Wednesday, August 06, 2008

Jubel um Paavo Järvi






July 21,2008
http://www.bild.de/BILD/unterhaltung/city-talk/roter-teppich-frankfurt/2008/06/30/dirigent-paavo-jaervi/des-hr-sinfonieorchester-beginnt-das-rheingau-musik-festival.html
Für Sport interessiert sich Sha Katsouris zwar nich, aber bei den Olympischen Spielen drückt die Frankfurter Geigerin ihrem Heimatland China die Daumen.
Ein Leben für die Musik
Chinesin Sha Katsouris spielt "erste Geige" im Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks
FRANKFURT. Wenn am 8. August die Olympischen Spiele in China beginnen, wird fern der Heimat auch Sha Katsouris mitfiebern. "Ich bin stolz, dass die Spiele dort stattfinden", sagte die 34-jährige Chinesin, deren Familie in Peking lebt. Eigentlich interessiert sie sich für Sport eher am Rande, da ihr Leben ganz der Musik gehört. Schon im Alter von viereinhalb Jahren begann Sha, die ihren griechischen Nachnamen ihrem Ehemann verdankt, mit dem Geigespielen. Über das Studium in den USA kam sie 1998 nach Deutschland. Heute spielt sie "erste Geige tutti" im renommierten Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks in Frankfurt - als eine von 33 Violinisten.In China erlebt derzeit die klassische europäische Musik - ähnlich wie zuvor in Japan und anderen asiatischen Ländern - einen gewaltigen Aufschwung. Anders als in Europa gehen in Asien vor allem junge Leute in Konzerte, wie Sha berichtet. "Sie sind das Publikum der Zukunft für die Klassik." Das konnte sie selbst erleben, als sie mit dem HR-Sinfonieorchester unter seinem Chefdirigenten Paavo Järvi Ende Mai in China gastierte. Die Konzerte unter anderem im National Grand Theatre in Peking waren Teil des offiziellen Kulturprogramms der Bundesregierung im Vorfeld der Spiele.Inzwischen haben in China alle großen Städte auch Sinfonieorchester - auch wenn sie noch nicht mit den großen Klangkörpern in den USA oder Europa mithalten können. Deutschland hat aus Shas Sicht in der klassischen Musik immer noch eine Sonderstellung. "Was die Musikalität angeht, haben die Leute hier einfach andere Vorstellungen", sagt sie.Sha hat eine kleine internationale Bilderbuchkarriere gemacht: Mit 15 Jahren war sie Preisträgerin des Yehudi-Menuhin-Wettbewerbs in England, mit 17 Jahren ging sie zum Studium in die USA. Vor zehn Jahren setzte sie dann ein Aufbaustudium an der Musikhochschule in Freiburg fort, bevor sie ein Jahr später vom HR-Sinfonieorchester engagiert wurde. Dort fühlt sie sich sehr wohl.Das gilt auch für das Leben in Frankfurt, wo sie vor allem die Toleranz und die Multikulturalität schätzt. Allein im Orchester sind 24 Nationen vertreten. Neben der Arbeit im Orchester gehört Shas große private Leidenschaft dem Hába Quartett, mit dem sie - auch zeitgenössische - Kammermusik macht und oft unterwegs ist. Dabei ist sie nicht frei vom "Perfektionsanspruch", wie sie sagt. "Es ist nie genug", sagt sie.In ihrer chinesischen Heimat - ihre Mutter hat dort als Hochschul-Professorin Geige unterrichtet - ist die temperamentvolle Sha Katsouris mindestens einmal im Jahr zu Besuch. Der Onkel hat ihr bereits einige große Sportstätten gezeigt, als noch überall fleißig gebaut wurde. Viel Hektik und Lärm haben die Olympischen Spiele für Peking zwangsläufig mitgebracht, sagt sie. Beim Thema Menschenrechte und Politik gibt sie sich sehr zurückhaltend und vorsichtig. "So viele Menschen überhaupt zu regieren, ist großartig", ist ihr dann doch als Statement zur chinesischen Führung zu entlocken. Der Sport könne verbindend wirken. "Ich hoffe, dass die Spiele ein Erfolg werden."
Thomas Maier

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