international zu wenig erfahrenen Dirigenten mit obendrein überschaubarem Repertoire zu begeben, hat man mit dem 54 Jahre alten Järvi nun einen der profiliertesten Orchesterleiter aus der mittleren Generation engagiert.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass das Tonhalle-Orchester ganz unmittelbar von Järvis reichen Erfahrungen mit unterschiedlichsten Ensembles (auch in der Tradition der historischen Aufführungspraxis), von seiner starken medialen Präsenz und nicht zuletzt von seiner beachtlichen internationalen Reputation profitieren wird.

https://www.nzz.ch/feuilleton/paavo-jaervi-neuer-chefdirigent-des-tonhalle-orchesters-nach-dem-intermezzo-ld.1298434

Paavo Järvi sul podio della Scala per Don Giovanni

amadeusonline.net
05.2017
Massimo Rolando Zegna

Dal 6 maggio al 6 giugno va in scena il capolavoro di Mozart e Da Ponte nell’allestimento firmato da Robert Carsen. Nel cast Thomas Hampson e Luca Pisaroni



Debuttare alla Scala con Don Giovanni di Mozart non è da tutti: segno di un'affidabilità e di un prestigio che Paavo Järvi ha saputo costruire con prestazioni geniali e assieme curatissime nel dettaglio, ma anche di una parsimonia con cui il maestro si concede al pubblico italiano. Chi ha voglia di approfondire il discorso si ascolti, tanto per cominciare, l’abbagliante ciclo sinfonico beethoveniano da lui inciso per Rca/Sony con la Deutsche Kammerphilharmonie Bremen: uno dei migliori di sempre. E i confronti che si finiscono per fare, è evidente, sono più che importanti: eppure fanno pensare. Nato a Tallinn, in Estonia, nel 1962, figlio e fratello di altri due direttori d'orchestra (rispettivamente Neeme e Kristjan), Paavo ha studiato al Curtis Institute of Music di Philadelphia con Max Rudolf e Otto-Werner Müller, e al Los Angeles Philharmonic Institute con Leonard Bernstein. Dal 1994 al 1997 è stato Direttore principale dell’Orchestra Sinfonica di Malmö. Nel 2004 è stato nominato Direttore artistico della Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, nel 2006 Direttore principale dell'Orchestra Sinfonica della Radio di Francoforte, e nel 2011 “Music Director Laureate” della Cincinnati Symphony Orchestra. Dal 2000 al 2016 è stato Direttore musicale dell'Orchestre di Paris. Il debutto scaligero è fissato per il 6 maggio, ed è un'occasione unica per apprezzare sul palcoscenico le sopraffine qualità d'interprete mozartiano di Järvi, da lui più volte dimostrate sul podio dei Wiener Philharmoniker. Le repliche proseguiranno fino al 6 giugno. Il titolo è uno dei più conosciuti, per la qualità intrinseca della partitura, ovviamente, ma anche per quelle sue radici che affondano nel mito per rinverdirlo, proiettandolo nel futuro attraverso il genio di Mozart, dopo aver subito una vera e propria mutazione genetica. L’allestimento è quello prodotto dalla Scala che ha inaugurato la stagione 2011/2012, con la regia tutta riflessi e illusioni di Robert Carsen. Le scene saranno di Michael Levine, i costumi di Brigitte Reiffenstuel, le luci di Robert Carsen e Peter Van Praet, e la coreografia di Philippe Giraudeau. La compagnia di canto coglie il celebre libertino al tramonto, nel momento in cui la sua capacità di sedurre sembra esaurirsi, attraverso l'interpretazione carismatica di Thomas Hampson. La giovane Hanna-Elisabeth Müller sarà Donna Anna, affiancata da Bernard Richter come Don Ottavio, Luca Pisaroni come Leporello, Tomasz Konieczny come il Commendatore, Anett Fritsch come Donna Elvira, Giulia Semenzato come Zerlina, e Mattia Olivieri come Masetto. Inoltre, il 13, 16 e 18 maggio, Järvi sarà sul podio dell’Orchestra Filarmonica in occasione di tre concerti nel corso dei quali dirigerà la Settima Sinfonia di Gustav Mahler.

Informazioni: www.teatroallascala.org
http://www.amadeusonline.net/news/2017/paavo-j-rvi-sul-podio-della-scala-per-don-giovanni

Ein Mann mit Eigenschaften

nzz.ch
30.05.2017
Peter Hagmann

Der 54 Jahre alte Este Paavo Järvi wird zur Saison 2019/20 neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters Zürich.






Viel zu erfahren war nicht an der kurzfristig auf gestern Nachmittag einberufenen Pressekonferenz der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, aber immerhin gab es frohe Botschaft. Nämlich die, dass Paavo Järvi von der Spielzeit 2019/20 an als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter beim Tonhalle-Orchester Zürich tätig sein wird. Ein Dreivierteljahr nach der Meldung, dass Lionel Bringuiers Vertrag mit dem Orchester Mitte 2018 auslaufen werde, ist die Nachfolge geregelt.

Ganze Arbeit geleistet hat da eine Findungskommission, die aus dem Vizepräsidenten Hans-Georg Syz und Peter Haerle, dem Leiter der städtischen Kulturabteilung, aus der Intendantin Ilona Schmiel und Marc Barwisch, dem Chef des Künstlerischen Betriebsbüros, sowie aus dem Konzertmeister Klaidi Sahatçi und dem Solohornisten Ivo Gass bestand. Über siebzig Namen hätten auf der ersten Liste gestanden, berichtete Ilona Schmiel, am Schluss sei ein einziger Kandidat geblieben. Mit dem hat es geklappt – und das Orchester, das erwiesen erste Reaktionen, ist mehr als zufrieden.

Der Einstieg in den auf fünf Jahre ausgelegten Vertrag erfolgt fliessend. Im Januar 2018 wird Paavo Järvi mit dem Estonia Festival Orchestra in der Tonhalle Maag gastieren, in der Saison darauf wird er für drei Wochen nach Zürich kommen. Nach seinem offiziellen Amtsantritt zu Beginn der Saison 2019/20 erfolgt ein langsamer Aufbau der Präsenz auf das Niveau, das auch David Zinman erfüllt hat – so versichert es Martin Vollenwyder, der Präsident der Tonhalle-Gesellschaft. Die Engagements, die Järvi bereits wahrnimmt, bleiben vollumfänglich bestehen. Er wird weiterhin das von ihm gegründete Orchester in seiner estnischen Heimat betreuen, dem NHK Symphony Orchestra Tokio verbunden bleiben und auch am Pult der Kammerphilharmonie Bremen stehen. Zürich, so Järvi in der Pressekonferenz, werde er aber zur Priorität machen; er werde dort alles geben, was er zu geben vermöge.

In die Karten liess sich der designierte Chefdirigent nicht blicken. Der Vertrag sieht Konzerte in Zürich, Tourneen sowie CD-Einspielungen vor – so war es auch bei Lionel Bringuier. Ein kleiner Unterschied lässt indes aufhorchen. Während Bringuier in den Unterlagen der Tonhalle-Gesellschaft bloss als Chefdirigent des Orchesters genannt wird, gilt für Paavo Järvi wieder die ehedem gültige Doppelbezeichnung als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter.

Das heisst, dass Järvi nicht nur für seine eigenen Auftritte verantwortlich zeichnen, sondern auch auf das Programm insgesamt Einfluss nehmen wird. Dies natürlich in enger Abstimmung mit der Intendantin Ilona Schmiel, die längst bewiesen hat, dass sie mehr ist als Organisatorin und Verwalterin. Paavo Järvi betont denn auch, dass selbst beim Musizieren im Orchester die Zeiten des autoritären Gebarens vorbei seien, auch hier müsse das Tun auf einem Gefühl der Gemeinsamkeit beruhen.

Solche Denkansätze sind nicht ganz selbstverständlich für einen Musiker, der einer der beiden bestimmenden Dirigenten-Dynastien Europas entstammt. Die einen sind die aus Russland stammenden Jurowskis mit dem Vater Mikhail und seinen beiden Söhnen Vladimir und Dmitri, die andere die estnischen Järvis mit dem Vater Neeme und seinen Söhnen Paavo und Kristjan. Es sei für ihn keine Frage gewesen, dass er Musiker, ja Dirigent werden würde.

Am 30. Dezember 1962 in Tallinn geboren, begann er in seiner Heimatstadt mit dem Studium der Musik: als Schlagzeuger und als Dirigent. 1980 reiste er mit der gesamten Familie in die USA aus, wo er seine Ausbildung am Curtis Institute of Music und bei Leonard Bernstein weiterführte. Amerika ist ihm inzwischen zur Heimat geworden.

Seine erste Position als Orchesterchef führte Järvi in den späten neunziger Jahren zu den Stockholmer Philharmonikern. In der Folge nahm er leitende Funktionen beim Cincinnati Symphony Orchestra, beim hr-Sinfonieorchester in Frankfurt am Main sowie beim Orchestre de Paris ein. 2015 folgte dann die Amtsübernahme als Chefdirigent des NHK Symphony Orchestra in Tokio.

Besonders eng ist freilich die Beziehung zur Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der er seit 2004 als Künstlerischer Leiter vorsteht. Mit diesem Orchester hat Järvi einen Zyklus der neun Sinfonien Ludwig van Beethovens erarbeitet, der in den Konzerten und noch mehr mit den CD-Aufnahmen weitreichende Resonanz gefunden hat. Die Interpretationen leben von einem scharfkantigen, auf Transparenz fokussierten Klangbild und lassen das eruptive Potenzial der Musik Beethovens in einem hohen Mass fühlbar werden. Mit diesen Aufnahmen im Ohr lässt sich leicht ausmalen, dass dem Tonhalle-Orchester Zürich spannende Zeiten bevorstehen – zunächst noch im Maag-Areal, ab Herbst 2020 dann wieder im angestammten Saal.

Paavo Järvi «Ich bin ein Teamplayer»

nzz.ch
30.05.2017
Peter Hagmann

Der neue Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters ist auch dessen Künstlerischer Leiter. Er werde diesen Gestaltungsspielraum nutzen, aber gemeinsam mit der Intendantin und dem Team.


Maestro Järvi, freuen Sie sich auf Zürich?

Ich kann nicht warten. So ein schöner Saal, so wunderbare Musiker. Als ich das Tonhalle-Orchester im vergangenen Dezember für einen Abend mit Schumanns Dritter leiten durfte, wusste ich: Wenn ich gefragt werde für die Zürcher Chefposition, werde ich umstandslos zusagen.

Welche Rolle spielt Ihr berühmter Vater in Ihrem künstlerischen Leben?


Eine ganz entscheidende, nein: die entscheidende. Mein Vater verfügt über ganz klare Vorstellungen, was die Technik des Dirigierens betrifft. Sie gehen vom genauen Hören aus, und das ist es, was er uns Kindern, meinem Bruder, meiner Schwester und mir, früh und intensiv beigebracht hat. Wenn wir Musik hörten, fragte er nach dem Komponisten, und so wir den nicht erkannten, nach der Epoche oder der kulturellen Region. Oder er machte auf bestimmte Phrasierungen im Orchester aufmerksam. Das alles jedoch ohne jeden Zwang, rein spielerisch.

Sie sind nicht nur Chefdirigent des Orchesters, sondern Künstlerischer Leiter insgesamt. Sie werden also das Programm als Ganzes in den Blick nehmen?

Das werde ich, aber selbstverständlich gemeinsam mit der Intendantin Ilona Schmiel und dem Team um sie herum. Ich bin ein Teamplayer. Aber ich bringe auch meine eigene Erfahrung ein, ich kenne das Repertoire und viele Kollegen.

Paavo Järvi wird Tonhalle-Chefdirigent


tagesanzeiger.ch
30.05.2017
Susanne Kübler

Der 54-jährige Este kommt als Nachfolger des glücklosen Lionel Bringuier nach Zürich. Eine gute Wahl.
Es sind aufregende Zeiten für Paavo Järvi: Vor zwei Tagen erst hat er mit Mozarts «Don Giovanni» sein Debüt an der Mailänder Scala gegeben – und nun soll er, wie von verschiedenen Seiten her berichtet wird, in Zürich den Vertrag als neuer Chefdirigent des Tonhalle-Orchesters unterzeichnet haben. Die offizielle Bestätigung wird es heute um 16 Uhr an einer Medienkonferenz geben.

Das sind gute Neuigkeiten. Einerseits, weil der 54-jährige Järvi ein spannender, erfahrener, eigenwilliger, treuer Dirigent ist – das hat er vor allem mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gezeigt, die unter seiner langjährigen Leitung einen erstaunlichen Höhenflug erlebt hat. Und andererseits, weil die Nachfolge von Lionel Bringuier so zwar nicht nahtlos, aber immerhin nach nur einem Zwischenjahr geregelt werden kann: Järvi tritt sein Amt mit der Saison 2019/20 an. Er wartet also nicht, bis die renovierte Tonhalle wieder zur Verfügung steht, sondern startet im Maag-Exil.

Sport statt Glamour

Das passt zu einem, der sich von den glamourösen Gepflogenheiten der Klassik-Welt gern ein bisschen distanziert. Zwar ist Paavo Järvi in dieser Welt aufgewachsen; sein Vater ist der Dirigent Neeme Järvi, seine jüngeren Geschwister Kristian und Maarika (und zahlreiche weitere Verwandte) sind ebenfalls Musiker. Aber er hat schon immer gern eigene Wege eingeschlagen: zunächst als Schlagzeuger, später als Dirigent, der sein Tun auch mal mit selbstironischem Understatement als «Sport» bezeichnet.

Dass er mehr als nur Sportlichkeit zu bieten hat, war im vergangenen Dezember in der Tonhalle zu erleben. Da hat Paavo Järvi Werke von Prokofjew und Schumann dirigiert: dynamisch, kein bisschen wolkig, aber durchaus mit Sinn für Feinheiten. Sehr rasch hat er dabei den Draht zum Orchester gefunden, mit dem er zuvor erst ein einziges Mal zusammen gearbeitet hatte (im Jahr 2009). Und auch jenen zum Publikum – was vor allem in Prokofjews ziemlich sperrigem Cellokonzert keine Selbstverständlichkeit ist.

Vor allem aber hat sich in diesem Konzert gezeigt, dass er nicht blenden, sondern anpacken will: Genau das, was man sich von einem Chefdirigenten wünscht.