Sunday, December 20, 2009

Eine Insel strahlender Gesundheit

Kreiszeitung.de
Von Ute Schalz-

LaurenzeBREMEN (Eig. Ber.)



Sicher hat der eine oder andere Hörer mal gedacht, nun reicht es auch mit dem Beethoven bei Paavo Järvi und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen.

Dass aber gerade diese vielen so erfolgreichen Aufführungen in aller Welt eben nicht eine falsche Routine fördern, sondern im Gegenteil zu immer neuer Aufmerkamkeit und Spannung verlocken, war in der Zugabe des jüngsten Premierenkonzertes zu hören: Der letzte Satz aus Beethovens 1. Sinfonie kam als nicht weniger als eine Explosion daher. Järvi selbst hatte in einer Pressekonferenz vor ein paar Tagen gesagt, dem Orchester muss nun mal eine andere Sprache abverlangt werden. Man entschied sich für die große Liebe Järvis, Robert Schumann: „Er war der erste Komponist, den ich als Jugendlicher wirklich geliebt habe“. Der Dirigent hat gerade seinen Vertrag bis 2011 verlängert.

Nach der Interpretation der vierten Sinfonie in der vergangenen Spielzeit erklang nun die dritte „Rheinische“, jenes scheinbar jubelnd vorwärtsstürmende Werk, das der schon kranke Schumann für seinen so positiven Empfang in Düsseldorf schrieb: „Wohin mit der Rheinischen, so lange sie uns rätselhaft isoliert als eine Insel strahlender „Gesundheit“ in einem Meer von Resignation und „Krankheit“ schwimmt?“ fragt der Dirigent und der Musikwissenschaftler Peter Gülke. Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie boten eine Interpretation, die die Antwort auf sehr persönliche Weise gab: aus der Genauigkeit der Anweisungen in der Partitur entstand ein Werk der Wildheiten, der Spontaneitäten, der Apruptheiten, kurz: ein Werk geboren aus der romantischen Improvisation – wie auch schon bei vierten zu erkennen war - und nicht aus der eigentlich noch immer gültigen thematischen Arbeit eines Beethoven. Ohne jeden Schatten von Beethoven betonte Järvi das Nicht-Organische und mehrere Male war man dermassen überrascht von Schumanns Einfällen, dass hier tatsächlich ein ganz neuer Blick auf Schumann gelingen könnte.

Schumanns unbestreitbare Modernität wurde in einen wundersamen Kontext gebracht: Richard Strauss' Oboenkonzert in D-Dur aus dem Jahr 1945 beschwört Mozart und die Tonalität. Auch wenn der Oboenpart zu Recht eines der tollsten Referenzkonzerte des Instruments ist, so erledigt sich dadurch nicht die Frage nach dem Warum – der Komposition und der Aufführung – einer derart anachronistischen Süsslichkeit. Zugegeben, es war von Francois Leleux als Debut bei der Kammerphilharmonie hinreißend gespielt, und im Orchester hörte man klangschöne Transparenz statt wie meist in Interpretationen des Werks etwas fettige Begleitung, aber das reicht nicht. Nach kurzer Zeit ist das Stück ebenso überflüssig wie langweilig.

Nicht so Strawinsky mit seiner Pulcinella-Bearbeitung (von Pergolesi und anderen), dessen subjektive Deutung des alten Textes mit Kraft, vor allem Witz daherkommt, immer regelrecht reflexiv gebrochen, was Strauss vollkommen fremd ist. Auch hier überzeugte der freche, mit Lust an der Mechanisierung gestaltete Ton der Wiedergabe. Das Konzert wird morgen als 5. High-Light-Konzert wiederholt.

Thursday, December 17, 2009

Besser ohne Lupu

Martin Wilkening
Berliner Zeitung
17.12.09

Ein Konzert der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen ist selbst für das orchesterverwöhnte Berliner Musikleben eine Bereicherung. Denn seltsamerweise werden, bei allen Nuancen in der Programmatik und Klangkultur der hiesigen Orchester, entscheidende grundsätzliche Alternativen andernorts entworfen. Der ebenso schnörkellose wie virtuose drive, verbunden mit einer faszinierenden klanglichen Biegsamkeit, den sich das Orchester mit seinem Dirigenten Paavo Järvi an Beethovens Sinfonien in den letzten Jahren erarbeitet hat, ist in seiner Unverwechselbarkeit auch auf CDs erfahrbar. Im Konzertsaal jedoch wirkt die Geradlinigkeit dieser Klangströme noch präsenter, fast erschreckend intensiv, zumal der Kammermusiksaal fast zu klein für dieses Orchester ist, und der von Bläsern und extrem virtuosen Pauken dominierte Klang den Raum bis in den letzten Winkel hinein restlos zu füllen scheint.

Zwar erklang der Schlusssatz aus Beethovens 1. Sinfonie, eines der Paradestücke der Kammerphilharmonie, hier nur als elektrisierende Zugabe. Aber auch zuvor, in einem reinen Schumann-Programm, war dies ein Konzert, in dem schon allein die sinnliche Präsenz der tönenden Formen etwas geradezu Berauschendes hatte.

Allerdings war dies ein Rausch in analytischer Schärfe, die Klanggruppen und ihre Bewegungen untereinander traten durch die ungewöhnliche interne Aufspaltung der hohen und tiefen Streicher überdeutlich hervor, dazu wurde leicht und luftig phrasiert. Schumanns "Rheinische Sinfonie" erschien auch dramaturgisch in selten erlebbarer Konsequenz ihrer Folge von Charakterbildern, die Tanzsätze rhythmisch ebenso gespannt wie im Tempo gehalten, voll Aufmerksamkeit auf die Poesie der feinen Brüche und ungewöhnlichen Wendungen. Die Szene im Dom mit der Feierlichkeit ihrer versponnenen Melodielinien erklang durch das vibratolose Spiel um so bohrender.

In der eingangs gespielten Manfred-Ouvertüre zeigten die 1. Violinen und Blechbläser allerdings doch einige Schwächen, und recht befremdend geriet die Begegnung mit dem Pianisten Radu Lupu in Schumanns Klavierkonzert. Lupus Kunst der vielfältig säuselnden Mittellagen hatte gegen den direkten Klang des Orchesters keine Chance, diesem hingegen blieb nichts anderes übrig, als sich der behäbigen Gangart anzupassen. Die allerdings hatte den Vorteil, dass das Tempo hier einmal von der ausnahmsweise nicht überzogenen Anfangskadenz an klar und stabil war, allerdings von einer in diesem Stück doch fast temperamentlos wirken Einförmigkeit bis in die flach dahintreibende Kadenz hinein.

Paavo Järvil on detsembris rohkesti kontserte Saksamaal

Priit Kuusk
uudised.err.ee
17.12.2009 21:27


Dirigent Paavo Järvile on jõulukuu olnud väga pingeline - kuni ülehomseni on tal detsembris kokku üksteist kontserti kolme erineva saksa orkestriga.

Kuu algul seisis Paavo Euroopa ühe kuulsama orkestri, Müncheni Filharmoonikute ees: 3., 4. ja 5. detsembril toimusid õhtud Müncheni Filharmoonia esinduslikus Gasteigis. Seejärel viis ta orkestri 7. detsembril ka Amsterdami Kontserdimajja.

Müncheni kavas oli solistiks viiuldaja Janine Jansen, keda Paavo oma hiljutisel reisil ka Eestis tutvustas, ja veel Bartóki samade teostega. Kõlas ka Šostakovitši VI sümfoonia.

Juba 10. ja 11. detsembril juhatas Järvi oma Frankfurti Raadio orkestrit, Alte Operis kõlamas Martinů "Piero della Francesca freskod", Raveli Klaverikontsert ning Nielseni II sümfoonia, nooruke Alice Sara Ott solistiks.

Selle aasta viimased kontserdid annab Paavo oma teise saksa orkestri Deutsche Kammerphilharmonie’ga (DKPh) Bremenist. Ja mainekale Alte Operile järgnevad veel Saksamaa tõepoolest kõige kuulsamad kontserdisaalid - üleeile Berliini Filharmoonia suur saal, täna Kölni Filharmoonia saal, homme neist kõige uuem Baden-Badeni Festivalimaja.
Orkestri kodulinnas mängitakse sama esinduslikus saalis "Die Glocke", kontserdid eile ja ülehomme.

DKPh kavades on kõikjal Schumann "Rheini sümfoonia" (nr 3) ning süit Stravinski balletimuusikast "Pulcinella", Berliinis ja täna Kölnis ning Baden-Badenis mängib Schumanni Klaverikontserti legendaarne rumeenia pianist Radu Lupu, Bremeni õhtutel on Richard Straussi Oboekontserdi solistiks prantslane François Leleux.

18.-19. novembril dirigeeris Paavo Järvi oma tulevast orkestrit Orchestre de Paris’d Pariisis Pleyeli saalis. Ka siin oli Beethoveni Viiulikontserdi solistiks Janine Jansen, kellega neil on värskelt ilmunud uus plaat. Selle kõrval juhatas Paavo prantslaste armastatud klassiku Georges Bizet’ kaht teost, süiti "Laste mängud" ning Sümfooniat nr 1.

Ülehomme õhtuks on Paavo 19 detsembripäeva jooksul juhatanud seitsmes erinevas linnas kokku 11 kontserti(!). Siis järgneb teenitud jõulupuhkus pere juures Londonis.

Tat und Kraft

Der Tagesspiegel
Carsten Niemann
17.12.2009

Beethoven steckt ihm irgendwie in den Knochen, diesem Manfred, den Schumann in seiner gleichnamigen Ouvertüre porträtiert. Dass im Kammermusiksaal der Einfluss so deutlich zu hören ist, liegt auch daran, Paavo Järvi und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sich derzeit intenisv mit Beethovens Symphonien beschäftigen. Die Stringenz von Beethovens motivischem Denken und sein ebenso revolutionärer wie optimistischer Furor wirken dabei als ein Teil der Kraft, welche die Tondichtung und ihren Helden am Leben erhalten. Aus der gleichen Kraft speisen sich aber auch die Gesten einer romantischer Entgrenzungssehnsucht, die Järvi mit beachtlichem Mut zur Deutlichkeit aus Schumanns emphatischen Betonungen und Crescendi entwickelt. Es folgen an diesem Schumann-Abend eine mit gleißender Energie musizierte Rheinische Symphonie sowie das Klavierkonzert.

Radu Lupu spielt mit einer derartigen Achtsamkeit für die individuelle Färbung, welche die Orchestermitglieder ihren eigenen Soli verleihen, dass es scheint, als würde er seinen Klavierpart improvisierend aus dem Gehörten entwickeln. Wie diskret Järvi diesen intimen Dialog begleitet und wie deutlich er sich dennoch einbringt, als er Orchester und Solisten im tänzerischen letzten Satz in eine Ballhausszenerie entführt, macht das Glück dieser musikalischen Dreiecksbeziehungen perfekt.

Friday, December 11, 2009

Gebraut nach dem Reinheitsgebot

Bruckner, Anton: Sinfonie Nr. 9 d - Moll
Label: RCA Red Seal , VÖ: 09.10.2009


Kritik von Prof. Egon Bezold, 10.12.2009
Klassik.com

Wer ist nicht schon nach den ersten Takten der im Pianissimo verhauchenden Brucknerschen Tremoli, dem ‚Urnebel’, zum Volumeregler geflüchtet, um einbrechende Fortissimo-Akkorde rechtzeitig auf nachbarfreundliche Lautstärke zu reduzieren? Zu Klagen über diese dynamischen Widrigkeiten gibt der Live-Mitschnitt von Bruckners Neunter aus Frankfurts Alter Oper (realisiert vom Aufnahmeteam des HR) keinen Anlass. In der Tat kann der Hessische Rundfunk auf eine beachtliche Bruckner-Tradition zurückblicken, besonders seit der spektakulären Ära von Eliahu Inbal, der mit Einspielungen der Urfassungen von Bruckners Sinfonien Furore machte. Die Affinität für das Brucknersche Idiom findet jetzt in Paavo Järvi eine würdige Nachfolge. Wer Anton Bruckners ‚dem lieben Gott’ gewidmete Neunte Sinfonie interpretiert, muss spüren lassen, wie hier letzte musikalische Fragen offen bleiben. Wäre Paavo Järvi ein reiner Strukturalist, dann verkündigte er nur halbe Bruckner-Wahrheiten. Doch genau das Gegenteil ereignet sich in dieser mehrkanaligen Wiedergabe.

Schon die Exposition des majestätischen, kompakt kraftvoll gebauten Kopfsatzes verdeutlicht Järvis Gangart: Da erhebt sich in gemessen Tempi die riesige Architektur, die den Dirigenten als souveränen Gestalter, als Meister des Bogenspannens, ausweist. Alles ist von vibrierender Energie erfüllt, akkurat ausgestaltet. Was da zustande kommt, ist keine abgeklärte Klanganalyse, sondern die Hitze eines überlegen geführten Gefechts. Während man zu Inbals Zeiten, auch später bei Dmitrij Kitajenko, dachte, dass das Orchester an den Maestri ihres Fachs noch wachsen könne, die Tutti noch geschmeidiger, die klangliche Komponente noch runder sein könnte, scheint das Orchester unter Paavo Järvis Leitung hinsichtlich der Spielkultur im Ranking der europäischen Rundfunkorchester an die Spitzengruppe einzurücken.

Auffallend signalisiert die Neunte diesen Aufwärtstrend. Innig gestaltet das Orchester die schlichten Choralmelodien. Das bündig- markante Scherzo besitzt Farbe, ohne extreme Kontraste vorzuspiegeln. Erschütternd erklingt das 'Adagio’ des dritten und letzten Satzes. So steht Järvis Konzept eindeutig an der Schwelle zur Neuen Musik, vor allem unterstreicht der klangmächtig heraus gemeißelte Nonenakkord die Modernität seines Bruckner-Bildes. Und immer wieder sorgt ein perfekt ausbalanciertes Klangbild für Transparenz. Es gibt weder mystische Nebellandschaften noch eine überzogene Linearität, auch keine Überartikulation von Details, die zur Zerfaserung führen könnten.

Järvi pflegt einen geschmeidigen, hellen, kernigen, beileibe nicht weich fließenden Klang im Sinne der ehrwürdigen Bruckner-Apostel. Bruckner-Wahrheiten liegen – so scheint es –immer in der Mitte; weder in amerikanisch bläserlastiger Orchesterphysiognomie noch in den weiten landschaftlichen Gegebenheiten Oberösterreichs, woran sich Wiens Philharmoniker orientieren, wenn ein Franz Welser-Möst die Geschicke steuert oder Christian Thielemann in die Fußstapfen Wilhelm Furtwänglers zu treten meint. Järvi braut seinen Bruckner nach dem ‚Reinheitsgebot’. Bei ihm lassen sich Emotion und Clarté zu einer überzeugenden Einheit binden. Man darf gespannt sein, welches interpretatorisches Profil in den anderen Sinfonien zum Vorschein kommen. So alltäglich Bruckner-Interpretationen auch immer geworden sind – zu einer Herausforderung werden sie immer wieder. Die Hessischen Rundfunksinfoniker scheinen ihr in jedem Fall gewachsen zu sein. Dafür spricht ihr niveauvoll virtuoses Spiel.

Wednesday, December 09, 2009

CD Pick of the Week: Paavo Järvi with Beethoven's Third and Eighth

Paavo Järvi, Picture © Julia Baier

...As it turns out, these new, leaner Eroicas are well worth getting . Happily, no scrappage bonus is required; we can get them and keep our Kleiber (Erich) and Kletzki and Böhm and even Bernstein. The lean one under review here isn’t all that new anymore and if I’ve been tardy in writing about it, it’s only because I wasn’t sure my words could do it justice. Meticulous cross-comparison ensued in trying to get it all right and in the end I had nothing but papers with scribbled bar numbers (music, not imbibing establishments), tempo comparisons, and exclamation points.

I’m scrapping all ­that to simply say it how it is: Paavo Järvi’s disc with the Third Symphony of Beethoven (and a nearly equally zany Eighth) performed by the German Chamber Philharmonic of Bremen is stunning. One of those recordings that, after having listened to something like four dozen other Eroicas, you didn’t think would come along. If the phrase “blow your socks off” ever made sense, it does here. This is a brisk, bold, head-on performance. Järvi smacks the symphony into your face with a force that it makes Osmo Vänskä’s take (BIS) sound nearly tame. And my hitherto favorite Gardiner (Archiv), the only one to take all the repeats and still clock in below Järvi (44:29 to 45:03), ends up sounding rather breezy, as if Gardiner didn’t really mean to speed. Using a 28-player string section (8-7-5-5-3), Järvi’s Chamber Orchestra sounds to be in complete control of the work, too, whereas Gardiner’s HIP forces (tuned lower by a half step, give or take a few Herz of wiggle-room) sound more authentically, if not necessarily more appropriately, challenged.

....................

Since the Eroica-economy is not a zero sum game, I ask to be left dabbling happily in the multitudes, enjoying each one, depending on my mood. All of which goes to show that many ways lead to Rome… but only Järvi takes a motorcycle.


Find the full article here:

Friday, December 04, 2009

Planets Review

Christophe Huss
Classics Today France


GUSTAV HOLST
Les Planètes
BENJAMIN BRITTEN
Variations sur un thème de Purcell

Orchestre symphonique de Cincinnati
Paavo Järvi
Telarc- CD-80743(CD)
Référence: Karajan (DG)
rating

Je n'ai pas tout de suite accroché à ce nouveau disque de Paavo Järvi à Cincinnati, sans doute l'un des derniers, sinon le dernier, pour Telarc, ce label admirable qui a, hélas, abandonné le métier.

Le premier travail d'adaptation était lié au fait qu'il s'agit du premier CD (et non SACD) Telarc que je reçois depuis 7 ou 8 ans. Il me fallait me réhabituer à la perte de relief... Bon. Cela prend deux plages. Ensuite, j'ai eu l'impression que l'orchestre évoluait à distance. Grave erreur: c'est le niveau de gravure qui est tout simplement "normal" dans un monde où tout le monde "met du niveau" pour vous impressionner. Ici, il suffit de monter le potentiomètre et d'en profiter.

Arrivé à la 4e et la 5e plage, Jupiter et Saturne, l'oreille s'est ajustée et on comprend. On comprend qu'il s'agit de la plus jouissive version des Planètes que l'on puisse imaginer, nourrie d'un travail scrutateur sur l'orchestration, les dosages polyphoniques et les dynamiques. Je n'ai qu'une hâte en écrivant ce compte-rendu: écouter cette radiographie orchestrale au casque.

Les Planètes sont souvent prétexte à bruit. Avec Paavo Järvi elles sont fermeté, implacabilité et transparence. Le dosage des harpes dans Neptune, les patientes montées dynamiques, les couleurs automnales des contrebasses de Saturne (chef-d'œuvre des chefs-d'œuvre de ce CD: écoutez la partie suivant le climax...): toute l'interprétation fourmille de stimuli sonores jubilatoires pour l'esprit et les sens. C'est un immense plaisir d'audition dans lequel jamais la musique n'est prise en otage pour faire un effet.

Pour augmenter le minutage sans avoir l'argent pour enregistrer autre chose, Telarc a repris les Variations Purcell de Britten qui figuraient en complément des Variations Enigma, un autre 10/10. Dommage pour ceux qui l'ont déjà. Aubaine pour les autres…

Voilà le baroud d'honneur d'un label attachant, singulier et coloré, qui nous manquera. Et quel baroud d'honneur!

Wednesday, December 02, 2009

Rezension der RCA-CD 88697576062 bei Klassik Heute

Benjamin G. Cohrs
13.11.2009
Klassik Heute

Mit der Neu-Einspielung der neunten Sinfonie kommt der Beethoven-Sinfonienzyklus der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi zu seinem fulminanten Abschluß. Zwar überschreitet die Kammerphilharmonie hier ausnahmsweise die Grenzen ihrer selbstgewählten kleinen Besetzung und stockt die Streicher um jeweils ein Pult auf, doch 9-8-6-6-4 ist natürlich noch bei weitem nicht die übliche, repräsentative Grossbesetzung, sondern entspricht der Stärke vieler Orchester der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (vergleichbar etwa dem Gewandhausorchester zur Zeit Mendelssohns oder der Meininger Kapelle). Die Durchschlagskraft dieses kleinen Ensembles ist allerdings erstaunlich. Das ist nicht der modernen Tontechnik zu verdanken, wie der Verfasser weiss, denn er hatte das Vergnügen, dieses Werk mehrmals auch live mit der Kammerphilharmonie zu hören. Es ist vor allem der Zugriff der Musikerinnen und Musiker, die an den entscheidenden Stellen in die Instrumente langen, als ginge es um ihr Leben. Es ist auch der Zugriff von Paavo Järvi, der den deklamatorischen Gestus von Beethovens Musik sicher erfaßt. Und es ist die Zusammenarbeit und Erfahrung aus vielen Aufführungen, bei denen Orchester und Dirigent allmählich ein fast unfehlbares Gespür für den Zusammenhang von Tempo und Klangentfaltung im jeweiligen Raum entwickelt haben. Die sehr gute Klangbalance ist der Mischung aus modernen Holzblasinstrumenten und Hörnern, Naturtrompeten, eng mensurierten Posaunen, historischen Pauken und modernen Streichinstrumenten (wobei die Bässe umsponnene Darmsaiten verwenden), aber auch der antiphonalen Aufstellung der Violinen und recht hohen Holzbläserpodesten zu verdanken. So hört man auch im lauten Tutti die Holzbläser stets durch, der Klang wird nie vom Blech dominiert, die Naturtrompeten wirken schneidig und voll, aber nie brutal.

Gearbeitet haben die Tontechniker allenfalls an der Balance von Soli, Chor und Orchester: Der 40-köpfige Deutsche Kammerchor hat in allen Aufführungen, die ich hörte, nicht so viel Wucht entwickelt, wie es auf der Aufnahme scheint. Aber das ist bei Studioproduktionen natürlich völlig legitim, man will ja als Hörer ein optimales Ergebnis. Außerdem versteht man so erfreulicherweise vom Chor jedes Wort. Auch das Solo-Quartett ist alles in allem vorzüglich, doch geht der für die Produktion bestellte Tenor Klaus Florian Vogt seine Partitur eine Spur zu lyrisch-leicht an. Donald Litaker sang in den Konzerten der Kammerphilharmonie den berühmten Triumphmarsch „Froh wie seine Sonnen“ (Tr. 6) doch kraftvoller und mitreißender. Produzent Philipp Traugott (der übrigens auch als Studienleiter fungierte) und das Technik-Team von Polyhymnia haben im Übrigen ganze Arbeit geleistet: Im Zweikanalmodus klingt die Aufnahme kaum schlechter als im SACD-Surround, auch wenn in der Mehrkanalwiedergabe ungleich mehr Räumlichkeit erlebbar wird.

Die Interpretation selbst atmet den gleichen Geist wie die der vorausgegangenen Sinfonien: Zu hören sind bestürzende Details durch penible Beachtung der Spielanweisungen, eine vorbildliche Auslotung der Dynamik und nachtwandlerische Sicherheit beim Erfassen der Tempi; dies alles führt zu größtmöglicher Geschlossenheit im Ganzen. So manche als problematisch geltende Interpretationsklippe (zum Beispiel des Tempos im Scherzo-Trio) wirkt hier wie selbstverständlich umschifft. Kopfsatz und Finale entwickeln einen nie nachlassenden Drive; im Finale spürt man endlich einmal die geistige Vaterschaft der Neunten zu Berlioz’ Symphonie fantastique. Zugleich gibt das Tempo sofort nach, wenn die Musik es einmal erfordert, zum Beispiel im Finale bei dem Wort „Brüder“ (Tr. 9, 2’03). An den entscheidenden Stellen kommt das Werk also zum Atmen, ungeachtet der sicher von manchen als schockierend empfundenen raschen Tempi. Das Adagio erzielt durch das flüssige, kantable Tempo eine eigenartig jenseitige, exaltierte Atmosphäre, die ganz merkwürdig berührt, auch oder gerade weil jedes überzogene Pathos wie weggeblasen scheint. Dies gilt auch für die Sinfonie im Ganzen. Abgerundet wird die Produktion durch den vorzüglichen Booklet-Text von Peter Schleuning. Nichts weniger als eine neue Referenzaufnahme und eine diskographische Sternstunde!

Monday, November 23, 2009

[Paris] Une question de feeling

Alexandra Diaconu (21/11/2009)
ResMusica.com

Paris, Salle Pleyel. 18-XI- 2009. Ludwig van Beethoven (1770- 1827) : Concerto pour violon et orchestre en ré majeur op. 61 ; Georges Bizet (1838- 1875) : Jeux d’enfants, petite suite d’orchestre op. 22 ; Symphonie en ut majeur. Janine Jansen, violon. Orchestre de Paris, direction : Paavo Järvi

A Paris, Janine Jansen contourne les sentiers battus. En sonate, dans une création contemporaine ou un concerto de Beethoven, rien dans ses débuts français ne ressemble à un plan de lancement pour virtuose. Répertoire audacieux, succès à l’international : pas étonnant que son Beethoven, récemment enregistré avec Paavo Järvi qui dirige ce soir l’Orchestre de Paris, puisse alimenter ici une polémique.

Mais l’artiste n’est ni à une transgression – lire transfiguration - près, ni dans le questionnement stérile. Et son interprétation l’est d’autant moins. Encore plus franche et cohérente que celle du disque, la version de ce soir doit sans doute beaucoup à l’Orchestre de Paris qui a su moduler style et sonorité vers une vision plus « baroque », sans perdre de sa rondeur ni de sa carrure. Tout en ne débordant jamais le cadre de la partition, Janine Jansen réussit un Beethoven inclassable : épuration baroque, épisodes enflammés, complexe ou contradictoire... Tout est exploré passionnément. On n’est pas ici dans l’exercice de style mais dans la sincérité la plus totale. Soliste et orchestre évoluent dans un univers très bien construit, fluide, poétique et céleste – même dans la jovialité pastorale du dernier mouvement –, qui se nourrit de détails, tous porteurs de sens. Une grande complicité lie la soliste au chef et trouve son apogée dans un Larghetto si soudé, si inspiré, que le violon s’est octroyé la liberté d’un chant d’oiseau.

Après ce Beethoven presque angélique, le retour sur terre est amorti avec panache et élégance mais dans un tout autre genre. Paavo Järvi conclue le programme en proposant quelques vignettes et la Symphonie en ut de Bizet. La plastique de l’orchestre est remarquable et le caractère instigué par le chef donne à ce répertoire comme à l’orchestre un charisme étonnant. La virtuosité, le phrasé mais aussi le soin apporté aux détails dans une écoute collégiale sont certes travaillés et montés comme une horloge mais le résultat apparaît simple et détendu. Comme un jeu d’enfant...

Une soirée aux dimensions intimes qui va pourtant laisser des traces.

Saturday, November 21, 2009

Holst, Gustav: The Planets

Ein Reißer in Perfektion

Donnerstag, 19. November 2009
Wiener Zeitung

(eb) Gustav Holsts "Planeten" sind der Orchester-Reißer non plus ultra. Jeder Dirigent will sie einspielen. So auch Paavo Järvi. Aber er hat wirklich mehr dazu zu sagen. Unglaublich, wie detailliert die Musik ist und wie sie dadurch an Tiefe gewinnt.

Eigentlich noch besser: Benjamin Brittens "Young Person’s Guide to the Orchestra": Järvi entfesselt in dem Variationswerk nicht nur Brillanz, er macht auch Brittens eigentümliche Bitterkeit spürbar. Und am Schluss darf das Purcell-Thema mächtig triumphieren. Besser geht’s nicht!

Gustav Holst: The Planets. Telarc, 1 CD, ca. 21 Euro.

Friday, November 20, 2009

Frankfurt Radio Symphony Orchestra, dir. Paavo Järvi

Gilles Macassar
Telerama n° 3123 - 21 novembre 2009

Dédiée au « bon Dieu », composée dans la dévotion de la Neuvième Symphonie de Beethoven (même tonalité de mineur, même geste rythmique inaugural, même position du scherzo en deuxième mouvement), l'ultime symphonie d'Anton Bruckner semble figée dans sa sacro-sainte monumentalité de legs testamentaire, de pathétique « adieu à la vie », comme l'écrit le musicien, en marge de l'adagio.

Que cet hymne à la foi soit resté inachevé, malgré les dix années que lui consacra Bruckner, ajoute encore à son statut de relique intouchable. Aîné d'une fratrie de trois jeunes chefs formés à la direction d'orchestre par leur père, le vétéran estonien Neeme Järvi, Paavo, lui, ne s'en laisse pas conter. Et de rappeler que Bruckner, engagé dans une course de vitesse avec la mort pour terminer sa symphonie, revendiquait de « cogner à la porte du ciel » avec son orchestre. Moins pour y être accueilli avant l'heure que pour réclamer un sursis. A la tête de son orchestre de la radio du Hesse, Paavo Järvi assène sans ménagement ces coups protestataires, heurtés au fronton du paradis. La piété de Bru­ckner, si souvent affadie de componction, engourdie de solennité, retrouve en un sursaut de véhémence son urgence vitale. Au moment où Paavo Järvi va prendre les rênes de l'Orchestre de Paris, son interprétation revigorante et musclée d'une page maîtresse du répertoire, dégagée des bondieuseries, est de bon augure. G.M.

Jansen spielt Beethoven und Britten

18.11.2009
Codex Flores


Historisch ist die Assoziation zwar vollkommen schief (wir leisten unverzüglich Abbitte); dennoch drängt sie sich auf: Da legen die Geigerin Janine Jansen und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter der Leitung von Paavo Järvi eine Aufnahme von Beethovens Violinkonzert vor, die wirkt, als hätte Botticelli den Pinsel geführt: helle, transparente Farben, klarer Strich, liebevolle Exaktheit in den dynamischen und rhythmischen Details – der Bonner Meister, ein Renaissance-Künstler?

Was für eine Solistin, was für ein Orchester! Selten hört man das Konzert, das zu seiner Zeit als unspielbar galt, so frei vom Ringen um die richtige Form, das ausufernde Skalenwerk des Solopartes, das zum mechanischen Etüdensägen verkommen kann, so organisch und selbstverständlich sich entfalten. Die niederländische Geigerin, die hier einmal mehr Zeugnis ihrer Jahrhundertbegabung ablegt, erklärt im Booklet, sie habe befürchtet, ihr Interpretationsansatz könnte «zu romantisch sein». Dabei wirkt die Einspielung schon fast wie ein antiromantisches Manifest, welches das gigantische Repertoirestück überraschend modern wirken lässt. Dies mag auch am Orchester liegen. Selten wird Beethoven so präzise und in der dynamischen und rhythmischen Mikrostruktur so fein und durchsichtig durchgearbeitet. Das ist Beethoven fürs 21. Jahrhundert: nicht revolutionär, nicht aufbegehrend, sondern einfach souverän, in sich stimmig und von kathartischer Schönheit.

Brittens Violinkonzert, das Jansen und Järvi mit dem London Symphony Orchestra auf diese CD gebracht haben, verbindet mit demjenigen Beethovens eigentlich nur der Auftakt mit einem Paukenmotiv: ein düsteres Stück Musik, das etwa ähnlich einschüchtert wie die dunkeln Holztäferungen britischer Herrschaftshäuser. Auf dem Kontinent wird es selten gespielt und kaum verstanden (noch vor zwei Jahren schrieb der NZZ-Kritiker anlässlich einer Wiedergabe am Lucerne Festival durch Frank Peter Zimmermann, es sei «gewiss ehrenwert, aber doch eigentlich unsäglich» – ein erstaunliches Urteil). Ganz anders der Eindruck Jansens. Sie erklärt, die «unglaubliche Verzweiflung und die düstere Stimmung» liessen sie erzittern und «jedes Mal klein und verloren fühlen», wenn sie es höre.

So spielt sie auch. Und so wird sie zur überzeugenden Botschafterin für ein grossartiges Stück Musik, dessen Wert im deutschsprachigen Raum möglicherweise erst gewürdigt wird, wenn Vorbehalte gegenüber der im Populären geerdeten britischen Musikkultur des 20. Jahrhunderts sich etwas verlieren.
(cf)

Wednesday, November 11, 2009

Bruckner, Anton: Neunte Symphonie


Von Edwin Baumgartner
Wiener Zeitung
12 nov 2009

Möglichst hart und trocken dirigieren ihn die einen, möglichst weihevoll bombastisch die anderen. Hat zu Anton Bruck- ner wirklich niemand mehr etwas zu sagen was neu und sinnvoll ist?

Paavo Järvi ist die aufgehende Sonne am Himmel der jüngeren Dirigenten. In den USA ist er fest etabliert, in Mitteleuropa ist er mittlerweile auch außerhalb der Spezialistenkreise ein Begriff geworden.

Seine Einspielung von Anton Bruckners Neunter Symphonie ist überwältigend. Järvi bedient sich dabei der neuen Partitur-Edition von Benjamin Gunnar Cohrs. Und fast ist man versucht, auch hinter dem Aufbau von Järvis Interpretation die Dramaturgie des Bruckner-Experten Cohrs zu vermuten. Järvi setzt die Themen zueinander in Beziehung, der Kontrapunkt beleuchtet die Hauptstimme, ohne sie zu überwuchern. Die Bruckner-typischen Pausen haben die Funktion von Satzzeichen. Die Choräle klingen massiv und strahlend, sind aber weder durch weihrauchwabernde Weichzeichnung geschwächt noch durch hysterische Übertreibungen neurotisiert.

Dennoch ziehen sich durch dieses erdige Bruckner-Bild die Bruchlinien aus der Kenntnis der Biografie heraus. Järvis Bruckner sucht nach Verwurzelung, ohne sie zu finden. Diese Symphoniedeutung hat etwas Monologisches: Sie betrachtet ihr Thema von allen Seiten, kommt aber zu keinem allgemeingültigen Ende. Die Tragik des Schlusses besteht darin, dass Gelassenheit eintritt, die Gewissheit aber ausbleibt.

Das hr-Sinfonieorchester vollzieht Järvis Gedankengänge beispielhaft mit und steuert einen vollendeten Klang bei, der die Bedeutung dieser Interpretation vervollkommnet.

Friday, November 06, 2009

Symphony finale tops first Tokyo show

Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer, Nov. 5, 2009

TOKYO - You wouldn't think the Cincinnati Symphony Orchestra could top the performance it gave in Japan's Suntory Hall on Sunday. But in a return visit to this great Tokyo concert hall on Wednesday night, it did.

Musically, the orchestra's seven-concert, two-week tour of Japan has been a steady crescendo through some of Japan's finest halls. For the finale in Suntory Hall, the whole tour seemed to be summed up in its performance of Rachmaninoff's Symphony No. 2 under Paavo Järvi's leadership.

It was perfection, not only for the romantic sweep, interpretive power and excellent playing, but also for the sheer sonic beauty of this orchestra in an acoustic gem.

Like every other concert here, tickets were expensive (up to $255) but the hall was full, and patrons mobbed the table of Järvi's CDs - with the CSO and his other orchestras - at intermission. Listeners barely moved during the concert, but they applauded and cheered enthusiastically until Järvi had provided two encores and he finally waved goodbye.

Photos: Earlier show in Tokyo


Magical sounds

There was perhaps no finer showcase for the Cincinnati strings than Rachmaninoff's Symphony No. 2, which concluded the program. From the opening, the sound of the basses was dark and mellow, adding to the melancholy aura of this piece. The strings played with warmth and refinement, resulting in a breathtaking sheen. With the horns' glowing sound and the subtlety of expression in the winds, you could only revel in the magical sound in this hall.

Järvi's view was spacious as he swept up the orchestra with broad gestures through one great theme after another. He took time to linger on the romantic passages, balancing poetic feeling with drama, energy and drive.

The heart of Rachmaninoff's Symphony is the slow movement. You could hear a pin drop when Järvi and the orchestra began one of the most gorgeous love themes ever written, and principal clarinetist Richie Hawley performed the famous solo.

Järvi opened with the American music that has defined this tour. In Bernstein's "Divertimento," one was struck by the clarity of the orchestra's sound, but it was also a fun showpiece for orchestral soloists, including cellist Ilya Finkelshteyn, violist Basil Vendryes, percussionist William Platt (performing his last international tour before retirement) and Carson McTeer on tuba.

Järvi brought out the humor wonderfully, and for the finale, the entire brass section and the piccolos stood.

As soloist, Polish pianist Krystian Zimerman joined the orchestra for his fifth and final performance of Gershwin's "Rhapsody in Blue." It was an erratic reading of this great jazz concerto, but it was his best and most unified performance with the orchestra on the tour.

Hawley stretched out his "smear" and played superbly throughout, and the orchestra, including banjo (Paul Patterson), slapping basses and three saxophones, sounded terrific. The crowd ate it up. For an encore, Zimerman dashed off Gershwin's Prelude No. 3.

Yokohama show

On Tuesday, the orchestra performed in Yokohama's Minato Mirai Concert Hall. Built in 1998, it is a massive, shoebox-shaped contemporary hall, centered by a spectacular organ built by C.B.Fisk Inc. of Gloucester, Mass.

A large, festive crowd was on hand for the matinee performance, perhaps because it was Japanese Culture Day, a national holiday to promote the arts and academics.

Järvi led his American program, starting with Bernstein's Overture to "Candide" and "Divertimento." It was clear that this hall was not as acoustically friendly as the others had been, although it is a popular destination for major orchestras.

I've found Zimerman's "Rhapsody in Blue" to be the most puzzling of all of his tour performances. This reading was more romantic and over-pedaled than the others, with sudden changes of tempo that found him attacking the music like a man possessed. It was more Liberace than the refined artistry for which he's known, and he missed notes and seemed lost at least once. He crashed through his encore so fast that it was a blur and lost all sense of rhythm.

The audience cheered.

Impressive detail

Also on Tuesday, the orchestra gave its final performance of Dvorak's "New World" Symphony. Despite acoustical challenges, the lightness and the expressive detail Järvi achieved was impressive.

As in the other performances, the audience didn't seem to breathe, especially during Christopher Philpotts elegant English horn solo in the Largo.

Järvi, leading without a score, employed relaxed tempos, breadth and affection. The audience demanded encores, and got two Brahms Hungarian dances, before Järvi pulled concertmaster Timothy Lees off the stage.

The fans continued applauding long after most of the musicians had exited, until finally, Järvi made a surprise appearance, pulling his coat back on for one last bow. At the CD signing later, the long line snaked several times through the hall.

On Monday in Yokohama, Järvi and a quintet of brass players gave a presentation about American music for invited music students, their teachers and other interested members of the Yokohama music community.

The orchestra returns home to Cincinnati today.

Thursday, November 05, 2009

Beethovens Neunte: Update für die Ewigkeit

Von Kai Luehrs-Kaiser
4 nov 2009
Spiegel.de


Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen unter Paavo Järvi liefert mit Beethovens Neunter eine grandiose Klassiker-Neuauflage: den "Bremer Beethoven" auf Urtext-Basis.

"Die Neunte" - ein Party- und Silvesterkracher? Ja, das Spätwerk Beethovens, seine Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125, ist längst zur Festtagsbeilage und zur Feuerwerksmusik der Deutschen verkommen. Wenige große Dirigenten setzen das Werk regulär aufs Programm. Die abgenudelte Schluss-"Ode an die Freude" hinterlässt selbst zu Schillers 250. Geburtstag meist nur hohles Pathos. Und wenn schon einmal ein Versuch gestartet wird, gibt's im Konzert meist Orffs "Carmina Burana" hinterher oder Höhepunkte aus "Schwanensee", getanzt. Es ist ein Jammer mit Beethovens Neunter.

Dabei ist das Werk, dessen abrupter Schlusschor die Leute einst schockierte und dessen Riesenausmaße eine Art heroischer Monumentalität predigte, selbstverständlich ein Meisterwerk. Das kakophone Chaos zu Beginn, aus dem sich die Melodien wie Würmer ziehen, die Klangfarben-Exzesse des Adagio und der hohe Ton des "Freude, schöner Götterfunken" greifen großartig und vermessen nach den Sternen. Ohne die Neunte sind weder Wagner noch Stockhausen zu denken. Erst die Neueinspielung mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen macht einem den Drive und die revolutionäre Sprengkraft der Neunten aber wieder klar.

Noch immer neue Geheimnisse

Schon lange sorgen die Beethoven-Einspielungen der Kammerphilharmonie aufgrund ihrer prickelnden Klangtransparenz und einem Schwung der Neuheit, den man ansonsten höchstens noch bei Ensembles der Alten Musik antrifft, für Furore. In Aufführungszyklen in Salzburg und beim Bonner Beethovenfest wurden die Bremer dafür bejubelt. Unter dem estnischen Dirigenten Paavo Järvi, 46, hört man Beethoven hier wie unter dem akustischen Brennglas: klar, messerscharf und ohne altbackene Grandezza. Auch die Neunte - stets ein Sonderfall - zeigt die Nervosität der aufkommenden Fabrikmoderne ebenso wie das intellektuelle Feuer des Voltaire-Zeitalters. Elegant raffzähnig auf sein Ziel zuschnellend wie der Hecht im Karpfenteich.

Dabei ist das Solisten-Quartett mit Christiane Oelze, Petra Lang, Klaus Florian Vogt und Matthias Goerne so liedhaft leicht besetzt wie nie. Was der Deutsche Kammerchor an Lippenarbeit spart, macht die Kammerphilharmonie an agilem Charme wieder gut. Auf der Basis der neuen Urtext-Edition (erschienen bei Bärenreiter) ist so eine Neunte entstanden, an der man sich nicht satt hören kann. Sie beweist: Selbst wenn man von Furtwängler bis Harnoncourt oder Giovanni Antonini schon diverse Beethoven-CDs im Regal stehen hat, lüftet die Neunte immer noch neue Geheimnisse. Der "Bremer Beethoven", ein grandioses Update mit Ewigkeitscharme: So zeigt sich erneut, dass wir's mit einem der weltbesten Kammerorchester zu tun haben.

Monday, November 02, 2009

CSO matches greatness of Tokyo hall

Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer, November 1, 2009

TOKYO --The Cincinnati Symphony Orchestra has always been a good orchestra. But the concert it presented under Paavo Järvi on Sunday afternoon in Japan’s Suntory Hall firmly established Cincinnati as one of the great orchestras of the world.

The reception throughout the five concerts of this seven-concert tour so far has been a steady crescendo of cheering and enthusiastic applause. But in the 2,006-seat Suntory Hall, which appeared to be sold out, it’s safe to say the normally reserved crowd went wild -- by Japanese standards -- with tumultuous applause and extended cheering. Afterwards, a long line of autograph seekers snaked through the lobby to the backstage door.

Photos: CSO in Tokyo

After a week in Japan, the orchestra’s playing has never sounded better – refined, powerful and in the end, thrilling. Their program, which included Dvorak’s “New World” Symphony and the Sibelius Violin Concerto with violinist Sayaka Shoji, was a triumph of artistry. It was not only witnessed by 20 Cincinnati patrons, who flew to Japan for the occasion, but proved to be a huge hit with the Tokyo audience.

“This orchestra is brilliant,” exclaimed audience member Hideya Taida, a trustee of Akita International University, adding that he had never seen such chemistry between an orchestra and a conductor.

There was also the extraordinary chemistry of this magnificent hall. Words hardly do justice to describe the sonic beauty of the orchestra’s sound in this, the “Carnegie Hall” of Japan. Then, to witness the Cincinnati musicians perform with such precision and expressive power was something to behold.

Built in 1986, Suntory Hall is a shoebox shape, with “vineyard” style seating down to the stage, as well as seating behind the orchestra. It is a cathedral for classical music, and Japanese audiences are so intent, they don’t move a muscle during performances. Suntory Hall is a magnet to the world’s greatest musicians. As legendary maestro Herbert von Karajan once said (and for whom the plaza outside is named), it is a “jewel box” of sound.

Dvorak’s Symphony No. 9, “From the New World,” which concluded the program, has never sounded so majestic as it did under Järvi in this performance. Leading without a score, his view had a natural spontaneity, and he allowed expressive details to emerge seamlessly.

This was a reading that breathed, and Järvi took his time to linger on Dvorak’s lyrical themes, and then galvanized the musicians to thrilling climaxes. The string sound was one of glowing precision. Christopher Philpott’s English horn solo in the Largo was breathtaking, both for his beautiful phrasing as well as his ease of delivery.

Järvi captured the rustic mood of the scherzo, with beautiful contributions from the winds, and then ratcheted up the excitement factor in the finale. He was a force on the podium, and the brass, in their great opening theme of the finale, responded with playing that was precise, powerful and noble. This was quite possibly the orchestra’s finest performance of the season, anywhere.

The collaboration with tour soloist Shoji in Sibelius’ D Minor Concerto, too, was the most impressive of the tour, with both soloist and orchestra projecting the Nordic sound world in a unified vision. Shoji’s virtuosity is effortless, and her unique combination of fiery spirit and lyricism was irresistible in this reading. She projected a relaxed, golden tone on her Mischa Elman Stradivarius in the slow movement, and tossed off fiendishly difficult feats in the finale. Tokyo cheered its native daughter, and the violinist provided a movement of Bach’s Sonata No. 1 for an encore.

Bernstein’s Overture to “Candide,” which opened the concert, was adrenalin-charged. Järvi provided two other showstoppers as encores: Brahms’ Hungarian Dances Nos. 5 and 6. A third encore, Sibelius’ “Valse triste,” made a ravishing finish.

Still they cheered. Finally, Järvi, hand over his heart, took a last bow and pulled concertmaster Timothy Lees off the stage.

The orchestra performs in Yokohama’s Minato Mirai Concert Hall on Tuesday and returns to Suntory Hall on Wednesday, before heading home.

Entstaubt: Bremer Kammerphilharmonie und Paavo Järvi mit Beethoven

30.10.2009 Von Wolfgang Hirsch, TLZ.de

Man kann die "Pastorale" musizieren, auch ohne heitere Empfindungen bei der Ankunft auf dem Lande und eine Bächlein-Idylle zu suggerieren. Dann verleihen stimmige Temporelationen - schon dank eines lebendig beschwingten Allegros im Kopfsatz - ihr wieder prägende Konturen, und Ludwig van Beethovens 6. Symphonie F-Dur wird als absolute Musik aus der romantischen Spekulation zurück in die Klassik verortet.

Neu ist diese Sichtweise nicht, aber wie Paavo Järvi, Spross der berühmten estnischen Dirigentendynastie, und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sie umsetzen: Das gewinnt angesichts der Unzahl sattsam bekannter, teils wohl gar überflüssiger Einspielungen auf dem Markt geradezu spektakulären Charakter. Mit der Sechsten und Zweiten haben Järvi und seine Philharmoniker nun ihren Zyklus der Beethoven-Symphonien abgeschlossen, das Violinkonzert mit Janine Jansen ist dieser Tage erschienen, auf die Klavierkonzerte muss man leider noch warten.

Das Sensationelle ist eigentlich das Einfache. Järvis Orchester spielt in angemessen kleiner Besetzung auf modernen Instrumenten, lässt homogene Gediegenheit der Register und solistische Kompetenz walten - und so entsteht völlig unverkünstelt und schlicht jene berückende Klangtransparenz, welche als unabdingbare Grundlage für eine kluge, analytische Interpretation dienen muss. Jedes Detail, jedes Accelerando oder Ritardando ist präzise durchdacht, damit Themen und Motive mit genuin Beethovenscher Dialektik dynamisch reibungsvoll sich ineinanderflechten. Nicht etwa das Volkstümlich-Melodiöse, sondern das Rhythmisch-Motorische, radikal Kontrastive dominiert nun. Doch von den Traditionalismen der Beethoven-Exegese ist diese Herangehensweise angenehm entstaubt.

Bei aller Eleganz etwa der Holzbläser-Intonation und aller Delikatesse differenziert ausmusizierter Streicherfiguren findet so der Berserkersinn des Komponisten einen natürlichen - und völlig plausiblen - Ausdruck. Mehr noch als in der Sechsten wird dieser Charakterzug in der oft unterschätzten Zweiten bis zur Bizarrie ausgekostet, vor allem in deren furiosem Finale. Die niemals nachlassende Spannkraft des Apparats fesselt den Zuhörer und stürzt ihn mitten hinein in einen Kosmos der starken Gefühle.

Nicht umsonst hat Sony Music diese Aufnahmen in der "Red Seal"-Reihe des Sub-Labels RCA, die sonst nur den großen Klassikern vorbehalten ist, platziert. In der Fachwelt geht die Rede von "der ultimativen" Beethoven-Lesart. Dass die Bremer, die - ungewöhnlich in der Zunft - als Unternehmen organsiert sind, bei den diesjährigen Salzburger Festspielen stupende Erfolge feierten, von Presse und Publikum dort hoch gelobt wurden und nun als Orchestra in Residence zum renommierten Beethovenfest Bonn eingeladen sind, versteht leicht, wer diese Aufnahmen hört.

Dabei greift Paavo Järvi eigentlich bloß auf strikte, alte Kapellmeistertugenden zurück. Alle individualistische Eitelkeit liegt ihm fern. "Es wird keinen Järvi-Sound geben", sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit". "Der Sound entsteht aus den Partituren."

i Ludwig van Beethoven: Symphonien Nr. 6 F-Dur und 2 D-Dur. Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Paavo Järvi. CD, RCA Red Seal, ca. 20 Euro

The concerts

Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer, October 31, 2009


Tuning up in Nagoya



Cincinnatians who work at Toyota City meet with Paavo and violin soloist Sayaka Shoji

NAGOYA, JAPAN – Nagoya gave the Cincinnati Symphony Orchestra the warmest welcome so far on the orchestra’s Japan tour, in its third concert there on Thursday night. Like the previous two performances in Tokyo, the audience cheered and applauded until, after two encores, Paavo Järvi pulled concertmaster Timothy Lees off the stage. But this time, there were also a number of people giving the orchestra a standing ovation – which is unusual for the normally reserved Japanese audience — including a row of Cincinnatians who work in nearby Toyota City.

The orchestra arrived earlier Thursday via “Shinkansen,” taking up more than an entire car in the efficient and quiet bullet train. Unlike the previous two concerts in Tokyo, which required a bus ride to the hall, Nagoya’s Aichi Prefectural Art Theater was within walking distance of the hotel where the orchestra stayed.

Aichi Prefectural Art Theater is a theater-in-the-round, with a high ceiling and glass acoustical clouds hovering above, and arena-style seating going down to the stage. Centered in the hall is one of the finest organs (and the largest) in Japan, with five manuals and 6883 pipes, made by Germany’s Karl Schuke.

Although there was a good-sized audience, there were a few empty seats for this concert — whether because the economic downturn in Japan has hurt ticket sales, as one record executive told me, or because students and young people are being urged not attend public events due to H1N1.

Järvi’s tour programs have highlighted American music, a request of the Japanese presenter. With the Cincinnati brass standing across the back, the concert opened with Copland’s “Fanfare for the Common Man.” From the first note, it was evident that this hall was extremely lively and slightly “boomy.” But the presence of sound made the listener feel as if one were onstage with the players. The musicians gave it a powerful and flawless reading, and the sonic effect in that space was mesmerizing.

Thursday’s concert was also the first appearance of tour soloist Sayaka Shoji, a native of Tokyo who now resides in Paris. You could only marvel at the violinist’s formidable technique, especially when she tore through the hair-raising, gypsy-like finale.

Shoji’s playing in this hall was much more intense and driven than it had been in Music Hall in Cincinnati, as if she were fighting the acoustics. She projected an arresting, throaty sound on her Mischa Elman Stradivarius in the slow movement, which was soulful and deeply felt.

But it was Järvi and the orchestra who provided the cool, Nordic atmosphere this work demands. Even so, the more I hear this 26-year virtuoso, the more she impresses me as one of the most strikingly original talents currently on the concert scene.

For an encore, she treated the audience to a beautifully rendered third movement from J.S. Bach’s Sonata No. 1.

In unusual stroke of programming, Gershwin’s “Rhapsody in Blue” came after intermission, with Polish pianist Krystian Zimerman making his second appearance of the tour. His view of Gershwin is one of the most individual I’ve ever heard, and a departure from the Brahms and Lutoslawski for which the piano legend is so revered.

Clearly, he seems to have a jazz-inspired, improvisatory view of this work, and he often pushed tempos erratically, and smeared his runs and flourishes. His reading was more subdued in Nagoya than it had been Tuesday in Tokyo, but didn’t disappoint the audience, who brought him back for bow after bow.

The orchestra sounded terrific, and hornist Thomas Sherwood added a memorable moment.

The program ended with another slice of Americana – Bernstein’s Symphonic Dances from “West Side Story.” It was an electric performance, with stunning performances by the orchestra’s soloists, including Robert Sullivan on screech trumpet. The percussion and brass turned up the heat so much that I wondered whether this hall had ever witnessed such an explosive performance.

The Cincinnatians at the concert, who work in Japan for Toyota, included David Ostreicher, Frank Noel and Kiffle Abebe.

“I’m really proud of that orchestra. I was born in Cincinnati, went to Elder and then went to U. C. So for me to here working in Nagoya a few years and to see them come play is really cool,” said Noel. “We love Paavo and the group, but I wanted to support Cincinnati.”

Earlier, on Tuesday in Tokyo, the orchestra performed its second concert of the tour in Tokyo’s Bunka Kaikan Concert Hall, bordering on Ueno Park. Zimerman joined for his first performance of the tour, in Gershwin’s “Rhapsody in Blue,” and Järvi conducted Bernstein’s “Divertimento” and Rachmaninoff’s Symphony No. 1.

The hall, built in 1961, has excellent acoustics, and the orchestra’s strings sounded much richer here than they had for their first concert in NHK Hall.

Zimerman’s Gershwin that night was partly genius and partly quirky. His touch and voicing of chords — on his own polished Steinway grand — were stunning, and I enjoyed the way he brought out the inner voices, or made a bluesy inflection here or there.

Then there would be a frenzied section, with propulsive runs that landed on wrong notes. He sometimes added a grace note or two, and also a keyboard-spanning glissando. The slow, jazzy bass theme played in the right hand was so slow it lost momentum. But some of his view sounded wonderfully spontaneous, and may have fit the jazz idiom better than most of the homogenized versions we hear today.

He also appeared to be having fun, as did Järvi and the orchestra. The pianist swiveled on his bench to watch clarinetist Richie Hawley perform his famous opening “smear,” and what a smear it was.

The Rachmaninoff was sheer joy in this acoustic space. The strings shone, from the depth of the basses, to the sweet sound of the cello section under principal cellist Ilya Finkelshteyn.

The crowd — which packed the 2300-seat hall — wouldn’t let Järvi and the orchestra leave until they had played two encores. With those — and at least 15 minutes of clapping and cheering — the concert ended a half hour later.

The orchestra traveled on Friday by Shinkansen to Osaka, and it was challenging to get all 110 people in the tour party onboard in just 90 seconds before the doors closed. Today, it travels to the Hyogo Performing Arts Center in Nishinomiya, which was built for the 10th anniversary of the disastrous Kobe earthquake in 1995. The long day will end on another bullet train to Yokohama.

Thursday, October 29, 2009

Die Titanen sterben aus

Von Jürgen Otten
29 Oktober 2009
fr-online.de

Wie groß die Nöte in Musik-München sind, das konnte man neulich in der Süddeutschen Zeitung lesen. Eine ganze erste Seite widmete sich das Feuilleton der Causa Christian Thielemann, oder besser: der Frage, was nach ihm kommen kann, darf, soll und/oder muss. Wie berichtet, verlässt der Dirigent - nicht ohne zuvor ein riesiges publizistisches Schaumbad eingelassen zu haben - am Ende der Spielzeit 2010/11 die Isarmetropole, um sich fürderhin in der sächsischen Provinz um seine Lieblinge zu kümmern, die da, neben Anton Bruckner, vor allem Richard Strauss und Richard Wagner heißen.

Die Gültigkeit der Tradition


In Dresdens Semperoper findet er dafür ein angemessenes Spielfeld. Die "Wunderharfe", wie die Sächsische Staatskapelle huldvoll genannt wird, hat mehrere Bühnenwerke der beiden Richards in die Welt gesetzt, und das Wort von der Tradition gilt dort nach wie vor viel.

Wer aber setzt sich auf den vakanten Posten in München? Die Frage ist so im Grunde nicht zu stellen. Denn präziser muss sie lauten: Wer ist überhaupt imstande, Chefdirigent der Münchner Philharmoniker zu werden? Wer besitzt die nötigen Qualitäten? Wer ist bereit, den ästhetischen Horizont, der bei Thielemann so eng war wie ein Nadelöhr, wieder zu weiten? Wer beherrscht sowohl den Kanon der großen klassischen und romantischen Symphonien von Mozart bis Mahler, und wer hat darüber hinaus Interesse und Sachverstand für die Musik danach, die ja doch immerhin ein ganzes Jahrhundert und ein bisschen mehr umfasst?

An dieser Stelle wird ein zentrales Problem evident. Dirigenten, die beides können, Haydns Vierte und Rihms Erste, Brahms´ Zweite und Hartmanns Dritte (vom französischen Repertoire und den zeitgenössischen Werken mal ganz zu schweigen), sind rar gesät.

Insofern glich das "Dirigenten-ABC", das die SZ ihren Lesern präsentierte, beinahe mehr einer Satiresammlung denn einem ernst gemeinten Bewerbungsformular, zumal einige renommierte Persönlichkeiten, so beispielsweise Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach und Riccardo Muti, fehlten.

Denn nicht nur wurden dort hochmögende Dirigenten aufgeführt, die - wie etwa Simon Rattle, Riccardo Chailly und Paavo Järvi - auf Jahre gebunden sind (Rattle mit gerade frisch unterzeichnetem Vertrag bis 2018, Chailly bis 2015, Järvi bis 2013), sondern auch jene, die als Experten für eine schmale Richtung in der (Neuen) Musik Beachtliches geleistet haben, aber als Generalmusikdirektoren eines großen Symphonieorchesters undenkbar wären; zumal bei einem Klangkörper, den einmal ein Sergiu Celibidache in höchste Höhen führte. Wohin das Ohr hört, es herrscht Mittelmaß. Große Dirigenten, die das Format und die Aura etwa eines Claudio Abbado haben, findet man kaum mehr. Man findet große Könner, wie Mariss Jansons und Paavo Järvi, wie Sakari Oramo und Esa-Pekka Salonen. Man findet Dirigenten, die fantastisch Oper dirigieren können wie Kirill Petrenko und Vladimir Jurowski, wie Antonio Pappano und Kent Nagano. Man findet enorme Begabungen, wie Daniel Harding, Andris Nelsons und Yannick Nézet-Séguin. Was aber vergeblich sucht, ist ein Dirigent, der über jenes Charisma verfügt, dass noch einen George Solti, einen Günter Wand oder einen Kurt Sanderling auszeichnet. Die Titanen sterben aus.

Was in Berlin rumort


Das spürt man nicht nur in München. Besonders laut ist dieses Lied in der bundesdeutschen Kapitale zu hören. Während bei den Philharmonikern und beim Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin alles in Butter ist, während die drei Musiktheaterbühnen der Stadt mehr als passabel ausgestattet sind (einzig Carl St. Clair als Nachfolger des genialisch-präzisen Petrenko ist an der Komischen Oper den Beweis seiner Extraklasse bislang schuldig geblieben), rumort es zumindest bei zwei Berliner Symphonieorchestern gewaltig. Besonders heikel stellt sich die Situation beim Deutschen Symphonie-Orchester dar. Nach der Entscheidung Ingo Metzmachers, am Ende dieser Saison zu demissionieren, sieht sich das DSO in der Not, relativ kurzfristig einen Nachfolger zu finden. Das Problem ist nur: Woher so schnell jemanden nehmen, der für höchste Qualität bürgt?

Die Macht an der Spree


Die Auguren verkünden, es hätten schon einige Kandidaten abgesagt. Was wenig erstaunt. Die, die für glanzvolles Niveau garantieren, warten auf prestigeträchtigere (und höher dotierte) Positionen oder haben sie bereits inne.

Misslich auch die Lage am Gendarmenmarkt. Die Ehe zwischen Lothar Zagrosek und dem Konzerthausorchester ist mit Schmackes in die Brüche gegangen. Gleichwohl hat "Zag", wie er auf Plakaten für sich wirbt, einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2010/2011. Man muss also nolens volens noch fast zwei Jahre miteinander aushalten; wie das gut und ohne weiteren Qualitätsverlust gehen soll, wissen allein die Götter.

Unüberhörbar aber das Gezwitscher von den Dächern des Schinkelschen Musentempels: es bestehe Grund zu leiser Hoffnung. Ivan Fischer war kürzlich in der Stadt, um die Berliner Philharmoniker zu dirigieren. Wieder einmal zeigte sich, welch ein exzellenter Dirigent der Ungar ist. Doch wird er sich, so man ihn für die schwierigen Aufgabe gewinnen kann, weder mit der Chefrolle beim Orchester noch mit den derzeit gültigen finanziellen Konditionen begnügen. Fischer will gestalterische Macht.

Aber so sind die Spielregeln. Wo Qualität selten ist, hat sie umso mehr Freiheit, wenn sie erscheint. Auch in der Berliner Causa ist das so. Den Trumpf zur Zeit hält Fischer in der Hand. Das Orchester braucht ihn mehr als umgekehrt. Er hat ja schon zwei Chefpositionen. In Budapest und in Washington.

Tuesday, October 27, 2009

A New Take on Gershwin

Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer, October 27, 2009


Tokyo Bunka Kaikan Concert Hall

The Cincinnati Symphony Orchestra performed its second concert of the tour in Tokyo’s Bunka Kaikan Concert Hall in the Ueno neighborhood. Tour soloist Krystian Zimerman joined for his first performance of the tour, in Gershwin’s “Rhapsody in Blue,” and Paavo Jarvi conducted Bernstein’s “Divertimento” and Rachmaninoff’s Symphony No. 1.

The hall, built in 1961, has excellent acoustics, and the orchestra’s strings sounded much richer, especially evident in the Rachmaninoff.

I found the Gershwin the most interesting interpretation of that work I’ve ever heard. It was partly genius and partly quirky, and I wished I’d had the opportunity to interview the Polish pianist about his inspirations. His touch and voicing of chords — on his own polished Steinway grand — were stunning, and I love the way he brought out the inner voices, or made a bluesy inflection here or there.

Then there would be a frenzied section, with propulsive runs that landed on wrong notes. He sometimes added a grace note or two, and also a keyboard-spanning glissando. The slow, jazzy bass theme played in the right hand was so slow it lost momentum. But some of his view sounded wonderfully spontaneous, and may have fit the jazz idiom better than most of the homogenized versions we hear.

He also appeared to be having fun, as did Jarvi and the orchestra. The pianist swiveled on his bench to hear Richie Hawley perform his famous opening “smear,” and what a smear it was. With Hawley’s superb contributions heard prominently throughout, I felt it was almost a mini double-concerto at times. And Jarvi never missed a beat.

The Rachmaninoff was sheer joy in this acoustic space. The strings shone, from the bass depth — something that was missing in last night’s hall — to the sweet sound of the cello section under principal cellist Ilya Finkelshteyn.

The crowd — which packed the 2300-seat hall — wouldn’t let Jarvi and the orchestra leave until they had played two encores. With those — and at least 15 minutes of clapping and cheering — the concert ended a half hour later.

Subway art: on the Ginza Line


Paavo Järvi alustas Cincinnati orkestriga reisi Jaapanis

Priit Kuusk 27.10.2009 uudised.err.ee

Cincinnati Sümfooniaorkester ja peadirigent Paavo Järvi alustasid eile kontserdireisi Jaapanis, kus antakse kokku seitse kontserti.

Orkester viibi Jaapanis juba alates laupäevast. Ameerika orkestri reisi korraldajaks on kontsern Japan Arts. Esimesed kontserdid antakse 26. ja 27. oktoobril kahes Tokyo kuulsas saalis, 3677-kohalises NHK (rahvusliku raadiokorporatsiooni) Hallis ja 2303-kohalises Bunka Kaikani saalis.

Paavo Järvile on see tänavu juba kuues kontserdireis oma orkestriga: märtsikuul käidi Deutsche Kammerphilharmoniega USA-s, eraldi veel Pariisis ning suvel Salzburgi festivalil, maikuul Frankfurdi Raadio orkestriga Kesk-Euroopas ning suvelõpul Hollandis, Itaalias, Tšehhimaal ja Eestis, sh ka meie kontserdihooaega avamas.

Jaapanis on Paavo Järvi juhatanud külalisena Jaapani enda orkestreid, aga käinud seal mitmel korral ka oma orkestritega.

Behind the scenes photos of CSO's first-ever Japan broadcast

Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer, October 26, 2009


Paavo Jarvi leads a rehearsal in NHK Hall for live broadcast

I spent a long day with the CSO at NHK Hall Monday for their historic first-ever broadcast — live on NHK radio and taped for TV broadcast on Nov. 9. The CSO was performing on a popular NHK Music Festival series, one of three international orchestras (the others were the Leipzig Gewandhaus with Riccardo Chailly and the Orchestra of La Scala with Daniel Barenboim. ) The festival also features Valery Gergiev conducting the NHK Symphony, which is in residence here, as well as chamber music.

One thing I like here: Concerts begin at 7 p.m. The Japanese began to pour into the hall around 6 p.m., some bringing their meals, and others going to the cafeteria where we ate (you choose plastic food and order it in a machine… ).


Hall banners announce Tokyo's NHK Music Festival


The broadcast crew doing a dry run during afternoon rehearsal, in the broadcast booth


How it looked on TV monitors, with subtitles of concert pieces already in place

I was treated to a interesting tour of the broadcasting booths by senior producer Kazuaki Sasai, met the director of the series (Kazutaka Shirota), and met a fellow music journalist, Sachio Moroishi, who served as announcer for the program. Unfortunately for us, it will not be streamed on the Web, but Mr. Sasai would be delighted if CET picked it up for broadcast here. Here’s the story.


The CSO rehearsal seen from a high-def TV monitor (courtesy NHK)



Monday, October 26, 2009

CSO wows Japanese TV

By Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer • jgelfand@enquirer.com • October 26, 2009

TOKYO – “Lights, camera, action.” The Cincinnati Symphony Orchestra is familiar with those words – but not in Japanese.

On Monday night in NHK Hall in Tokyo, Japan, Paavo Järvi and the Cincinnati Symphony launched their seven-concert tour of Japan with a history-making concert: The orchestra’s first-ever nationwide broadcast on Japanese television.

The all-American program drew a large crowd, who cheered and called Järvi back for multiple bows until he provided an encore, Leonard Bernstein’s splashy Overture to “Candide.”

The all-orchestral concert was aired live over NHK radio network and will be broadcast on NHK television on Nov. 9.

“To shoot music is similar to shooting a baseball game,” said Kazuaki Sasai, senior producer, who produces up to 70 programs annually on NHK. “A batter hits the ball, the ball goes to the outfielder, and the cameras know what to follow.”

Six cameras were trained on the musicians, and a web of microphones hung over the orchestra. A hush fell over the crowd as chimes announced the broadcast’s beginning, and the program’s announcer, music journalist Sachio Morioshi, concluded his introduction on camera in a box near the stage.

Järvi opened with Copland’s “Fanfare for the Common Man” with the brass section standing, and the musicians gave it a brilliant, near-flawless performance. One was immediately struck by the razor-sharp clarity and presence of the sound in this hall.

Barber’s “Adagio for Strings” was deeply emotional, and the strings had a sonic beauty all their own.

But it was Bernstein’s Symphonic Dances from “West Side Story” which energized the audience in the evening’s first half. This piece sounded astonishingly alive in this hall, and Järvi was galvanizing as he led with both momentum and swing.

He seamlessly navigated from Bernstein’s beautiful tunes such as “Somewhere” and “Maria” to the high-energy mambos and rumbas. The percussion section turned in a sizzling performance.

The program concluded with Dvorak’s Symphony No. 9, “From the New World.” With Järvi leading from memory, it was a performance of momentum, lyricism and powerful, ringing cutoffs.

The evening's standouts included English horn Christopher Philpott’s stirring rendition of the Largo theme, and the glowing sound of the strings in the softest moments.

Behind the cavernous hall seating more than 3,000, part of the NHK Broadcasting Center, were tens of people working in editing and mixing rooms, as well as a control room with a wall of monitors showing the orchestra onstage. The final product will be broadcast in high-definition, says Sasai.

The producer and his team began preparing the broadcast's shooting angles and timings 10 days ago, and the taping will undergo little editing. What Sasai strives to do is capture the excitement and power of a live concert, rather than shoot many takes, he says.

“American orchestras have great power,” he says. “I think live music is so important for classical music. Even the mistakes can add to the enthusiasm.”

The CSO was performing as part of the NHK Music Festival, this year featuring three international orchestras, each performing a program on a theme of their country. In a rehearsal (including camera crew) during the day, about 200 school children watched, and Järvi met with them for a question and answer session.

“Cincinnati was chosen because we wanted to present a very historical orchestra from the USA, and the program was also a criterion,” said Kazutaka Shirota, event planner for the Japan Broadcasting Corp.

The Cincinnati Symphony will perform on Tuesday night in Tokyo’s Bunka Kaikan Concert Hall, before traveling to Nagoya on Thursday.

Thursday, October 22, 2009

It's Japan or bust for CSO backers

By Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer • jgelfand@enquirer.com • October 22, 2009

Without a group of loyal music lovers, the Cincinnati Symphony Orchestra would not be touring Japan in the coming two weeks.

The orchestra, led by music director Paavo Järvi, leaves today for seven concerts in four cities through Nov. 5. The tour will be funded through a combination of fees paid by presenter Japan Arts, with nine local couples and a family foundation making up the difference of $200,000 - an estimated 20 percent of the cost.

Some patrons, proud that the hometown orchestra will represent Cincinnati abroad, did not have to be convinced to support the tour. Others were persuaded by the music director that touring was important to maintaining the stature of the orchestra.

"The reason we gave was because Paavo was so passionate about this, and so absolutely convinced us that this needed to happen," says Sue Friedlander of Hyde Park, who with her husband, Bill, has attended the symphony for more than 50 years. "My mixed feelings are, is this really necessary to take the orchestra this far away, or anywhere? But (Järvi) feels that it's very important to not only expose the world to our orchestra, but to expose them to other halls, and other venues and other audiences."

The Friedlanders are among a group of patrons and fans who are packing their bags to meet up with the orchestra for concerts in Tokyo. The tour will include two concerts in Tokyo's famed Suntory Hall - regarded by many as the "Carnegie Hall" of Japan. The CSO will also visit Nagoya and Nishinomiya (near Kobe) and make a return visit to Yokohama.

The orchestra's last tour to Japan in 2003 was partly underwritten by Toyota Motor Manufacturing, North America. But a 12-city, five-country European tour last April, which had no tour sponsor, ended up costing the orchestra $800,000.

Corporate donors are still giving to the arts, although in the current economy, it's often in smaller numbers, and they may be more selective about what they sponsor. The orchestras of Philadelphia and Boston canceled international tours this year because of the economy.

"It's true that the overall corporate sponsorship environment has been affected by the economy," says Judith Kurnick, spokesperson for the League of American Orchestras, a support group. "Whether it's about touring or not, we don't know. But there's no question that everybody is looking much more carefully about what they're able to give and where it goes."

Longtime symphony fan Peter Courlas, a psychotherapist who practices in Montgomery and lives Downtown, was glad to help send the orchestra to Japan. He and fellow donor Nicholas Tsimaras are also traveling to Tokyo to hear the CSO's performances.

"I really feel a sense of pride in the orchestra," Courlas says. "I've been a subscriber for 50 years, and week after week, they've given me so much joy. Paavo and the orchestra have contributed so much to the artistic culture of our city, and with the recession they made considerable financial concessions, wanting to maintain their high standards. It says a lot about their integrity as an ensemble."

After unprecedented cost-cutting measures last season, including musician concessions, staff reductions, administrative and staff pay cuts (including Järvi) and the elimination of recordings, the orchestra's president, Trey Devey, was determined that this tour be funded before today's departure. Originally planned to three Asian countries, the tour was scaled back to Japan only.

Arrangements with tour presenters are not made public. But on average, it costs at least $500,000 per week for orchestras to tour internationally. Tour costs include not only flying the musicians to Japan and paying for their hotels, but also trucking 18,880 pounds of musical instruments and equipment to Chicago, to be flown separately by cargo plane to Tokyo - and back.

"We don't go unless it's fully funded. We were concerned that the amount of money raised wasn't sufficient, and we didn't want to have a deficit situation," says Melody Sawyer Richardson, vice chairman of the board, who also will be traveling to Tokyo. "We're really proud of our orchestra and want to share it with the world."

Patron Chris Neyer of Mount Lookout, who supported the trip with her husband, Tom, president emeritus of Al Neyer Inc., says they agreed because Järvi made it clear that touring is important to him, and she wants him to remain in Cincinnati. The orchestra under this maestro, she believes, makes the region an important draw for businesses wanting to relocate.

"I am proud of the orchestra, but I love it with him," she says. "You have no idea how many big companies come into Cincinnati and ask about the cultural scene. It's very important to drawing people."

And that quality of life in Cincinnati translates to audiences abroad.

"An orchestra represents a set of values about a city," says the League of American Orchestra's Kurnick. "It really communicates that there's a rich, vibrant, not only cultural life, but quality of life. .... What other organization carries the name of the city in a way that is so visible and that makes such an impression?"

To Otto Budig of Indian Hill, president of the Otto M. Budig Family Foundation, it's about civic pride, whether it's for the Bengals, the Reds or the Cincinnati Symphony.

"I'm convinced that our symphony orchestra is one of the finest in the country, if not in the world. But the only way we can prove to the world that we are as good as we say we are is by traveling the world and showing our stuff," he says.

John Palmer, vice chairman of the Ohio National Life Insurance Co., who lives in Indian Hill, and his wife, Farah, are also packing their bags for Japan.

"It's important to show them off, and it's also because they are really so good. These things can be transitory, but they are just strikingly good. At their best, they are fantastic," Palmer says. "It was something that was important to them, and I wanted to support it. It's as simple as that."

CSO, Telarc finish on top

By Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer • jgelfand@enquirer.com • October 22, 2009


Gustav Holst's "The Planets" is the final recording to come out of the historic collaboration of Telarc and the Cincinnati Symphony Orchestra. It is a monumental effort and a testament of the electrifying concerts led by Paavo Järvi in Music Hall in November 2008.

Japanese fans will be among the first to hear the album, which will be sold at the orchestra's concerts during its Japan tour, today through Nov. 5.

The album, Järvi's 16th for Telarc, pairs "The Planets" with Britten's "The Young Person's Guide to the Orchestra," two of the best-known works of the 20th century by British composers.

"The Planets" is a seven-movement suite evoking the seven celestial bodies that were known in 1914. Holst, who dabbled in astrology, depicted each planet according to its astrological character, and the result is seven miniature tone poems. Järvi is masterful at capturing the essence of these "personalities," from subtle, glimmering shades of color to massive, relentless buildups. The CSO musicians execute it all brilliantly.

The recorded sound is spacious and realistic. There's the bracing, almost ferocious power of "Mars, the Bringer of War," written when Europe was on the brink of World War I, which is spectacular in the sonic splendor of Music Hall. It's followed by the shimmering colors of "Venus, the Bringer of Peace," with glowing strings, harp and celesta.

Each planet is vivid with atmosphere: "Mercury" sparkles; "Jupiter, the Bringer of Jollity," is bold, with flamboyant fanfares in the brass, a contrast to the noble English tune played so warmly by the strings. "Saturn, the Bringer of Old Age," has a desolate quality, and Järvi's view is spacious and ever-powerful, as the movement builds and then dies away to the tinkle of Asian-sounding bells.

"Neptune, the Mystic" is an otherworldly, floating canvas, performed with wonderful lightness. The distant sound of the wordless chorus (Women of the May Festival Chorus) is exquisite.

The album is paired with Britten's showcase for the instruments of the orchestra, and the musicians give it a colorful reading.

Wednesday, October 21, 2009

Sunday, October 18, 2009

Japan anticipates Järvi's return

By Janelle Gelfand, Cincinnati Enquirer • jgelfand@enquirer.com • October 18, 2009

The Cincinnati Symphony Orchestra is packing up its violins, trombones and bassoons for a tour of Japan that will move 98 musicians and 18,880 pounds of equipment more than 13,000 miles. The orchestra is a seasoned international traveler, accustomed to dealing with anything from delayed flights and missing luggage to illness within its ranks.

As the orchestra leaves Thursday for a four-city, seven-concert tour of some of Japan's finest concert halls, led by music director Paavo Järvi, Japanese audiences can't wait for their arrival.

"People are very excited. (Järvi) is charismatic, and people really adore him. He is well-known in Japan," says Akiko Miyamoto Strickland, executive director of the Japan America Society of Greater Cincinnati.

Japan is an important destination for touring artists, and a country that holds classical music in high esteem. A national magazine, "Ongaku No Tomo" (Friend of Music) promoted the Cincinnati Symphony's fall tour a year ago with a cover portrait of Järvi and an extensive interview and glossy photos inside. In April, a Japanese critic flew to Cincinnati to hear the orchestra and conduct interviews. Critics have also traveled to Europe to talk to Järvi about the Cincinnati tour.

Their first concert on Oct. 26 in Tokyo will be televised live on NHK, the Japanese national television station. The hall, part of the NHK Broadcasting Center, is larger than Music Hall, seating 3,677.

Traveling to Japan, says Järvi, "is a very, very important thing for us to do. That's where the market for classical music is still very strong, and it may be the strongest market for me. We're known there, and for me to go with Cincinnati will be very visible."

"Paavo's reputation has increased significantly during the last years after his several tours with the orchestras from Bremen and Frankfurt," says Japanese critic Atsuya Funaki, who has written seven articles about Järvi and the Cincinnati Symphony in anticipation of the tour. "The Japanese audience ... is very much looking forward to hearing the coupling of Paavo and the CSO."

Two venues on the tour, presented by Japan Arts, are re-engagements. Järvi and the orchestra last went to Japan in 2003.

This time, the orchestra will be facing something not usually on its check list - H1N1, the swine flu pandemic. Despite flu warnings, classical music fans have snapped up tickets to Cincinnati Symphony concerts costing up to $255 in Suntory Hall, Tokyo's most famous concert hall. Last week, crowds flocked to concerts there by the New York Philharmonic.

Japan is checking the health of arriving passengers by using a scanning device similar to an X-Ray machine, to determine whether people entering the country have a higher-than-normal temperature.

President Trey Devey says the orchestra is prepared, and always travels with a tour physician.

"The CSO is always mindful of health and safety issues when going on both domestic and international tours," he says. "This tour will be no different."

Like the U.S., Japan's economy is in recession. But classical music is held in such high regard that fans have likely been saving up for months to buy tickets, says Eiji Hashimoto, professor emeritus at the University of Cincinnati College-Conservatory of Music. Tickets to concerts in Suntory Hall, the "Carnegie Hall of Japan," are $66 to $255 (at 89 Yen to the dollar).

"It is very difficult during the current economic downturn. But their basic philosophy is that one cannot get a valuable thing without paying for it," says Hashimoto, a harpsichordist who has toured extensively in his native country. His 2005 book, "A Performer's Guide to Baroque and Post-Baroque Music," is in its fifth printing there.

"European classical music, for many people in Japan, is a part of their lifestyle. They enjoy it so much that they acquire selected concert tickets way ahead of time, and they look forward to the occasion and cherish their memories of the concert for a long, long time, " Hashimoto says.

The orchestra is performing with two tour soloists: Sayaka Shoji, a popular Japanese violinist performing Sibelius, and Polish pianist Krystian Zimerman playing Gershwin's "Rhapsody in Blue." Shoji gave a preview of her performance in Music Hall this weekend.

"In terms of classical music, it has a short history (in Japan), but we support a lot of great orchestras in Tokyo," says the violinist, adding that Tokyo alone has 10 professional orchestras. "Sometimes there are three or four of the world's best orchestra on the same day."

Also touring Japan this month are the New York Philharmonic, Leipzig Gewandhaus and Valery Gergiev and the Mariinsky Symphony Orchestra.

Partly because music is a required subject in school, Japanese audiences are knowledgeable and often skew younger than American classical music fans.

"Japanese audiences, particularly many young people, are very eager and attentive," says Hashimoto.

"They are very concerned about details. They know the pieces they hear or listen to the pieces on CDs ahead of time, so they are well acquainted with the pieces they hear."

And many families want their children to excel in music. CCM faculty members Eugene and Elizabeth Pridonoff travel to Japan twice annually to teach piano students at a Tokyo conservatory with 2,000 students.

"I think a majority of Japanese families who can afford it want their family to study piano, because they see music as a tool to help kids work harder in school," Elizabeth Pridonoff says.

Where every tour has afforded a chance for the orchestra to sell recordings abroad, this tour will feature the CSO's final recording for Telarc, Gustav Holst's "The Planets," in stores this month. Telarc stopped producing records last year.

"I hope to just consolidate our reputation, because it's been a few years since we were in Japan," says Järvi. "The first time we went there was a huge success. And every time I go back, people still talk about that tour and remember it very well.

"Meanwhile, we've had 10 recordings come out since then. When you go there, and you create a certain buzz, then people keep an eye open to see what else is coming out of Cincinnati."